Erstes Heimspiel: WILD BOYS gewinnen 29:26

Der Handball-Zweitligist TV Bittenfeld hat sein erstes Heimspiel in dieser Saison gewonnen. Das 29:26 (12:12) gegen den EHV Aue war allerdings eine äußert schwierige Geburt. 35 Minuten lang kämpfte der TVB mehr mit seinen Nerven als mit dem Gegner. Erst als Bittenfeld das Tempo anzog, ging Aue in die Knie. Eine starke Partie zeigten Torhüter Jürgen Müller, Richard Sundberg und vor allem Martin Kienzle.

Zwölf Tore hatten die Bittenfelder vor einer Woche in den ersten 30 Minuten in Leipzig erzielt, gestern Abend waren’s ebenso viele. Der große Unterschied: Die Wurfquote war furchterregend. 17 Fehlversuche, inklusive einem halben Dutzend geblockter Würfe, die meist der Ideenlosigkeit geschuldet waren, standen auf dem Zettel.

Glück hatte der TVB, dass sich der EHV Aue auch nicht viel besser anstellte in einem im ersten Spielabschnitt schwachen Zweitligaspiel. Das Heimteam agierte äußerst nervös, rannte zunächst einem – wenn auch knappen – Rückstand hinterher. Dem Neuzugang Finn Kretschmer gelang beim 6:5 nach zehn Minuten die erste Führung. Doch der TVB tat sich im Positionsangriff weiter schwer gegen die bewegliche Defensive der Gäste. Aktionen über den Kreis gab’s nicht. Lars Friedrich und Michael Schweikardt erwischten im Rückraum keinen guten Tag, Dominik Weiß fehlte nach seiner Krankheit die Kraft.

Folgerichtig holte sich Aue zweimal eine Zwei-Tore-Führung – beim 9:7 und 11:9. Florian Schöbinger besorgte nach dem ersten ordentlichen Kreisanspiel den 10:11-Anschluss (24.), Weiß das 12:12. Zur Pause blieb die Hoffnung, dass den stark ersatzgeschwächten Gästen irgendwann die Kräfte schwinden. Schließlich spielten sie mit den ersten Sechs im ersten Abschnitt mehr oder weniger durch.

Sa kam’s tatsächlich. Die Bittenfelder zogen nach dem Wechsel das Tempo an und agierten auch in der Defensive bissiger. Hier zeigte vor allem der junge Finne Richard Sundberg eine prima Leistung. Weil auch Torhüter Jürgen Müller immer besser in die Partie kam und Martin Kienzle nach seiner Einwechslung mit viel Zug und Mut auftrat, bekamen die Bittenfelder das Spiel nach und nach in den Griff. Nach dem 13:15-Rückstand (33.) folgte die beste Phase des TVB: Schimmelbauer glich zum 16:16 aus. Nach Kretschmers 20:17 schien das Selbstvertrauen zurück beim TVB, der auch spielerisch zulegte. Spätestens nach Schöbingers Treffer zum 22:17 (46.) hatte Bittenfeld deutlich Oberwasser. Entschieden indes war das Spiel noch längst nicht.

Kienzle scheiterte an EHV-Keeper Radek Musil, dann fanden sich mit Sundberg und Friedrich gleich zwei Bittenfelder für zwei Minuten auf der Strafbank wieder. Aue kämpfte, kam auf 20:22 heran – doch Kienzle traf in Unterzahl zum wichtigen 23:20 (49.).

Nach dem 25:21 nahm der Gästetrainer Runar Sigtryggsson in Unterzahl seinen Torhüter vom Platz zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers. Diese Variante hing jedoch nach hinten los: Tobias Schimmelbauer und Finn Kretschmer machten mit dem 27:22 fünf Minuten vor dem Ende alles klar. Aue war mit den Kräften am Ende, beim 29:23 (56.) sah’s nach einer deutlichen Niederlage aus. Daraus indes wurde nichts, weil beim TVB in den Schlussminuten die Konzentration nachließ. Am Ende war das 29:26 ein gerechtes Resultat.

Im nächsten Auswärtsspiel in Coburg dürfte die Leistung aus den ersten 30 Minuten allerdings kaum reichen: Der Aufsteiger deklassierte gestern den TV Hüttenberg in dessen Halle mit 29:19.

TV Bittenfeld:
Jerkovic, Müller; Schimmelbauer (5), Schöbinger (3), Kienzle (7/2), Schweikardt (1), Friedrich (2), M’Bengue (1), Bischoff, Sundberg, Seiz, Heib (1), Kretschmer (5), Weiß (4).

EHV Aue:
Musil, Petursson; Schäfer, Meinhardt (6/3), Roch (3), Mägi (2), Sommer (4), Faith (5), Gunnarsson, Mazur (1), Kempe (4), Duschek (1), Paraschiv, Runarsson.