Jerkovic und Forstbauer gegen Ex-Clubs

Kräfte sammeln vor dem anstrengenden November lautete das Motto des Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld. Heute wartet das nächste Spitzenteam auf den TVB. „Auswärts gegen Eisenach – schwerer geht’s nicht in der Liga“, sagt der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt. Der ThSV möchte mit dem neuen Trainer Velimir Petkovic seine Aufholjagd fortsetzen.

Eisenach, Hildesheim, Großwallstadt, Rimpar, Neuhausen: Der November hat es in sich. Nach einigen Partien gegen Teams aus der zweiten Tabellenhälfte bekommen es die Bittenfelder – abgesehen von den im Abstiegskampf befindlichen Hildesheimern –, mit Kontrahenten zu tun, die zumindest ein Wörtchen mitreden möchten bei der Vergabe der Aufstiegsplätze.

Nach der zweieinhalbwöchigen Spielpause wartet heute ein ganz dicker Brocken auf das Team von Trainer Jürgen Schweikardt: Der Erstliga-Absteiger ThSV Eisenach galt vor der Saison als einer der aussichtsreichsten Aufstiegs-Kandidaten. Allerdings schien der Erwartungsdruck die Mannschaft zu lähmen. Mit 7:9 Punkten verlief der Saisonstart ausgesprochen durchwachsen – und die Eisenacher folgten den Regeln des Geschäfts: Der Trainer Adalsteinn Eyjolfsson musste seinen Platz räumen. Der Verein holte den Ex-Göppinger Velimir Petkovic – ein deutliches Zeichen, wohin der Weg noch in dieser Saison hinführen soll: zurück in die 1. Liga.

Die ersten drei Partien unter „Petko“ gestalteten die Eisenacher siegreich: 29:27 im DHB-Pokal in Rimpar, 38:30 gegen den SV Henstedt-Ulzburg und 31:21 beim TV Hüttenberg in der Liga. Mit einem Sieg gegen den TVB verkürzte der ThSV den Rückstand auf den Tabellenvierten auf zwei Zähler, eine Niederlage indes bedeutete einen Rückschlag im Aufstiegskampf. Und die Bittenfelder könnten nach zuletzt 9:1 Punkten ein weiteres Ausrufezeichen setzen beim nach Ansicht des TVB-Trainers besten Team der Liga. „Auswärts gegen Eisenach zu spielen“, sagt Schweikardt. „Schwerer geht’s nicht.“

Nach dem 22:22-Unentschieden in Rostock hatten die Bittenfelder zwei spielfreie Wochenenden. Eine Woche habe das Team intensiv trainiert, in der zweiten Woche seien die Einheiten etwas reduziert worden. Seit Sonntag gilt die Konzentration der ersten von mehreren Mammutaufgaben heute Abend. „Es kommen große Herausforderungen auf uns zu, aber die machen ja auch Spaß“, sagt der Coach.

Angenehm zu spielen war’s in Eisenach noch nie, doch in dieser Saison gingen die Fans in den ersten beiden Heimspielen enttäuscht nach Hause: 25:28 verlor ihr Team zum Auftakt gegen die HSG Nordhorn-Lingen, 22:26 die zweite Partie gegen TUSEM Essen. Daraus indes lasse sich keinesfalls eine plötzliche Heimschwäche ableiten, sagt Schweikardt. Seit Petkovics Amtsantritt wehe ein ganz anderer Wind, Eisenach spiele nun deutlich schnelleren Handball. „Vor ein paar Wochen wären unsere Chancen sicherlich größer gewesen.“

Die Eisenacher haben quantitativ einen Kader beisammen, der manchen Erstligisten erblassen lässt: 22 Spieler stehen unter Vertrag. Und die sind von solch hoher Qualität, dass der ThSV selbst Langzeitverletzte wie Tomas Sklenak, Dener Jaanimaa und Benjamin Trautvetter ersetzen kann. Zweifach, teilweise dreifach besetzt sind die Positionen. Natürlich bringen etliche Spieler internationale Erfahrung mit. Beispielsweise im linken und rechten Rückraum die lettischen Nationalspieler Alvis Jurdzs und Girts Lilienfelds, der Spielmacher Hannes Jon Jonsson (Island) oder auf Linksaußen dessen Landsmann Bjarki Elisson.

Verstärkt hat sich Eisenach unter anderem mit dem Bad Schwartauer Marcel Schliedermann und einem ehemaligen Bittenfelder: Der Junioren-Nationalspieler Jan Forstbauer steht per Zweifachspielrecht beim Erstligisten MT Melsungen im Kader und blühte zuletzt unter Petkovic auf. Für den 22-Jährigen wird’s ebenso ein besonderes Spiel wie für Dragan Jerkovic. Der Bittenfelder Torhüter spielte von 2001 bis 2004 beim damaligen Erstligisten und pflegt immer noch Kontakt zum Verein.

Der 38-Jährige und der TVB müssen sich auf eine stimmungsvolle Kulisse in der 3000 Zuschauer fassenden Werner-Aßmann-Halle einstellen. Da wird es für den TVB besonders wichtig sein, die Ruhe zu bewahren. „Unsere Spieler sind erfahren genug, um sich von so einer Kulisse nicht sonderlich beeindrucken zu lassen“, sagt Schweikardt.

Einer der Youngster wird weiterhin fehlen: Djibril M’Bengue plagt nach wie vor eine Sehnenverletzung an der Fußsohle.