Welches Gesicht zeigt Empor?

Der HC Empor Rostock gehört zu den unberechenbarsten Mannschaften der 2. Liga. Erwischt das Team von Trainer Aaron Ziercke einen guten Tag, hat der Gegner wenig Spaß. Hin und wieder zeigen sich die Rostocker auch von ihrer schlechten Seite. „Wir wollen unsere Serie von 5:1 Punkten unbedingt ausbauen“, sagt TVB-Trainer Schweikardt vor dem Spiel an diesem Mittwoch.Die restlichen Partien den 28. Spieltags:TV Emsdetten – VfL Bad Schwartau EHV Aue – GSV Eintracht Baunatal SC DHfK Leipzig – HG Saarlouis TV Hüttenberg – HSG Nordhorn-Lingen TUSEM Essen – DJK Rimpar Wölfe TV Großwallstadt – TV Neuhausen SV Henstedt-Ulzburg – ThSV Eisenach HSC Coburg – TSV Bayer Dormagen

Der HC Empor Rostock gehört zu den unberechenbarsten Mannschaften der 2. Liga. Erwischt das Team von Trainer Aaron Ziercke einen guten Tag, hat der Gegner wenig Spaß. Hin und wieder zeigen sich die Rostocker auch von ihrer schlechten Seite. „Wir wollen unsere Serie von 5:1 Punkten unbedingt ausbauen“, sagt TVB-Trainer Schweikardt vor dem Spiel an diesem Mittwoch.

Rostock, Eisenach, Großwallstadt, Neuhausen, Henstedt-Ulzburg: Nur noch fünfmal dürfen die Bittenfelder in Stuttgart antreten – und sollten in diesen Partien eigentlich keinen Punkt mehr liegenlassen im Wettstreit um den Aufstieg in die 1. Liga. Schon gar nicht gegen Mannschaften aus der zweiten Tabellenhälfte. Indes: Fraglich ist’s, ob diese Aufgaben tatsächlich immer die angenehmeren sind. Der Aufstiegskandidat HSG Nordhorn-Lingen ließ sich zuletzt von den Henstedtern in eigener Halle beim 24:32 überraschen. Eben bei jenem Gegner hatte sich der HC Empor Rostock am Spieltag davor mit 34:26 durchgesetzt.

Die Rostocker sind eine der Wundertüten der 2. Liga. Konstanz ist nicht unbedingt die herausragende Eigenschaft des Bittenfelder Gegners. „Empor kann an einem guten Tag jeden weghauen“, sagt der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt. Beispielsweise holte Empor gegen den ASV Hamm-Westfalen drei Punkte (29:27 auswärts, 24:24 zu Hause) und besiegte den Tabellendritten DJK Rimpar Wölfe (25:24).

Weniger erfolgreich waren die Auftritte in Neuhausen (19:31) oder Großwallstadt (25:34). Die Bittenfelder wissen also nicht so recht, was auf sie zukommen wird in der Scharrena.

Eines indes dürfte sicher sein: Auf die leichte Schulter wird der TVB den Gegner nicht nehmen, dazu sind die Erinnerungen ans Hinspiel noch zu frisch. Die Rostocker überrollten Bittenfeld, führten 9:2 und 14:7 zur Halbzeit. „Da waren wir völlig neben der Kappe“, sagt Schweikardt. „Das waren die schlechtesten ersten 30 Minuten in dieser Saison.“ Überhaupt nicht zurechtgekommen ist der TVB mit der körperbetonten Spielweise der Rostocker. Im zweiten Spielabschnitt berappelten sich die Bittenfelder und retteten beim 22:22 einen Punkt.

Ganz schlechte Erfahrungen haben die Bittenfelder im Heimspiel der vergangenen Saison gemacht, da nahmen die Gäste beim 31:25 überraschend die Punkte an die Ostsee mit.

Immer auf einem „gewissen Grundniveau“

Der TVB muss sich also auf einiges gefasst machen in der Scharrena. Schweikardt ist überzeugt davon, dass seine Spieler die Aufgabe hochkonzentriert angehen werden. „Das Training gibt mit ein gutes Gefühl, alle waren bissig bei der Sache.“ Zuversichtlich stimmt den Coach zudem, dass seine Mannschaft in dieser Saison in nahezu allen Spielen „ein gewisses Grundniveau“ erreicht habe. Diese Konstanz reichte lediglich in fünf von 27 Spielen nicht für einen Sieg oder ein Unentschieden.

Die Rostocker starteten schlecht in die Saison, die für den Trainer bereits nach 2:6 Punkten Mitte September beendet war: Rastislav Trtik wurde durch den ehemaligen deutschen Nationalspieler Aaron Ziercke ersetzt. Bereits in der vergangenen Spielzeit hatte Rostock gegen den Abstieg gekämpft, in dieser Spielzeit wollte es sich deutlich nach oben orientieren. Mit dem 2,06 Meter großen Slowaken Patrik Hruscak im rechten Rückraum und dem Spielmacher Kenji Hövels von den Füchsen Berlin verstärkte sich Empor gezielt.

Stützen im Team sind die beiden tschechischen Nationalspieler Jan Kominek im Tor und Roman Becvar, der gemeinsam mit dem ehemaligen deutschen Junioren-Nationalspieler Tom Wetzel die Fäden im Rückraum zieht. Wetzel kommt nach einer langen Verletzungspause immer besser in Tritt. Beim 34:26-Sieg in Henstedt zuletzt traf er zehnmal.

Der griechische Nationalspieler Vyron Papadopoulos und René Gruszka zählen zu den torgefährlichsten Flügelzangen in der 2. Liga. Am Kreis wird dem HC Jens Dethloff ein paar Wochen fehlen: Der Kapitän musste sich am Knöchel operieren lassen.

Gegen die konterstarken Rostocker sollten sich die Bittenfelder im Angriff nicht zu viele Fehler erlauben und sich zügig nach hinten bewegen.

Personell sieht’s gut aus beim TVB, der Trainer hat alle Akteure zur Verfügung. Das heißt, ein Feldspieler und ein Torhüter werden wieder aussetzen müssen. Wer das sein wird, entscheidet Jürgen Schweikardt wie immer kurzfristig.