Abwehrbollwerk sichert SCHARRena-Heimsieg

Mit einer vor allem in den ersten 30 Minuten beeindruckenden Leistung hat der Handball-Zweitligist TV Bittenfeld gestern Abend vor 1458 Fans in der Scharrena den Tabellendritten HSG Nordhorn-Lingen klar mit 23:17 in die Schranken gewiesen. Damit bleibt der TVB im Wettbewerb um die drei Aufstiegsplätze.

Was die Bittenfelder im ersten Spielabschnitt auf die Platte legten, war erste Sahne. Von der ersten Minute an spielte der TVB hochkonzentriert, beweglich und aggressiv in der Abwehr vor dem starken Torhüter Jürgen Müller. Und vorne war die Effektivität kaum zu überbieten. Die Bittenfelder leisteten sich kaum eine Handvoll Fehlwürfe, die Nordhorner Keeper Björn Buhrmester und Dennis Bartels hielten zusammen nur drei Bälle.

Die Bittenfelder zogen den zunächst träge auftretenden Gästen mit ihrer kompakten Deckung früh den Zahn und legten, angeführt von Michael Schweikardt und dem treffsicheren Lars Friedrich, ein hohes Tempo vor. Über 3:0 erspielte sich der TVB nach 13 Minuten die 7:2-Führung, vier Minuten später stand’s 11:4. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Nordhorner Trainer Heiner Bültmann bereits zweimal seine Mannen zur Auszeit gebeten.

Möglicherweise wollte der Tabellendritte den TVB mit seinen elend langen Angriffen, die oft viel zu spät von den Schiedsrichtern Thomas Kern und Thorsten Kuschel unterbunden wurden, einschläfern. Das indes gelang selten, die Bittenfelder Defensive um Abwehrchef Florian Schöbinger hielt die Konzentration hoch. Zur Halbzeit war beim 15:7, nach einer famosen Vorstellung des TVB, die Vorentscheidung gefallen.

Nach der Pause machte Bittenfeld schnell alles klar: Friedrich, Tobias Schimmelbauer und Peter Jungwirth legten zum 18:7 nach (34.). In dieser Deutlichkeit jedoch ging’s nicht weiter. Mit vier Toren infolge zum 18:11 stellte Nordhorn seine Anwesenheit unter Beweis. Die Gäste wirkten nun wacher, wollten sich offensichtlich nicht wehrlos ergeben. Buhrmester kam besser ins Spiel, die Bittenfelder verloren etwas die Konzentration im Abschluss, die Angriffe liefen nicht mehr so flüssig. Beim 21:11 nach 43 Minuten deutete dennoch alles auf ein Debakel für Nordhorn hin.

Dazu kam’s allerdings nicht, weil die Bittenfelder eine recht lange Schwächephase hatten: Binnen 14 Minuten blieben sie ohne Treffer, mit fünf Toren hintereinander gestaltete die HSG das Ergebnis beim 21:16 (57.) deutlich freundlicher. In Gefahr freilich geriet der Bittenfelder Sieg nie, am Ende stand der überraschend souveräne 23:17-Erfolg. Bei zwei Punkten Rückstand auf Rang drei liegt der TVB nach wie vor gut im Rennen.

TV Bittenfeld: Müller, Sdunek; Schimmelbauer (4), Schöbinger, Weiß (5), Schweikardt (2), Friedrich (5), M’Bengue, Jungwirth (3), Baumgarten (3), Seiz, Sczcesny (1), Heib, Bischoff.

HSG Nordhorn-Lingen: Buhrmester, Bartels; Verjans (1), Schumann, Mickal (2), Miedema (2), Meyer (5), Schagen (5/2), Poll, Trodler, Terwolbeck, de Boer, Wiese (2).