Die 700 Kilometer sollen sich lohnen

Nach der dritten Saisonniederlage steht für den Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld heute eine weite Reise an: Beim Aufsteiger SV Henstedt-Ulzburg nahe Hamburg möchte der TVB seine gute Ausgangsposition im Aufstiegsrennen verteidigen. Die „Frogs“ indes sind ein sehr gefährlicher Gegner, der bislang vor allem auswärts Schrecken verbreitet hat.

Spätestens am Montag musste das 32:33 gegen Hamm wieder aus den Köpfen der Bittenfelder Handballer sein, schließlich steht bereits heute die nächste Aufgabe auf dem Plan. „Uns war klar, dass es solche Spiele wie gegen Hamm geben wird“, sagt Jürgen Schweikardt. „Es sollten nur nicht zu viele sein.“ Die Niederlage sei inzwischen abgehakt. Der Trainer hofft, dass seine Spieler die richtigen Lehren aus dem Spiel gezogen haben. „Wir müssen 60 Minuten kämpfen und dürfen nicht nachlassen.“

Bereits heute Abend (20 Uhr) kann sein Team beweisen, dass es dazugelernt hat. Nach Rostock und Bad Schwartau steht die weiteste Reise an. Noch vor sieben Uhr heute Morgen setzen sich die Bittenfelder in die S-Bahn, von Stuttgart hebt der Flieger nach Hamburg ab. Nach dem Mittagessen und einer Siesta im Hotel geht’s mit dem Bus ins etwa 20 Kilometer Henstedt, wo die „Frogs“ auf die Bittenfelder warten.

In der Saison 2012/2013 spielte Henstedt-Ulzburg zum ersten Mal in der 2. Bundesliga. Nach dem Abstieg schaffte das Team um den Ex-Bietigheimer Spielmacher Nico Kibat den sofortigen Wiederaufstieg. Der Kader wurde zu großen Teilen umgekrempelt: Sechs Spieler gingen, neun kamen. Die Integration klappte schneller als befürchtet. In 16 Spielen hat die Mannschaft des Trainergespanns Amen Gafsi/Matthias Karbowski bereits 14 Zähler gesammelt und hat sich fünf Punkte Polster auf die Abstiegsränge erarbeitet – überraschenderweise vorwiegend auswärts. Fünfmal gingen die Frösche in fremden Hallen als Sieger vom Spielfeld, erfolgreicher waren lediglich der Liga-Primus SC DHfK Leipzig und die Rimpar Wölfe.

Unter anderem der VfL Bad Schwartau (25:29), Empor Rostock (26:33) und der TV Neuhausen/Erms (24:29) gingen leer aus. Zum Vergleich: Der TVB holte gegen diese Teams insgesamt lediglich zwei Punkte. Dass der heutige Gegner in eigener Halle nur gegen Hildesheim (32:27) und Essen (26:25) jubelte, ist für Schweikardt kein Indiz für eine Heimschwäche. „Es war auch die eine oder andere unglückliche Niederlage dabei.“

Schweikardt ist überzeugt davon, dass der SV Henstedt-Ulzburg mit dem Abstieg nichts zu tun haben wird. Der Kader sei gut gemischt mit jungen und erfahrenen Spielern, brandgefährlich sei der Rückraum. Kibat (34) zieht die Fäden. Im linken Rückraum spielen die wurfgewaltigen Tim Völzke (25) und Kevin Wendtland (25), auf der anderen Seite agiert der ehemalige slowakische Nationalspieler Stanislaw Demovic (39). Aus Dänemark wechselten der – zurzeit verletzte – Rückraumspieler Daniel Eggert und Martin Laursen (Kreis) zu den Frogs, Rechtsaußen Pavle Karacic kam aus Schweden. Im Tor steht seit zwei Jahren Jan Peveling, den die Bittenfelder aus den Spielen gegen die HG Saarlouis kennen.

„Wir müssen entschlossen zu Werke gehen“, sagt Jürgen Schweikardt. Am Kader wird sich bis auf weiteres nichts ändern. Alex Heib und Djibril M’Bengue fallen aus, Alexander Bischoff aus dem Perspektivteam fliegt mit.