Starke WILD BOYS besiegen auch Ex-Erstligisten

Zumindest bis heute Abend dürfen die Zweitliga-Handballer des TV Bittenfeld vom Aufstieg träumen. Bei TUSEM Essen hat sich der TVB gestern Abend nach einer sehr guten Leistung deutlich und verdient mit 29:24 (12:12) durchgesetzt. Lars Friedrich feierte ein starkes Comeback, Torhüter Jürgen Müller präsentierte sich ebenfalls in einer prima Form.

„So wie in der zweiten Halbzeit möchten wir Handball spielen“, sagte der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt unmittelbar nach Spielschluss – und schickte ein Sonderlob in Richtung Lars Friedrich. Trotz Schmerzen habe er sich in den Dienst der Mannschaft gestellt und maßgeblichen Anteil am Auswärtssieg gehabt.

Der Start war noch etwas holprig gewesen. Nach dem schnellen 1:3-Rückstand glich der TVB zwar zum 4:4 aus, fortan indes lief er einem Rückstand hinterher. Die Abwehr hatte Probleme mit dem linken Rückraumspieler der Essener. Beim 8:5 hatte Julius Kühn bereits dreimal getroffen, nach 16 Minuten nahm Schweikardt die Auszeit. Im Bittenfelder Angriff strahlte bis dahin lediglich Dominik Weiß Torgefahr aus, also schickte der Trainer die angeschlagenen Simon Baumgarten und Lars Friedrich aufs Feld.

Der TUSEM blieb jedoch am Drücker, führte mehrfach mit drei Toren. Der TVB ließ sich jedoch nicht abschütteln, der künftige Essener Dennis Szczesny erzielte Sekunden vor der Halbzeitsirene den aus Bittenfelder Sicht glücklichen 12:12-Ausgleich, an dem auch der immer stärker werdende Jürgen Müller seinen Anteil hatte.

„Wir haben uns in der Halbzeit gesagt, jeder muss zehn Prozent drauflegen“, so Schweikardt. Gesagt, getan: Die Bittenfelder agierten in der Defensive nun deutlich aggressiver, auch vorne war mehr Zug im Spiel. Über 15:13 und 17:14 erspielte und erkämpfte sich der TVB beim 19:15 (39.) die Vier-Tore-Führung. Weiß legte nach 44 Minuten mit seinem siebten Treffer zum 22:17 nach – die Gäste hatten die Partie im Griff.

Richtig ins Rollen kamen nun der Spielmacher Alexander Heib und Friedrich, auch der Linksaußen Tobias Schimmelbauer erzielte wichtige Tore. Zehn Minuten vor dem Ende nährte Niclas Pieczkowski mit dem 21:24 noch einmal die Hoffnungen zumindest auf einen Punkt, der für den TVB das Aus im Aufstiegsrennen bedeutet hätte. Ein Doppelschlag von Schimmelbauer und Florian Schöbinger zum 26:21 (52.) brachte die Vorentscheidung – zumal Müller seine Form konservierte.

Nach Friedrichs Treffer zum 27:22 (54.) war die Partie gelaufen. Der TVB blieb konzentriert und holte sich mit 29:24 die so wichtigen Punkte. Sollte der HC Erlangen heute Abend in Bietigheim verlieren, stünde die SG als zweiter Aufsteiger in die 1. Liga fest. Und die Franken müssten am letzten Spieltag zittern: Der SC DHfK Leipzig und der TVB könnten sie noch auf der Zielgeraden abfangen. „Ich bin mit meiner Mannschaft heute super zufrieden“, sagte Jürgen Schweikardt. „Wir haben gewonnen, mehr können wir nicht tun.“ Jetzt heißt es warten und auf das kleine Wunder hoffen.

TUSEM Essen:
Bliß, Vukas; Kühn (6), Keller, Leenders, Pöter, Bouali, Pieczkowski (3), Seidel (4/3), Hornyak (2), Schetters, Pinto (3), Ridder (1), Kropp (5).

TV Bittenfeld 1898:
Müller, Jerkovic, Sdunek; Schimmelbauer (5), Schöbinger (2), Kienzle, Weiß (7), Friedrich (7/1), M’Bengue, Jungwirth (4), Baumgarten, Seiz (2/2), Szczesny (2), Heib.