WILD BOYS besiegen bisherigen Tabellenführer

Der TV Bittenfeld 1898 hat den seit Ende Januar anhaltenden Siegeslauf des HSC 2000 Coburg gestoppt. Mit 25:21 (13:12) besiegte das Team den Aufsteiger.

Keine leichte Aufgabe hatte der TVB mit dem Auswärtsspiel in Coburg vor der Brust. Der oberfränkische Aufsteiger stürmte mit seinem hochkarätig besetzten Kader nach zwei Spieltagen in der 2. Handball-Bundesliga auf den ersten Platz, vor allem der deutliche 29:19-Erfolg in Hüttenberg eine Woche zuvor ließ aufhorchen. Demzufolge war es kein Wunder, dass Bittenfelds Trainer Jürgen Schweikardt eindringlich vor dem Gegner warnte und ihn zu den besten sieben bis acht Mannschaften der Liga zählt. Coburgs letzte Niederlage datiert auf den 25. Januar, als es in Konstanz mit 18:19 unterlag.

Gewarnt und gut eingestellt startete Bittenfeld demnach in die schwere Partie vor fast 3.000 Zuschauern in der Coburg-Arena. Dominik Weiß und Finn Kretschmer trafen für die Gäste zum 2:2 (4.), dann folgte die erste von insgesamt dreizehn Paraden des stark haltenden HSC-Torhüters Oliver Krechel. Die 4:2-Führung der Oberfranken hatte jedoch nur kurzen Bestand, Weiß und Lars Friedrich glichen erneut aus. Es sollte die bis dahin beste Phase des TVB folgen, in der die Abwehr konzentriert gegen den erfahrenen Coburger Rückraum um Matthias Gerlich und Jiri Vitek agierte. 

Florian Schöbinger und Michael Schweikardt leiteten mit ihren Ballgewinnen vor der eigenen Abwehr die wichtigen Kontertreffer durch Kretschmer und Tobias Schimmelbauer ein, die Parade von Jürgen Müller gegen Coburgs Spielmacher Till Riehn brachte im Anschluss das 7:4 (9.). Der Aufsteiger wirkte in diesen Minuten nervös, fand kein probates Mittel gegen die gut gestellte 6:0-Abwehr des TVB und kam nur vereinzelt über seinen Rechtsaußen Florian Billek zum Erfolg. Bittenfeld gelang es zum Leidwesen der mitgereisten Fans jedoch nicht, die Kontrolle zu übernehmen. Coburg fand nach einer strukturierenden Auszeit und in Überzahl zurück ins Spiel – Steffen Coßbau traf von der Mitte unbedrängt zum 8:8 (13.).

Die knappe 13:12-Halbzeitführung konnte der im linken Rückraum auftauchende Martin Kienzle direkt nach Wiederanpfiff erhöhen, Coburg ließ jedoch nicht locker und nutzte jeden Fehlversuch Bittenfelds aus. So blieb die Partie lange offen, ehe abermals Kienzle sehenswert sein Team mit 20:17 (45.) in Führung warf. Der zur Halbzeit eingewechselte Dragan Jerkovic zeigte einige Paraden, im Angriff wurden die Chancen wieder besser genutzt und mehr Druck auf die Defensive der Hausherren ausgeübt. Mit dem 21:19 durch Friedrich, der anschließenden Parade von Jerkovic und dem Treffer von Weiß zum 22:19 (55.) schien sich eine Entscheidung anzubahnen. Die fiel allerdings erst in der Schlussminute mit Kienzles Konter zum 24:21.

„Wir haben uns gut auf diese schwere Aufgabe in Coburg vorbereitet. Die Mannschaft hat das umgesetzt, was wir besprochen hatten“ kommentierte Jürgen Schweikardt das Spiel nach dem Abpfiff. „Unser Prunkstück war heute die Abwehr im Zusammenspiel mit unseren Torhütern, das hat sehr gut gepasst. Im Angriff müssen wir aber noch konsequenter unsere Chancen nutzen“ fügte er hinzu. Mit 4:2-Punkten geht der TVB in der kommenden Woche in das Duell mit Erstliga-Absteiger Emsdetten.

HSC 2000 Coburg:
Martinsen, Krechel – Göhl, Andersson (3), Kelm (2), Gerlich (1), Kirchner, Vitek (3), Riha (1), Coßbau (1), Billek (8), Riehn (1), Roth, Seitle (1).

TV Bittenfeld 1898:
Müller, Jerkovic – Schimmelbauer (5), Schöbinger (2), Kienzle (3), Weiß (3), Schweikardt (1), Friedrich (3), M’Bengue (2), Bischoff, Sundberg, Seiz, Heib (2), Kretschmer (4).