30 furiose Minuten reichen dem TVB

Bereits zur Halbzeit ist die Handball-Zweitliga-Partie gestern Abend in der Stuttgarter Scharrena entschieden gewesen: Mit 20:7 demütigte der TV Bittenfeld 1898 die SG Leutershausen vor 1783 Fans. Nach der Pause ließ es der TVB ein wenig zu gemächlich angehen, der 32:22-Sieg war freilich nie gefährdet. Djibril M’Bengue warmit sieben Treffern der erfolgreichste Werfer.

Ohne seine verletzten Stammspieler Michael Schweikardt, Simon Baumgarten und Lars Friedrich musste der TVB gegen die „Roten Teufel“ von der Bergstraße antreten. Die Gäste, die zuletzt den Tabellenzweiten HC Erlangen hatten zittern lassen, präsentierten sich allerdings zunächst eher als Teufelchen und schienen zur Halbzeit in ein schlimmes Debakel zu schlittern.

Die Bittenfelder legten im Eiltempo los,nach sechs Minuten führten sie mit 5:0. Djibril M’Bengue, der Friedrich im rechten Rückraum vertrat, kam dabei prima ins Spiel. Beim 7:2 hatte er bereits dreimal getroffen. Leutershausen versuchte, mit einer verlagerten 5:1-Deckung den Spielfluss des TVB zu stören. Der jedoch hatte sich darauf eingestellt und zeigte auch in der Defensive jene Aggressivität, die den Gästen überhaupt nicht schmeckte. Sie leisteten sich Fehlabspiele en masse, der TVB konterte die SG gnadenlos aus. Dabei glänzte der Torhüter Dragan Jerkovic nicht nur mit starken Paraden – er hielt unter anderem drei Siebenmeter –, sondern auch mit punktgenauen Anspielen.

Der Gäste-Trainer Marc Nagel musste dem Treiben vom Spielfeldrand tatenlos zusehen. Nach 15 Minuten, beim 14:5, nahm er schon seine zweite Auszeit. Die Umstellung auf die 6:0-Deckung fruchtete ebenso wenig wie der Torhüterwechsel. Die Bittenfelder nahmen den Gegner nach allen Regeln der Kunst auseinander, die Fans feierten ihre Mannschaft mit der La Ola. Nach M’Bengues Treffer zum 20:7 waren die Roten Teufel wenigstens für 15 Minuten erlöst.

Wer im zweiten Spielabschnitt ein ähnliches Spektakel erhoffte, der wurde enttäuscht. Nagel hatte seine Spieler offensichtlich an der Ehre gepackt. Sie kämpften, gingen aggressiver in der Deckung zu Werke.

Und der TVB? Der ließ es angesichts der schier uneinholbaren Führung etwas gemütlicher angehen. Die Spannung und Konzentration waren hinten wie vorne weg. Binnen zwölf Minuten war der 13-Tore-Vorsprung beim 23:15 auf acht Treffer geschmolzen. Es bestand zwar kein Grund zur Beunruhigung, doch nach den fulminanten ersten 30 Minuten waren die Zuschauer eben verwöhnt. Leutershausen zeigte Moral und nutzte die eine oder andere halbherzige Defensivaktion des TVB, der sich auch vorne nun viel zu viele leichte Fehler leistete.

Die Bittenfelder bauten merklich ab – und waren dabei in bester Gesellschaft: Die Schiedsrichter Frederic Linker und Sascha Schmidt zeigten eine ganz schwache Leistung. Nur gut, dass die Partie früh entschieden war. Einer hitzigen Schlussphase wären die beiden wohl kaum gewachsen gewesen. Sechs Minuten vor dem Ende zeigten sie Dominik Weiß nach einem Foul die Rote Karte. Da stand’s 27:18, am Ende waren die Leutershausener mit dem 32:22 noch gut bedient.

TV Bittenfeld 1898:

Müller, Jerkovic, Sdunek – Schimmelbauer (5), Schöbinger (3), Kienzle, Weiß (4), Kuhnle, Jungwirth (2), Bischoff (2), Seiz (4/4), Szczesny (3), Heib ((2/1), M’Bengue (7).

SG Leutershausen:

Hübe, Koch, Ullrich – Wilde (1),Räpple (4/1), Ruß, Prestel (4), Volk (1), Durak (5/1), Geppert (3 ), Conrad, Dippe (3), Engels, Schulz (1).