TVB fühlt sich um den Lohn gebracht

8:2 Punkte haben die Bittenfelder Zweitliga-Handballer zuletzt gesammelt und sind dabei ungeschlagen geblieben. Indes: Das Glück ist derzeit nicht auf Seiten des TVB, sonst stünden 10:0 Zähler zu Buche. Wie beim Remis in Saarlouis, so haderte der Trainer Jürgen Schweikardt auch nach dem 30:30 in Nordhorn mit der einen oder anderen Schiedsrichter-Entscheidung.

Wenn Jürgen Schweikardt etwas nicht passt während eines Spiels, äußerst er sein Missfallen in der Regel mehr oder weniger deutlich. Dafür kassiert der Bittenfelder Trainer hin und wieder die gelbe Verwarnungskarte. Komplett aufgewühlt und kaum zu beruhigen war Schweikardt am Sonntag vor den 1900 Fans im Nordhorner Euregium. Das lag zum einen an der ungleichen Zeitstrafenverteilung von 7:0 (!) gegen den TVB („selbst wenn wir etwas intensiver gespielt haben“). Noch entscheidender war für den Trainer die letzte Minute der Partie, in der er den TVB von den Schiedsrichtern Fabian vom Dorff und Christian vom Dorf eindeutig benachteiligt sah.

Die Szene, über die sich der Coach so sehr echauffierte, schilderte er folgendermaßen. 49 Sekunden vor der Schlusssirene führte der TVB mit 30:28. Tobias Schimmelbauer habe versucht, den Pass eines Nordhorners zu verhindern. Durchaus regelwidrig, wie Schweikardt zugibt – und von den Schiedsrichtern per Pfiff geahndet. Der Pass fand dennoch in Bobby Schagen seinen Adressaten, und der Nordhorner Rechtsaußen versenkte den Wurf im Bittenfelder Tor. Zum Entsetzen der Bittenfelder erkannten die Referees den Treffer zum 29:30 an und schickten Schimmelbauer zudem für zwei Minuten auf die Strafbank.

Auf die Aktion angesprochen, hätten die Schiedsrichter angegeben, „nicht bewusst“ gepfiffen zu haben, sagt Schweikardt. „Auf dem Video ist der Pfiff aber ganz eindeutig zu hören.“ Für den Bittenfelder Coach war diese „Fehlentscheidung“ der Grund dafür, dass sich sein Team letztlich mit einem Unentschieden zufriedengeben musste.

In Unterzahl drohte beim nächsten Bittenfelder Angriff das Zeitspiel, einen ordentlichen Abschluss brachte der TVB nicht mehr zustande und Schagen traf im Gegenzug erneut aus spitzem Winkel. Dass der Nordhorner Keeper Björn Buhrmester den finalen Wurf von Michael Schweikardt erst im Nachfassen parierte, passte ins Bild einer Partie, die aus Bittenfelder Sicht ein äußerst unglückliches Ende fand. „Dass wir so im zweiten Auswärtsspiel hintereinander einen Punkt verlieren, ist schon sehr bitter“, sagt Schweikardt. „Ich hoffe mal, dass sich das im Laufe einer Saison ausgleicht.“

Dabei waren die ersten 59 Minuten durchaus so verlaufen, wie es sich der Trainer gewünscht hatte. Sein Team war von Beginn an konzentriert und demonstrierte seine Stärke. In etwa so, wie es Heiner Bültmann erwartet hatte. Trotz des drittbesten Angriffs sei die Abwehr des TVB das Prunkstück: So hatte der Nordhorner Trainer vor der Partie die Stärken des Gegners beschrieben – und fühlte sich nach 13 Minuten beim 4:9-Rückstand in seiner Einschätzung bestätigt.

Mehr Brisanz geht nicht: Am Freitag kommt Eisenach

Bittenfeld beherrschte die Partie auch in der Folge, wenn auch nicht immer in dieser Deutlichkeit. Besonders die Angriffsleistung gefiel dem Trainer. „Das war mit das Beste in dieser Saison.“ Nicht durchweg zufrieden allerdings war Schweikardt mit dem Paket Abwehr/Torhüter. Besonders anfällig war die linke Abwehrseite, die den Niederländer Nicky Verjans nicht in den Griff bekam. Der Torhüter Jürgen Müller habe nach seinem Comeback in den ersten 30 Minuten gut gehalten, nach der Pause dagegen – wie Dragan Jerkovic – nicht mehr so viele Bälle zu fassen bekommen.

Nachdem die Bittenfelder die knapp 600 Kilometer lange Rückreise aus Nordhorn am frühen Montagmorgen um drei Uhr hinter sich gebracht hatten, begann der Dienst entsprechend später. Schweikardts Ärger über die verpasste Chance war zwar noch nicht vollständig verflogen, doch der Coach richtete den Blick schon gen Freitag. In der Porsche-Arena gastiert mit dem ThSV Eisenach der hartnäckigste Verfolger. Gewinnt der TVB, ist das Punktepolster auf den ersten Nichtaufstiegsplatz auf fünf Punkte angewachsen. Bei einer Niederlage wäre Eisenach bis auf einen Zähler dran.

So versucht Jürgen Schweikardt erst gar nicht, die Bedeutung der Partie herunterzuspielen. „So ein brisantes Spiel hatten wir, Bietigheim mal ausgenommen, in der Porsche-Arena wohl noch nie.“