Bittenfeld bangt um Schweikardt

Hält der TV Bittenfeld den Kontakt zu den Aufstiegsplätzen? Bereits heute Abend ist der Zweitligist im hohen Norden gefordert: In der Lübecker Hansehalle möchte der VfL Bad Schwartau dem TVB die Osterlaune verderben. Bei den Bittenfeldern sind der Spielmacher Michael Schweikardt und der Torhüter Dragan Jerkovic angeschlagen.

Hin und wieder hilft ein Blick auf die Statistik, um die Stärke eines Gegners einzuschätzen. In zwölf Partien ging Bad Schwartau in dieser Saison als Verlierer vom Spielfeld. Das reicht natürlich nicht für einen Platz im vorderen Tabellenviertel. Mit ein bisschen mehr Glück indes stünde der VfL ganz in der Nähe des TVB: Gleich sieben Spiele verlor das Team von Trainer Torge Greve mit nur einem Tor Differenz – unter anderem gegen die Top-Teams HSG Nordhorn-Lingen, SG BBM Bietigheim und SC DHfK Leipzig. Der Spitzenreiter TSG Friesenheim (22:26) und der Tabellenzweite HC Erlangen (24:26) gingen in der stimmungsvollen Lübecker Hansehalle leer aus.

„Wir haben großen Respekt vor Bad Schwartau“, sagt der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt. Der VfL habe ein eingespieltes Team, das vor allem zu Hause auf sehr hohem Niveau spiele. Sehr gut besetzt sei die Mannschaft im Rückraum mit den beiden ehemaligen Hamburgern Jan Schult und Marcel Schliedermann, dem besten Torschützen Toni Podpolinski – er traf zuletzt beim 35:28-Sieg in Hüttenberg zehnmal –, sowie auf den Außenpositionen mit Dennis Tretow und Nils Kretschmer.

Für Letzteren wird’s ein ganz besonderes Spiel: Kretschmer trägt in der nächsten Saison das Bittenfelder Trikot. „Er wird die Sache sicher professionell angehen und uns zeigen wollen, wie gut er ist“, sagt Jürgen Schweikardt. Und die Bittenfelder werden ihrem Neuzugang sicherlich beweisen wollen, dass er mit dem TVB die richtige Wahl getroffen hat. „Wir möchten oben dranbleiben und brauchen deshalb einen Sieg.“

Voraussetzung sei eine ähnlich starke Abwehr wie in den drei jüngsten Spielen. Auch die Angriffsleistung sei deutlich besser als in der Hinrunde, sagt Schweikardt. Ob sein Bruder Michael heute wird mithelfen können, stand gestern noch nicht fest: Der Spielmacher hat sich in der Partie gegen Rostock bei einer Abwehraktion an der Schulter verletzt. Die exakte Diagnose steht noch aus. Zudem könnte eine langwierige Adduktorenverletzung den zweiten Pflichtspieleinsatz des Torhüters Dragan Jerkovic verhindern.

Apropos Torhüter: Die Bad Schwartauer haben auf dieser Position einen der charismatischen Sorte: Der ehemalige argentinische Nationaltorhüter Ariel Panzer ist mit seinen 40 Jahren nicht nur äußerst routiniert, er ist auch der große Rückhalt seines Teams. Im Hinspiel hatten die Bittenfelder beim 30:26-Erfolg mehr Mühe mit dem Gegner, als es das Resultat ausdrückt. Eine Niederlage ließe den Rückstand der Bittenfelder auf den dritten Aufstiegsrang auf mindestens drei Punkte anwachsen.

Das interessanteste Duell des 30. Spieltags findet in Leipzig statt, wo der Tabellendritte den Vierten Bietigheim erwartet. Für Letzteren steht eine womöglich vorentscheidende Woche an: Bereits am Mittwoch müssen die Bietigheimer beim Spitzenreiter TSG Friesenheim ran. Sollten sie beide Spiele für sich entscheiden, hätten sie hervorragende Karten im Rennen um Rang drei.

Info

Der TVB plant die nächste Fanbus-Fahrt am Mittwoch, 30. April, zum Tabellenzweiten HC Erlangen. Spielbeginn ist um 20 Uhr, der Bus fährt um 16 Uhr am Vereinsheim in Bittenfeld ab. Kosten: 5 Euro pro Person für die Fahrt, Eintrittskarte 11 Euro pro Stehplatz (es sind nur noch Stehplätze verfügbar). Anmeldungen verbindlich an: md@tvb1898.de (Marcel Dippon).