Erste Niederlage im ersten Saisonsspiel

Handball-Zweitligist TV Bittenfeld 1898 ist zum zweiten Mal in Leipzig gescheitert. Drei Tage nach dem Pokalaus gegen den SC DHfK Leipzig in der ersten Runde unterlag ein stark ersatzgeschwächter TVB zum Saisonauftakt erneut dem Aufstiegskandidaten. Martin Kienzle war mit fünf Treffern erfolgreichster Schütze seines Teams.

Einen solchen Saisonstart wünschten sich die Fans des TV Bittenfeld 1898 sicherlich nicht. Nach der erfolgreichen vergangenen Saison mit dem vierten Tabellenplatz und nur einem fehlenden Punkt zum Aufstieg, waren die Erwartungen bei den Anhängern des TVB sehr hoch. Das teilweise neu formierte Team musste allerdings stark ersatzgeschwächt antreten: Nicht eingesetzt werden konnten Simon Baumgarten, Patrik Kvalvik und Dominik Weiß. Das Trainerteam musste in der Abwehr kräftig umstellen – aber dies sollte vor allem gleich zu Beginn sehr gut funktionieren.

Denn der TVB legte einen Traumstart in fremder Halle hin, führte nach zehn Minuten mit 4:1 und erhöhte durch Lars Friedrichs Rückraumtreffer zum 8:2 (18.). Vor allem die kompakte Abwehrleistung mit einem gut agierenden Dragan Jerkovic im Tor stellte den SC-Angriff vor eine unüberwindbare Aufgabe. Trotz des guten Auftritts gelangte nach zwanzig Minuten spürbar Sand ins Getriebe, der TVB schien den roten Faden zu verlieren. Unnötige technische Fehler und eigene Fehlwürfe eröffneten Leipzig zahlreiche Chancen, die genutzt wurden.

„Die letzten zehn Minuten vor der Halbzeit agierten wir schlecht, wir haben leider zu viele einfache Fehler im Spielaufbau gemacht, die den Gegner stark gemacht haben. Normalerweise müssen wir mit einem höheren Vorsprung in die Pause gehen“ sagte Jürgen Schweikardt zu dieser Schwächephase seines Teams, in der auch zwei Siebenmeter vergeben wurden. Dennoch konnte der Rems-Murr-Kreis-Vertreter mit einer 12:10-Führung die Seiten wechseln.

Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit kassierten die Bittenfelder in Unterzahl den schnellen 12:12-Ausgleich (32.). Leipzigs erfolgreichster Schütze Lucas Krzikalla stellte die 16:14-Führung (42.) für die Hausherren her. Djibril M’Bengue nutzte die gute Parade von Jerkovic zum 15:16, scheiterte eine Minute später jedoch genau wie Richard Sundberg und Kollegen am Pfosten. Ein weiterer Fehlwurf und ein Stürmerfoul seitens des TVB brachten den SC nach 47 Minuten erstmals mit vier Toren in Front (19:15), die Partie schien den WILD BOYS zu entgleiten.

Doch dem engagiert auftretenden TVB gelang sogar in Unterzahl noch der 18:19-Anschlusstreffer (52.) durch M’Bengue. Das kurze Strohfeuer hielt allerdings nur bis zur nächsten Zeitstrafe, die der gut aufspielende Sundberg absitzen musste. Leipzig setzte weitere Treffer und konnte sich auf die Dienste seines Torhüters Felix Storbeck verlassen, der alleine in den letzten sechs Spielminuten fünf Glanzparaden gegen geschwächte Bittenfelder zeigte. Mangelnde Chancenverwertung bedingt durch die nicht mehr zwingend genug durchgeführten Angriffe des TVB sorgten vier Minuten vor dem Ende durch den einzigen Treffer von Lukas Binder zum 23:19 für die Entscheidung.

„Mit der Leistung unserer Spieler sind wir sehr zufrieden, vor allem in der ersten Viertelstunde stand unsere Abwehr überragend und ließ gerademal zwei Gegentreffer zu“, sagte Jürgen Schweikardt nach dem Spiel. „Im zweiten Durchgang hat man dann aber gesehen, dass die Kräfte schwanden, dass uns einfach die Alternativen zum Wechseln gefehlt haben. Auch die Abwehr stand nicht mehr so kompakt wie zuvor.“

In der kommenden Woche steht für den TV Bittenfeld 1898 das erste Heimspiel in der Stuttgarter SCHARRena gegen den EHV Aue an. Die Mannschaft muss unbedingt punkten, um einen frühzeitigen Fehlstart in die Saison zu vermeiden.


SC DHfK Leipzig:

Storbeck, Tovas – Emanuel (2), Quist (2), Krzikalla (6), Pöter (1), Oehlrich, Binder (1/1), Roscheck (1), Weber (5), Milosevic (3), Pechstein (2), Streitenberger, Greß.

TV Bittenfeld 1898:
Müller, Jerkovic – Schimmelbauer (1), Schöbinger (3), Kienzle (5/1), Schweikardt (1), Friedrich (2), M’Bengue (3), Bischoff, Sundberg, Seiz, Heib (3/2), Kretschmer (1).