WILD BOYS trotzen dem Zweiten einen Punkt ab

Der TV Bittenfeld 1898 hat beim heimstarken Aufstiegsaspiranten HC Erlangen nach starkem Kampf einen Punkt geholt. Beim 24:24 (12:15) erzwang sich der TVB einen Traumstart und spielte eine überragende erste Halbzeit. Im zweiten Durchgang ließ Bittenfeld dann zu viele Chancen liegen, um sogar beide Zähler aus Mittelfranken entführen zu können.

Es gab bislang nicht viele Spiele in dieser Saison, in der die WILD BOYS des TV Bittenfeld 1898 einen derartig guten Start erwischten. Vor allem nicht in fremder Halle und schon gar nicht bei einem Spitzenteam wie dem HC Erlangen. Dem TVB gelang dies am Mittwochabend in der „Karl-Heinz-Hirsemann-Hölle“ eindringlich, obwohl das Team mit personellen Sorgen angereist war. Spielmacher Michael Schweikardt und Torhüter Daniel Sdunek fielen erneut verletzungsbedingt aus. Hinzu kam am Dienstag die Trainingsverletzung von Simon Baumgarten (Leberprellung) – seinen Part am Kreis übernahmen Florian Schöbinger sowie Alexander Bischoff.

Der stark aufspielende Alexander Heib traf nach eineinhalb Minuten zum 1:0 für den TVB, Lars Friedrich und Schöbinger legten zum 3:1 nach. Bis zum 3:5 (8.) durch Oliver Hess konnten die Hausherren dem stürmenden TVB Paroli bieten, dann erwischte der Rems-Murr-Kreis-Vertreter eine überragende Phase, in der alles passte. Über einen gut haltenden Dragan Jerkovic und einer sicheren Abwehrformation zog Bittenfeld auf 11:4 (16.) davon, Peter Jungwirth traf per Konter gleich dreimal. Selbst die erste Zeitstrafe gegen Dennis Szczesny überstand Bittenfeld dank einer überragenden Abwehrleistung unbeschadet.

Erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit besann sich der HC Erlangen auf seine Stärken. Motiviert durch die guten Paraden von Torhüter Andreas Bayerschmidt lief nun auch das Prunkstück des HC, die Abwehr, auf Hochtouren. Allein Ex-Nationalspieler Sebastian Preiß blockte in den letzten Minuten drei Würfe des Bittenfelder Rückraums, die im Gegenzug per Konter erfolgreich in Tore umgemünzt wurden. So verkürzten die Hausherren zum Pausenpfiff auf 12:15.

Kurz nach Wiederbeginn schien der TVB weiterhin alles im Griff zu haben, führte durch Allrounder Schöbinger mit 17:14 (34.). Einige Bayerschmidt-Paraden später, zudem sich technische Fehler des TVB gesellten, erlangte der HC den erneuten Ausgleich – das 17:17 (38.) durch Ole Rahmel markierte den Startschuss für eine sehr ausgeglichene Partie, die bis zur letzten Minute offen blieb.

In der munteren Begegnung durchlebten beide Mannschaften die gesamte Bandbreite, die der Handballsport zu bieten hat. Pfostentreffer auf beiden Seiten, gute Paraden des jetzt eingewechselten Jürgen Müller, Kontertreffer und verworfene Siebenmeter. Beide Fanlager – über 80 Bittenfelder Fans waren nach Erlangen gereist – durchlebten ein intensiv und fair geführtes spannendes Bundesliga-Duell, das nach Schöbingers 21:21-Treffer immer noch keinen Sieger fand.

Vor allem in den Schlussminuten lief der HC-Torhüter nun zur Hochform für sein Team auf und vereitelte zahlreiche Bittenfelder Großchancen, die eine Entscheidung bedeutet hätten. Als eine knappe Minute vor dem Ende Preiß zum 24:23 erhöhte, war der TVB gefordert. Mit der eigenen Fanunterstützung im Rücken gelang dem Team durch Dominik Weiß tatsächlich noch der hochverdiente Ausgleichstreffer, der Bittenfeld zumindest einen Punkt bescherte.

HC Erlangen:
Stochl, Bayerschmidt, Selke – Weltgen (2), Schwandner (1), Murawski (1), J.Link (4), Preiß (2), Nienhaus, Hess (4), Pankofer, Rahmel (7), Halota, N.Link (3).

TV Bittenfeld 1898:
Müller, Jerkovic – Schimmelbauer (2), Schöbinger (5), Kienzle, Weiß (5), Friedrich (4), M’Bengue, Jungwirth (4), Bischoff, Seiz (2/2), Szczesny, Heib (2).