Ein Neuling mit vielen Hochkarätern

Nach Leipzig wartet auf den TV Bittenfeld der nächste dicke Brocken in der Fremde: Der HSC Coburg hat seine Drittliga-Serie auch eine Etage höher fortgesetzt und sich mit zwei deutlichen Siegen an die Tabellenspitze gesetzt. „Coburg ist kein gewöhnlicher Neuling“, sagt Jürgen Schweikardt. Der TVB-Trainer glaubt sogar, dass der HSC ins Aufstiegsrennen eingreifen kann.

Hat es in den vergangenen Jahren jemals einen Aufsteiger gegeben mit einem derart hochkarätig besetzten Kader? Wohl kaum. Nach dem Zwangsabstieg 2011 durch die Einführung der eingleisigen 2. Liga haben die Verantwortlichen des HSC nicht den geringsten Zweifel daran gelassen, dass der Verein schnellstmöglich zurück möchte in die 2. Liga. Mit der schmucken, 3500 Zuschauer fassenden Arena waren die Rahmenbedingungen geschaffen. Nur sportlich lief’s nicht so, wie es sich der HSC vorgestellt hatte: Zweimal scheiterte er knapp am Aufstieg.

Wie der funktioniert, weiß Jan Gorr. Der 36-jährige Coach, der 2011 den TV Hüttenberg in die 1. Liga geführt hatte, übernahm den HSC Coburg zur vergangenen Spielzeit. Nebenbei war er unter Martin Heuberger der Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Nach einem holprigen Saisonbeginn waren die Coburger nicht mehr zu bremsen, blieben 15 Spiele ohne Niederlage und starteten auch in der 2. Liga gleich durch: Nach dem 28:22-Auftakterfolg gegen den Mitaufsteiger SV Henstedt-Ulzburg demontierte der HSC den TV Hüttenberg in dessen Halle mit 29:19.

Jürgen Schweikardt zeigt sich davon nicht besonders überrascht. Allenfalls von der Höhe der Siege. „Wir wissen aus eigener Erfahrung, mit welcher Euphorie ein Aufsteiger in die Saison startet“, sagt er. Zudem sei Coburg kein Neuling der herkömmlichen Art. Fast alle Spieler hätten Erst- oder Zweitligaerfahrung, jede Position sei doppelt besetzt. „Coburg ist super aufgestellt und verfügt auch finanziell über genügend Potenzial.“ Schweikardt zählt den HSC zu den „sieben, acht besten“ Mannschaften der 2. Liga. „Wir stehen vor einer unserer schwierigsten Auswärtsaufgaben überhaupt.“ Andererseits sei’s eine große Herausforderung für sein Team, in der mit wahrscheinlich 3000 Fans besetzten Halle zu bestehen.

Dass sich der TVB gegenüber dem Spiel gegen den EHV Aue deutlich steigern muss, steht außer Frage. Große Stärke der Coburger ist die Defensive um den Mitteblock Till Riehn/Tomas Riha, dahinter steht mit dem Junioren-Weltmeister Oliver Krechel und dem norwegischen Routinier Havard Martinsen ein starkes Tohüterduo. Auch im Angriff hat Coburg einiges zu bieten: Der rechte Rückraumspieler Jiri Vitek bringt ebenso Erstligaerfahrung mit wie Matthias Gerlich, Sebastian Roth oder der Rechtsaußen Florian Billek. Über den Ex-Balinger oder Ronny Göhl sowie auf der anderen Seite Steffen Coßbau läuft der HSC eine gefährliche erste und zweite Welle. Die gilt’s für den TVB zu unterbinden. „Wir müssen unsere Angriffe konsequent zu Ende spielen und versuchen, selbst in die Gegenstöße zu kommen“, sagt Jürgen Schweikardt.

Am Kader wird sich gegenüber dem Aue-Spiel nichts ändern. Das heißt, aus dem Comeback von Kreisläufer Simon Baumgarten wird noch nichts. Gegen den TV Emsdetten im nächsten Heimspiel könnte es klappen.

Mit dem Fanbus zum Spiel

Der TVB setzt zum Spiel einen Fan-Bus ein. 15 Plätze sind noch frei. Kurzentschlossene sollten sich morgen bis spätestens 14.30 Uhr am Bittenfelder Vereinsheim einfinden. Wer ganz sicher gehen will, meldet sich an bei Marcel Dippon, md@tvb1898.de, ) 01 73/8 62 76 68.