Bittenfeld besteht den Härtetest

Der TV Bittenfeld 1898 hat den ersten Härtetest gegen eine Spitzenmannschaft in der SCHARRena mit Bravour bestanden. Mit einer konzentrierten Leistung schlug der TVB gestern Abend die HSG Nordhorn-Lingen vor 1.627 Fans mit 27:23 (15:12). Für die Gäste war’s die erste Auswärtsniederlage in dieser Saison – und sie mussten den Bittenfeldern Rang drei überlassen.

Auch im vierten Anlauf gab’s für Nordhorn in der Scharrena nichts zu holen. Der TVB hatte sich hervorragend auf den flinken und spielstarken Gegner eingestellt und ging vom Start weg hochkonzentriert zur Sache. Anders als am Freitag gegen die HG Saarlouis, stand die Deckung geschlossen und störte den HSG-Rückraum um Jens Wiese, Nils Meyer und Nicky Verjans sehr früh. Den Gästen fiel im Positionsangriff wenig ein, oft bewegten sie sich am Zeitspiel.

Angeführt vom wiedererstarkten Lars Friedrich, setzte sich der TVB nach elf Minuten zum 6:2 ab. Die umgehende Auszeit von HSG-Trainer Heiner Bültmann brachte wenig Besserung, Nordhorn agierte zu zögerlich und sah auch in der Defensive gegen die klug vorgetragenen Bittenfelder Angriffe schlecht aus. Nach 15 Minuten legte Bültmann beim 9:3 bereits zum zweiten Mal die Grüne Karte auf den Tisch.

Der TVB hatte die Partie aber zunächst weiterhin im Griff und schraubte den Vorsprung nach 23 Minuten auf acht Tore (14:6). Dass es so perfekt nicht weiterlaufen würde, war abzusehen. Der TVB hatte drei unglückliche Aktionen infolge und scheiterte zudem am guten HSG-Keeper Björn Buhrmester. Nordhorn zeigte jetzt, weshalb es so weit vorne in der Tabelle steht, nutzte die Bittenfelder Fehler eiskalt aus und verkürzte zur Pause auf 12:15.

Der zweite Spielabschnitt begann mit vielen Unzulänglichkeiten auf beiden Seiten. Nordhorn agierte nun in der Deckung viel entschlossener und drückte vorne aufs Tempo. Dabei war die Fehlerquote aber unvermindert hoch. So setzte sich der TVB wieder rasch ab und hatte beim 22:15 (45.) dem Gegner den Zahn mehr oder weniger gezogen. Nordhorn kämpfte zwar unverdrossen weiter, fand aber auch immer öfter seinen Meister im aufmerksamen TVB-Keeper Jürgen Müller. Zudem war in kritischen Phasen auf Shooter Dominik Weiß Verlass.

Sieben Minuten vor dem Ende war die HSG beim 24:20 noch einigermaßen dran. Mit seinem siebten Treffer zum 26:21 beseitigte Weiß sechs Minuten vor Schluss jedoch die letzten Zweifel am fünften Sieg im fünften Heimspiel in dieser Saison.

Mit dem 27:23-Erfolg kletterte der TVB auf Rang drei. Diesen Aufstiegsrang gilt’s am Samstag beim HC Empor Rostock zu verteidigen.

TV Bittenfeld 1898:
Müller, Jerkovic, Sdunek – Schimmelbauer (2), Schöbinger (1), Kienzle (1), Weiß (7), Schweikardt (1), Friedrich (5), Baumgarten (2), Sundberg (1), Seiz, Heib (3/3) , Kretschmer (4).

HSG Nordhorn-Lingen:
Buhrmester, Bartels – Verjans (2), Schumann, Leenders, Mickal, Miedema (5), Meyer (1), Schagen (6/3), Poll, Terwolbeck (2), de Boer (2), Kintrup, Wiese (5).