Nichts zu holen in der Marmeladenstadt

So schnell kann’s gehen: Gegen Emsdetten hatten die Bittenfelder Zweitliga-Handballer noch brilliert, gestern Abend präsentierten sie ihr anderes Gesicht: Mit 29:35 (14:15) unterlag der TVB verdientermaßen beim VfL Bad Schwartau und verpasste den Sprung ins vordere Tabellenviertel. Besonders anfällig zeigte sich die bis dato so stabile Defensive.

Der TVB kam längst nicht so gut in die Partie wie zuletzt gegen Emsdetten. Er rannte von Beginn an einem knappen Rückstand hinterher. Auffallend war, dass die Abwehr überraschend große Lücken aufwies, welche der VfL Bad Schwartau clever und rigoros ausnützte – ganz egal, welche Abwehrvariante die Bittenfelder wählten.

Auch im Angriff taten sich die Bittenfelder enorm schwer. Nach dem schnellen 1:4-Rückstand (6.) kämpften sich die Gäste heran. Der ehemalige Bad Schwartauer Finn Kretschmer traf zum 7:7-Ausgleich (16.). Dass es nicht zur Führung reichte, lag vor allem an Daniel Pankofer und Henning Quade. Den Rückraum- und Kreisspieler bekamen die Bittenfelder nicht in Griff. Beim 10:8 für den VfL (19.) gingen acht Tore auf das Konto der beiden.

Nach einer Auszeit ersetzte Jürgen Müller den glücklosen Dragan Jerkovic im Tor. Beide verloren jedoch den Vergleich mit dem starken Bad Schwartauer Torhüter Dennis Klockmann. Beim TVB spielte zunächst Dominik Weiß den Alleinunterhalter, er glich mit seinem vierten Treffer zum 11:11 aus. Dann verspielten die Bittenfelder leichtfertig eine Überzahl und gerieten beim 12:13 erneut ins Hintertreffen (26.). Nach einem Doppelschlag von Lars Friedrich und Florian Schöbinger führte der TVB erstmals seit dem 1:0, kassierte aber erneut zwei Tore zum 14:15-Halbzeitrückstand.

Ganz schlecht starteten die Gäste in die zweiten 30 Minuten. Ein Fehlwurf von Friedrich, zwei Ballverluste von Michael Schweikardt und ein Siebenmeter – beim 19:15 (35.) für den Gastgeber musste der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt eine frühe Auszeit nehmen.

Die indes brachte keinen Erfolg – im Gegenteil: Sieben Minuten später legte der Bittenfelder Coach erneut die Grüne Karte auf den Tisch. Seine Spieler bekamen keinen Zugriff mehr auf den Gegner, beim 24:17 nach 42 Minuten war bereits die Vorentscheidung gefallen. Beim vor der Pause recht treffsicheren Weiß ging nicht mehr viel, der restliche Rückraum blieb blass.

Erschwerend hinzu kam das schwache Überzahlspiel. Gleich mehrfach kassierten die Gäste hier Gegentreffer. Nachdem Kretschmer zehn Minuten vor dem Ende auf 25:29 verkürzt hatte, kam noch mal leise Hoffnung auf. Nach einem Fehlversuch des TVB, zwei schnellen Toren von Martin Waschul und Tim Claasen zum 31:25 sowie einer Zeitstrafe gegen Weiß war die Partie entschieden. Quades achter Treffer zum 34:26 (57.) bedeutete die höchste Führung des VfL. Schlimmer wurde es zwar nicht mehr für die Bittenfelder, die 29:35-Niederlage war aber bitter genug. Mit 6:4 Punkten steckt der TVB nun im Mittelfeld fest. Ein Sieg am Freitag (20 Uhr) in der Scharrena gegen den Aufsteiger Dormagen ist Pflicht.

VfL Bad Schwartau:
Noel, Klockmann – Glabisch, Milde, Schwarz (3/3), Waschul (3), Schult (6), Pankofer (6), Tretow (1), Claasen (3), Wischniewski (5), Quade (8), Hanisch.

TV Bittenfeld 1898:
Müller, Jerkovic – Schimmelbauer (5), Schöbinger (2), Kienzle (3), Weiß (5), Schweikardt (2), Friedrich (2), M’Bengue (1), Baumgarten (2), Sundberg, Seiz, Heib (3/3), Kretschmer (4).

Jürgen Schweikardt: „Wir wussten, dass Bad Schwartau stark ist im Spiel Eins-gegen-eins. In diesem Bereich waren wir heute unterirdisch, wir haben viel zu viele Zweikämpfe verloren. Unsere individuelle Leistung war durch die Bank zu schlecht, um hier zu gewinnen. Allerdings hat es der Gegner richtig gut gemacht. Genauso, wie wir den Sieg gegen Emsdetten nicht überbewertet haben, dürfen wir diese Niederlage nicht überwerten.“