WILD BOYS unterliegen Hamm 32:33

Im achten Heimspiel hat es den Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld 1898 erwischt: Vor 1.722 Zuschauern in der Scharrena musste sich der TVB dem starken ASV Hamm-Westfalen gestern mit 32:33 (15:15) geschlagen geben. In der spannenden und körperbetonten Partie hatten die Gäste in Torhüter Dennis Doden, Ondrej Zrdahala und Marian Orlowski herausragende Spieler.

Mit hängenden Köpfen und leeren Händen standen Bittenfelder nach 60 intensiven Minuten auf dem Spielfeld. Nach zehn Spielen ohne Niederlage musste der TVB gestern wieder klein beigeben. Dass er aufgrund der gleichzeitigen Niederlage der Rimpar Wölfe in Aue den zweiten Platz behielt, dürfte ihn kaum trösten. Schließlich standen die Chancen nicht schlecht für den achten Heimsieg. Eine Minute vor dem Ende hatte Simon Baumgarten sein Team mit 32:31 in Führung geworfen, der ASV Hamm indes hatte gleich zwei Antworten.

Der TVB kam gut in die Partie, legte zum 2:0 und 5:2 vor. Der beste Bittenfelder gestern Abend, Rechtsaußen Finn Kretschmer, jagte den Ball nach elf Minuten zum 6:2 in die Hammer Maschen. Die Gäste taten sich zu Beginn schwer gegen die aggressive Bittenfelder Deckung.

In einer Auszeit stellte der ASV-Coach Kay Rothenpieler sein Team um. Im Tor kam Dennis Doden für Tomas Mrkva, im Rückraum agierten nun David Wiencek und Marian Orlowski, und Hamm kam besser ins Spiel. Am Resultat indes schlug sich dies zunächst noch nicht nieder, die Bittenfelder hielten den Gegner auf Distanz (9:6/11:7) – bis zur 20. Minute. Dann verloren sie für ein paar Minuten komplett die Linie.

Hamm nutzte Ballverluste und unvorbereitete Abschlüsse des TVB eiskalt und glich zum 11:11 aus (23.). Das Heimteam schien verunsichert, Orlowski sorgte beim 13:12 (26.) für die erste Führung des Außenseiters. Der hatte Lunte gerochen, kämpfte verbissen und hatte in Doden einen hervorragenden Rückhalt. Den Bittenfeldern fiel im Angriff nichts Erhellendes mehr ein bis zur Pause (15:15). Spätestens jetzt war dem TVB klar, welch harte Nuss er da zu knacken hatte gegen einen entschlossenen und variabel aufspielenden Gegner.

Konzentriert kam Bittenfeld aus der Pause zurück, traf in Überzahl dreimal infolge zum 18:15. Dass der Vorsprung nicht anwuchs, lag nun vornehmlich an einem Spieler: Den Hammer Spielmacher Ondrej Zrdahala bekam der TVB überhaupt nicht in den Griff. Der Tscheche tanzte die nun stellenweise löchrige Abwehr clever aus, zudem hielt Doden weiter prächtig. Er stellte seine Gegenüber Dragan Jerkovic und Jürgen Müller klar in den Schatten. Nach 38 Minuten war der Gast beim 21:20 wieder dran in einer Begegnung, die immer zerfahrener wurde.

Hamm deckte immer offensiver, der TVB suchte verzweifelt die Lücken – und lag beim 23:24 nach 47 Minuten wieder im Hintertreffen. Nach einem gewaltigen Wurf des starken Orlowski sah’s beim 24:26 (50.) nicht gut aus für den Tabellenzweiten. Doch mit großem Kampfgeist drehte er das Spiel wieder zum 27:26. Als Jerkovic beim Siebenmeter gegen Zrdahala Sieger blieb und Florian Schöbinger zum 29:27 traf, waren die Fans aus dem Häuschen.

Die Ernüchterung indes folgte schnell. Der TVB leistete sich zwei Fehlabspiele, kassierte den Ausgleich – und legte immer wieder einen Treffer vor in der dramatischen Schlussphase. Beim 31:31 scheiterte Tobias Schimmelbauer frei an Doden (58.), Baumgarten machte es zum 32:21 besser. Orlowski glich aus. Eine Minute vor dem Ende wähnte sich der TVB beim letzten Angriff. Lars Friedrich schloss etwas zu früh ab und blieb an Doden hängen, fünf Sekunden vor der Sirene nutzte Lars Gudat eine Lücke in der TVB-Deckung zum etwas glücklichen 33:32-Siegtreffer der Gäste.

TV Bittenfeld 1898:
Müller, Jerkovic – Schimmelbauer (4), Schöbinger (2), Kienzle, Weiß (5), Schweikardt (5/2), Friedrich (5/1), Baumgarten (1), Bischoff, Sundberg (2), Seiz, Kretschmer (8), Leinhos.

ASV Hamm-Westfalen:
Doden, Mrkva – Huesmann, Doldan, Brosch, Fuchs (2), Wiegers (3), Macke, Ritterbach, Zrdahala (12/4), Gudat (6), Wiencek (2), Orlowski (7), Possehl (1).