TVB nimmt Emsdetten auseinander

Der Handball-Zweitligist TV Bittenfeld 1898 scheint in der Saison angekommen zu sein: Vor 1536 begeisterten Fans in der SCHARRena hat der TVB gestern Abend den bis dato ungeschlagenen TV Emsdetten mit 38:23 (19:12) auseinandergenommen. Der Erstliga-Absteiger verzweifelte an der starken TVB-Abwehr und bekam die ideenreiche Offensive der Bittenfelder nicht in den Griff.

So kann’s gehen: Vor acht Tagen hatte der TV Emsdetten den TV Hüttenberg mit 37:26 aus der Halle gefegt, gestern Abend war der Erstliga-Absteiger wieder auf dem Boden zurück: Die 15-Tore-Packung beim TV Bittenfeld schmerzte – und zeigt, wie unberechenbar die Liga ist.

Der 25:21-Sieg in Coburg hatte den Bittenfeldern offensichtlich mächtig Auftrieb gegeben nach dem eher holprigen Saisonstart. Jedenfalls verging dem TV Emsdetten gestern Abend schon früh die Lust. Die TVB-Abwehr agierte von Beginn an hochkonzentriert, aggressiv und flink auf den Beinen. Aus dem Positionsangriff kamen die Gäste überhaupt nicht zum Zug – und wenn, war der überragende Dragan Jerkovic zur Stelle: 22 gehaltene Bälle standen am Ende in der Bilanz des TVB-Keepers.

Also versuchte es Emsdetten mit seinem gefürchteten schnellen Spiel. Doch auch das funktionierte nicht, weil die Bittenfelder erstens eilig zurückliefen und zweitens ihre Angriffe zu Ende spielten. Und dies auch noch – anders als zuletzt – meist mit großem Erfolg.

Der Ball lief flüssig durch die Reihen, die starken Lars Friedrich und Dominik Weiß trafen nach Belieben. Der lange verletzte Simon Baumgarten feierte bereits nach acht Minuten sein umjubeltes Comeback, und beim 7:2 nach elf Minuten bat der Emsdettener Trainer Daniel Kubes seine Spieler zur ersten Besprechung an die Seitenlinie.

Er brachte den bulligen Johan Koch am Kreis, der TVB leistete sich die eine oder andere Nachlässigkeit. Emsdetten stellte von 6:0 auf 5:1 in der Abwehr um, versuchte es phasenweise mit zwei Kreisläufern und deutete kurz an, das es gefährlich kontern kann. Beim 10:6 (16.) sah’s so aus, als sei Emsdetten im Spiel. Doch die Bittenfelder reduzierten ihre Fehler, standen weiterhin hervorragend in der Deckung und zermürbten den Emsdettener Rückraum.

Der Torhunger des variabel und sicher abschließenden Weiß war noch längst nicht gestillt, mit der Einwechslung von Alexander Heib kam noch mehr Tempo ins Bittenfelder Spiel. Djibril M’Bengue schraubte die Differenz auf acht Tore (17:9/28.), beim 19:12 schlichen die Emsdettener Spieler bedröppelt in die Halbzeitpause.

Der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt gönnte Weiß zu Beginn der zweiten 30 Minuten eine Pause, negativ bemerkbar indes machte sich dies nicht. Der TVB spielte weiter wie aus einem Guss und ließ rasch keinen Zweifel daran, wer die Scharrena als Sieger verlassen würde. Den Gäste-Torhütern Nils Babin und Stefan Nippes flogen die Bälle reihenweise um die Ohren, spätestens beim 30:17 durch Baumgarten (45.) war die Partie durch. Die Frage war zu diesem Zeitpunkt lediglich, wie hoch die Schlappe für den überforderten TV Emsdetten ausfallen würde.

Der TVB ließ nicht nach, nur die Konzentration im Abschluss litt in den Schlussminuten etwas unter dem hohen Tempo. Ansonsten wäre der Abend für den Ex-Erstligisten noch bitterer geworden.
Mit dem 38:23 war der TVE ausreichend bedient. Die Bittenfelder haben mit nun 6:2 Punkten den Anschluss an das verlustpunktfreie Führungstrio hergestellt.


TV Bittenfeld 1898:

Jerkovic, Müller; Schimmelbauer (3), Schöbinger (2), Kienzle (4/3), Weiß (8), Schweikardt, Friedrich (8), M’Bengue (5), Baumgarten (2), Sundberg (1), Seiz (2), Heib (1), Kretschmer (2).

TV Emsdetten:
Nippes, Babin; Terhaer, Lokkebo (5), Sluijters (3), Rivesjoe (1), Brevik (1), Adams (1), Kropp (3), Runnarsson (3/2), Gretarsson (2), Koch (4).