Kein Lieblingsgegner

Nur drei Punkte trennen den kommenden Gegner des TV Bittenfeld von einem Abstiegsplatz. „Saarlouis wird sicherlich nicht absteigen“, sagt der TVB-Trainer Schweikardt. Die HG gilt als heimstark, für die Bittenfelder gab’s in den jüngsten beiden Vergleichen in der Stadtgartenhalle nichts zu holen. „Dort ist kein Auswärtsteam Favorit.“

Nun beginne die „Crunch-Time“, sagte der Bittenfelder Trainer nach dem 35:24-Sieg gegen den GSV Eintracht Baunatal. Auf gut Schwäbisch bedeutet dies: Allmählich geht’s um die Wurst im Aufstiegs- und Abstiegskampf. Eineinhalb Entscheidungen sind gefallen: Die Baunataler steigen sicher ab, und der SC DHfK Leipzig kann für die 1. Liga planen. Nach dem 26:24-Sieg am Mittwoch im Nachholspiel gegen den EHV Aue hat der Tabellenführer zehn Punkte Vorsprung auf Rang vier.

Spannung verspricht das Rennen um die anderen beiden Aufstiegsplätze. Zwölf Spiele vor dem Saisonende haben die punktgleichen TV Bittenfeld und Rimpar Wölfe bei vier Zählern Polster die besten Karten. „Sicherlich haben wir uns in eine gute Ausgangsposition gebracht“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. „Erreicht haben wir aber noch gar nichts.“

Außer Frage steht, dass die Bittenfelder noch ein äußerst anspruchsvolles Programm zu bewältigen haben. Siebenmal müssen sie auswärts antreten – unter anderem bei den Aufstiegskonkurrenten HSG Nordhorn-Lingen, den Rimpar Wölfen und beim ASV Hamm-Westfalen. Nur fünfmal darf der TVB in Stuttgart ran.

„Wir sind schon durch andere schwierige Phasen gut durchgekommen“, sagt Schweikardt. „Ich spüre, dass sich die Mannschaft auf diese Spiele freut.“ Wobei derzeit ausschließlich die Partie in Saarlouis im Blick sei. An die Saarländer hat der TVB keine besonders guten Erinnerungen. Mit 33:35 unterlag er in der Saison 2012/13, in der vergangenen Spielzeit setzte es eine 21:25-Niederlage. Das Hinspiel in der Scharrena entschied der TVB mit 35:26 für sich. Das sieht nach einer deutlichen Angelegenheit aus, täuscht jedoch: Zehn Minuten vor dem Ende führten die Bittenfelder lediglich mit 27:25.

Jürgen Schweikardt hat großen Respekt vor dem Team von Trainer Goran Suton. „Erwischt Saarlouis einen guten Tag, kann es jeden Gegner in der 2. Liga schlagen.“ Weil der TVB allerdings die Form des Gegners schwerlich beeinflussen könne, müsse er sich auf die eigenen Stärken besinnen. „Wenn wir unser Top-Niveau erreichen, haben wir auch in Saarlouis gute Chancen.“

Die durchwachsenen ersten 30 Minuten gegen Baunatal beunruhigen den Trainer nicht. „Jedes Spiel ist anders“, sagt er. „Oder wer hätte gedacht, dass Schalke 04 in Madrid so auftreten wird?“

Der TVB hat seine komplette Mannschaft beisammen. Nach dem Abschlusstraining entscheidet sich, wer in Saarlouis dabei sein wird. Wobei Schweikardt auch vor Ort reagieren kann und zwei Spieler auf dem Spielberichtsbogen zunächst auf „passiv“ stellen kann.