Festung SCHARRena bleibt uneinnehmbar!

Der Handball-Zweitligist TV Bittenfeld 1898 hat sich am Freitagabend auch vom Tabellenzweiten DJK Rimpar Wölfe nicht bremsen lassen. Vor 2049 Zuschauern in der ausverkauften SCHARRena legte der TVB beim 26:19-Sieg (9:8) mit einer bärenstarken Defensivleistung die Grundlage. Die Fans feierten den herausragenden TVB-Torhüter Dragan Jerkovic.

Das Spitzenspiel des Dritten gegen den Zweiten hatte den würdigen Rahmen: Rund 100 Fans aus Rimpar feuerten ihre Wölfe lautstark an, die restlichen knapp 2000 wollten die zweite Saisonniederlage der Gäste sehen. Die waren mit 24:2 Punkten und einer großen Portion Selbstvertrauen nach Stuttgart gereist – und traten vom Anpfiff weg entsprechend auf.

Der Gästetrainer Jens Bürkle hatte seine Mannschaft sehr gut auf den TVB eingestellt, der sich gegen die bewegliche 6:0-Deckung der Wölfe zunächst sehr schwertat. Nach zwölf Minuten brachte der flinke Linkshänder Steffen Kaufmann sein Team mit 5:3 in Führung.

Zu schwach war die Abschlussquote der Bittenfelder. Das lag zum einen daran, dass die Würfe nicht besonders gut vorbereitet waren. Zum anderen zeigte Max Brustmann, warum er zu den besten Torhütern der Liga zählt: Er brillierte mit unglaublichen Reflexen. Weil auch Dragan Jerkovic im Bittenfelder Tor einen ausgezeichneten Tag erwischte, entwickelte sich ein torarmes Spiel, in dem die Kontrahenten verbissen um jeden Zentimeter und jeden Treffer kämpften.

Nach und nach kam der TVB besser ins Spiel. Die Abwehr stand kompakt, die Wölfe hatten wenig Ideen. Nach Dominik Weiß’ Doppelschlag führte Bittenfeld fünf Minuten vor der Halbzeit mit 8:6. In der hektischen und von vielen Unterbrechungen geprägten Partie ließen die Gäste jedoch nicht nach. Dem TVB fehlte der Mut im Abschluss, offensichtlich hatte Brustmann den Angreifern den Zahn gezogen. Allen voran bei Lars Friedrich ging so gut wie gar nichts. Dummerweise kassierte der TVB Sekunden vor der Pause, mit zwei Mann in Überzahl, nach der 9:7-Führung noch den Anschlusstreffer.

Im zweiten Spielanschnitt änderte sich zunächst nicht viel: Die Keeper brillierten weiter, nach 40 Minuten stand’s 13:12. Dann hatte der TVB seine stärkste Phase: Binnen vier Minuten konterte er die Wölfe zum 19:14 aus, der Rechtsaußen Finn Kretschmer schlug gleich dreimal zu.
Dieser kleine Zwischenspurt schien den Bittenfeldern Sicherheit zu geben. Bei den Gästen häuften sich nun die Fehler, die TVB-Abwehr hielt die Konzentration hoch. Und Jerkovic bekam immer größeren Gefallen an der Partie, er parierte etliche freie Chancen.

Sieben Minuten vor dem Ende brachte Steffen Kaufmann sein Team auf 17:20 heran. Nach einer Auszeit sorgten Weiß und Florian Schöbinger innerhalb von 20 Sekunden für das 22:17 und damit für die Vorentscheidung. Nach zwei Kontern von Tobias Schimmelbauer zum 24:18 gegen die nun kräftemäßig nachlassenden Wölfe war vier Minuten vor der Schlusssirene der Sieg eingetütet. Den letzten Treffer von Martin Kienzle zum 26:19-Endstand leitete Jerkovic mit einem millimetergenauen Pass ein.

Die Fans feierten hernach den hart erkämpfen Sieg des TV Bittenfeld, den er sich aufgrund seiner größeren individuellen Klasse auch verdient hatte. Die Wölfe erwiesen sich als durchaus gefährlicher Gegner. Der TVB schraubte seine Serie damit auf 17:1 Punkte und hat sich bis auf einen Punkt an Rang zwei herangepirscht.

Am Freitag (20 Uhr) steht mit dem Derby beim TV Neuhausen/Erms das nächste aufregende Spiel an.

TV Bittenfeld 1898:
Müller, Jerkovic – Schimmelbauer (2), Schöbinger (1), Kienzle (1), Weiß (6), Schweikardt (4/1), Friedrich (1/1), Baumgarten (3), Sundberg (3), Seiz, Kretschmer (5), Bischoff, Kuhnle.

DJK Rimpar Wölfe:
Madert, Brustmann – Lars Spieß (1), Kraus (2/1), Schmitt, Schömig (2), Bötsch, Schäffer, Kaufmann (7/1), Drude, Tom Spieß, Winkler (6), Sauer, Büttner, Brielmeier (1).