Hellwach sein gegen den nächsten Aufsteiger

Nach dem HSC Coburg und dem TSV Bayer Dormagen wartet heute mit dem GSV Eintracht Baunatal der dritte Zweitliga-Aufsteiger auf die Handballer des TV Bittenfeld. „Wir müssen hellwach und hochkonzentriert sein“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt.

Mit 25:21 hatten sich die Bittenfelder beim wohl stärksten Neuling HSC Coburg durchgesetzt, 34:19 hieß es am Freitag in der Scharrena gegen den TSV Bayer Dormagen. Heute macht sich der TVB auf den Weg nach Baunatal. Die Eintracht ist derzeit etwas frustriert. Nachdem sie mit drei deutlichen Niederlagen in ihre erste Saison in der 2. Bundesliga gestartet war – 16:22 gegen Großwallstadt, 23:30 in Rimpar und 18:33 gegen Neuhausen –, überraschte sie mit dem 29:24-Sieg beim ASV Hamm-Westfalen.

Die Hessen wähnten sich damit am vierten Spieltag in der Liga angekommen, da setzte es eine bittere 21:30-Schlappe im Heimspiel gegen den Mitaufsteiger SV Henstedt-Ulzburg. Und damit nicht genug: Auch in Hüttenberg, bis dahin punktlos, ging das Team von Trainer Ralf Horstmann mit 23:32 baden. Konsequenz: Der Bittenfelder Gegner ziert mit 2:10 Punkten den Schluss der Tabelle – und geht damit als krasser Außenseiter in die Partie gegen den TVB.

Der möchte seinen vierten Tabellenplatz nicht leichtfertig verspielen und von Anfang an keinen Zweifel am zweiten Auswärtssieg aufkommen lassen. Wobei: Spiele dieser Art sind nicht immer die dankbarsten gewesen für den TVB. Der Bittenfelder Trainer und sein Team wissen davon ein Lied zu singen. Jürgen Schweikardt indes möchte an solche Tage nicht erinnert werden. „Die Jungs haben sich weiterentwickelt“, sagt er. „Sie wissen, dass man vor allem auswärts nirgends locker gewinnt.“

Die große Frage wird sein, wie die Baunataler auftreten: Verunsichert nach den jüngsten Pleiten oder womöglich als hochmotivierter Underdog, der dem Favoriten eine lange Nase drehen möchte? Für den TVB-Coach ist’s wichtig, dass sich seine Spieler „an das erinnern, was uns erfolgreich gemacht hat“. Der TVB begegne dem Aufsteiger mit Respekt, allzu großes Understatement indes sei fehl am Platz. „Wenn jeder seine Leistung bringt, sind wir das bessere Team und werden gewinnen.“

Eintracht Baunatal hat, ähnlich wie Bayer Dormagen, ein recht junges Team. Auf drei Positionen hat sich der Kader nach der Meisterschaft in der 3. Liga Ost verändert: Vom Drittligisten Füchse Berlin II kam der Torhüter Maximilian Kroll. Der Kreisläufer Marius Fuchs spielte zuletzt beim TV Großwallstadt. Der Dritte im Bunde, der Rechtsaußen Philipp Botzenhardt (SG Wallau), fällt derzeit verletzungsbedingt ebenso aus wie der rechte Rückraumspieler Paul Gbur.

Die großen Namen fehlen im Aufgebot, was allerdings keineswegs auf die Leistungsfähigkeit eines Teams schließen lässt. Bestes Beispiel: Auch im Kader der Rimpar Wölfe gibt’s kaum Hochkaräter, für die sechs Gegner in dieser Saison war die Mannschaft von Trainer Jens Bürkle noch nicht zu knacken. Zuletzt mussten die Aufstiegskandidaten Nordhorn-Lingen und Eisenach klein beigeben.

„Wir werden uns auf Baunatal gut vorbereiten“, sagt Jürgen Schweikardt. Wobei ein bisschen weniger Zeit bleibt als üblich: Weil die Baunataler Rundsporthalle am Wochenende belegt ist, muss die Partie auf heute vorverlegt werden. Für Schweikardt war’s keine Frage, dass der TVB dem Wunsch des Vereins zustimmte. „Wir haben dieses Problem ja auch hin und wieder.“

Mit einem Sieg und dann 10:4 Punkten hätten die Bittenfelder ordentlich vorgelegt vor dem nächsten Heimspiel – und am Freitag, 10. Oktober (20 Uhr), gegen die HG Saarlouis sicher eine gut gefüllte Halle. Apropos: Mit dem Zuspruch der Fans ist Jürgen Schweikardt bis jetzt sehr zufrieden – zumal das richtige Handballwetter noch gar nicht begonnen hat und die Ferien- und Wasenzeit die Zuschauer eher von einem Besuch abhält. 1600 Fans kamen im Schnitt zu den drei Heimspielen gegen Aue, Emsdetten und Dormagen.

Der TVB wird heute in unveränderter Aufstellung antreten. Der eine oder andere Spieler plagt sich zwar mit leichten Blessuren herum. Einem Einsatz steht jedoch nichts im Weg.