Schweikardt ärgert sich über “halblebige” Würfe

Aller Anfang ist schwer. Das gilt auch für die Zweitliga-Handballer des TV Bittenfeld. In den ersten drei Pflichtspielen flutschte es längst nicht so wie gegen Ende der vergangenen Saison, wenigstens sprangen gegen den EHV Aue beim 29:26 zwei Punkte heraus. „Wenn wir in Coburg gewinnen wollen, müssen wir uns deutlich steigern“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt.

In eigener Halle hat der EHV Aue den TV Bittenfeld in den acht gemeinsamen Zweitligajahren das eine oder andere Mal geärgert. In Bittenfeld oder Stuttgart indes gab’s für die Erzgebirgler nie etwas zu holen – abgesehen vom 26. Dezember 2010, als der TVB beim 21:28 in der Porsche-Arena seinen wohl schwächsten Auftritt überhaupt in Stuttgart hatte.

Am Freitag nun, beim ersten Heimspiel in dieser Saison, hatten die Bittenfelder wieder allergrößte Mühe. Dabei waren die Voraussetzungen so schlecht nicht: Bis auf Patrik Kvalvik und Simon Baumgarten standen dem TVB-Trainer Jürgen Schweikardt alle Spieler zur Verfügung. Zudem war der Gegner mindestens genauso geschwächt. Mit Ladislav Brykner und Arni Sigtryggsson fehlte der komplette rechte Rückraum.

Die Verantwortung an den Nebenmann weitergegeben

Das war dem EHV Aue in der Scharrena auch deutlich anzumerken. „Unsere Abwehr hat es, im Verbund mit Jürgen Müller, vernünftig gemacht“, sagt Jürgen Schweikardt. Weniger einverstanden war der Bittenfelder Coach mit der Leistung seines Angriffs. „Das haben wir in Leipzig 40 Minuten lang deutlich besser gemacht.“ Etliche Würfe fanden gegen den EHV Aue gar nicht erst den Weg zum Tor, sondern landeten im Block der Gäste. „Da fehlte die Entschlossenheit, jeder hat die Verantwortung weitergegeben.“

Dass seine Spieler beim ersten Auftritt vor heimischem Publikum nervös waren, will Schweikardt nicht als Entschuldigung gelten lassen. „Wir haben’s einfach nicht gut gelöst.“ Erschwerend hinzu kam, dass Stützen wie Michael Schweikardt oder Lars Friedrich ein gutes Stück von ihrer Bestform entfernt waren. Wenig überraschend war, dass Dominik Weiß aufgrund fehlender Trainingseinheiten die Frische fehlte.

Gefreut hat sich der Coach über die Treffsicherheit seiner Außenspieler Tobias Schimmelbauer und Finn Kretschmer. Die gute Quote von den Außenpositionen alleine wird in Coburg nicht reichen. „Wir müssen uns eindeutig steigern.“ Der HSC Coburg ist für Schweikardt kein gewöhnlicher Aufsteiger. Der HSC ist mit 4:0 Punkten für Schweikardt die Mannschaft der Stunde und dürfte nach dem deutlichen 29:19-Sieg in Hüttenberg viel Selbstvertrauen haben. „Coburg hat seit Monaten kein Spiel mehr verloren, ist gespickt mit erst- und zweitligaerfahrenen Spielern.“ Schweikardt zählt den nächsten Gegner zu den sieben, acht stärksten Mannschaften der Liga.

Für den TVB gilt es nun, die Euphorie des Neulings zu bremsen – was schwierig werden dürfte. Schließlich haben die Coburger einen weiteren Trumpf: Im Schnitt 2500 Fans besuchten in der vergangenen Drittliga-Saison die Heimspiele ihres Teams, rund 3000 werden am Samstag gegen den TVB erwartet. „Da brauchen wir jeden unserer Zuschauer“, sagt Schweikardt. Er hofft, dass einige den TVB nach Oberfranken begleiten werden. Mit dem Zuspruch im ersten Heimspiel war der Trainer sehr zufrieden: Rund 1500 Plätze waren am Freitag in der Scharrena belegt. Das ist für ein Spiel mitten in den Ferien ein prima Wert.

Fan-Bus nach Coburg

Der TVB setzt zum Auswärtsspiel in Coburg am kommenden Samstag, 6. September (19.30 Uhr), einen Fan-Bus ein. Abfahrt am Bittenfelder Vereinsheim ist um 14.30 Uhr, Rückkehr etwa um 1 Uhr. Die Fahrtkosten betragen 10 Euro pro Person (ohne Eintrittskarte). Das Sitzplatz-Ticket kosten 15 Euro und wird vom TVB organisiert. Anmeldungen sind bis spätestens Donnerstag, 4. September, zu richten an md@tvb1898.de oder 07151/50001768.