Schwacher Angriff: Serie des TVB reißt

Sieben Spiele hintereinander hatte der Handball-Zweitligist TV Bittenfeld nicht verloren, gestern Abend ist diese Serie gerissen: Beim Erstliga-Absteiger TV Großwallstadt unterlag der TVB verdientermaßen mit 22:28 (10:13) und war ein gutes Stück von seiner Form entfernt. Gleich reihenweise scheiterten die Bittenfelder am starken Torhüter Mathias Lenz.

22 Tore reichen, allen voran auswärts, in der Regel nicht zu einem Sieg. So war’s auch gestern in Aschaffenburg: Nach 60 Minuten standen 26 Fehlwürfe auf dem Zettel, inklusive drei Siebenmeter. Entsprechend enttäuscht war der Bittenfelder Trainer kurz nach dem Spiel. „Das war von Anfang bis Ende kein gutes Spiel von uns“, sagte Jürgen Schweikardt. „Vor allem natürlich im Angriff. Wir haben hier hochverdient verloren. Kämpferisch kann ich meiner Mannschaft jedoch keinen Vorwurf machen.“

Spielerisch indes erreichte der TVB nicht das Niveau der vergangenen Wochen – dabei sah’s nach einer Viertelstunde noch ganz gut aus. Mit 6:5 führten die Gäste zu diesem Zeitpunkt, die Bittenfelder ließen sich auch nicht durch etliche Zeitstrafen durcheinanderbringen. Im Gegenteil: Gleich dreimal gelang dem TVB in Unterzahl ein Tor.

Dann jedoch kippte das Spiel zugunsten des TV Großwallstadt, der drei Treffer infolge erzielte und mit zunehmender Spieldauer von der schwachen Chancenverwertung der Bittenfelder profitierte. Die schossen den Großwallstädter Keeper Mathias Lenz regelrecht warm, scheiterten dreimal von Siebenmeterstrich. Zu allem Unglück kassierte der TVB Sekunden vor dem Ende der ersten 30 Minuten zwei Zeitstrafen auf einmal.

Mit dem 10:13-Rückstand und zwei Spielern weniger auf dem Feld kam der TVB aus der Kabine. Der Ex-Erstligist nutzte diese numerische Überlegenheit clever aus, baute den Vorsprung auf 15:11 aus (33.). Bei Bittenfeld kam Jürgen Müller für Daniel Sdunek, doch der Vorteil auf der Torhüterposition blieb auf der Seite der Gastgeber – wobei die Bittenfelder Deckung auch zu oft einen Schritt zu spät dran war.

Der TVB rannte dem Rückstand weiter hinterher. Simon Baumgarten, noch einer der treffsichersten im Team, brachte die Gäste auf 16:18 und 17:19 heran. Da blieb den Bittenfeldern noch eine Viertelstunde, um das Spiel zu drehen. Allerdings wollten sie offensichtlich zu schnell die Wende erzwingen. Im Übereifer schlossen sie entweder zu überhastet ab oder nahmen sich schlechte Würfe, mit denen Lenz nicht zu überwinden war. Auf der anderen Seite hatten die Bittenfelder enorme Probleme mit dem TVG-Rechtsaußen Michael Spatz, Chen Pomeranz zog zudem geschickt die Fäden.

Großwallstadt zog auf 23:19 (49.) davon. Beim 20:25 aus Bittenfelder Sicht versuchte Trainer Schweikardt seine Spieler neu einzustimmen. Schließlich ist in zehn Minuten schon so manches Spiel gedreht worden. Gestern Abend jedoch waren die Kräfteverhältnisse zu eindeutig verteilt.

Der TVB warf Lenz weiter zum Helden, Großwallstadt feierte den verdienten und überraschend hohen 28:22-Sieg gegen ein Bittenfelder Team, in dem kein Spieler seine Normalform erreichte.

Am Mittwoch in der Scharrena (20 Uhr) muss der TV Bittenfeld wieder anders auftreten, ansonsten wird er gegen den Tabellendritten HSG Nordhorn-Lingen nicht zu Punkten kommen.

TV Großwallstadt:
Lenz, Putera – Spatz (5), Fridgeirsson (2), Henkel, Lopez (3), Holst (6/3), Jakobsson, Kajic (2), Stark (1), Kretschmer, Fuchs, Pomeranz (5), Kohlbacher (4).

TV Bittenfeld:
Müller, Sdunek – Schimmelbauer (3), Schöbinger, Weiß (1), Schweikardt (2), Friedrich (7/1), M’Bengue, Jungwirth, Baumgarten (6), Seiz, Szczesny (2), Heib (1/1).