“Großwallstadt spielt völlig druckfrei”

Die englische Woche für den TV Bittenfeld hat es in sich: Am Freitag wartet der TV Großwallstadt, am Mittwoch kommt der Dritte HSG Nordhorn-Lingen in die Scharrena und drei Tage später geht’s nach Leipzig. Großwallstadt ist im Aufwind, die anderen beiden Gegner wollen in die 1. Liga. „Das sind dicke Bretter, die wir bohren müssen“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt.

Das 26:26 gegen die TSF Friesenheim nach zuvor sechs Siegen in Serie war nur ein kleiner Schönheitsfleck, der TVB hat unvermindert Kontakt zu den Aufstiegsrängen. „Natürlich möchten wir so lange wie möglich vorne dabei bleiben“, sagt der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt. Jeder indes sei sich im Klaren darüber, wie schnell der graue Alltag wieder einkehren könnte „bei zwei, drei Niederlagen“.

Damit jedoch möchten sich die Bittenfelder ebenso wenig beschäftigen wie mit dem Aufstieg. Dass in jedem Spiel höchste Aufmerksamkeit vonnöten ist, musste zuletzt der neue Tabellenführer HC Erlangen gegen den abstiegsgefährdeten DJK Rimpar Wölfe erkennen. Viereinhalb Minuten vor dem Ende lag der Favorit mit 20:23 hinten und drehte die Partie noch zum 24:23-Sieg.

Mit den unbequemen Rimparern bekommt es der TVB auch noch zu tun, zuvor aber warten jede Menge Herkulesaufgaben. Heute Abend beispielsweise treffen die Bittenfelder auf eine der wenigen Mannschaften der Liga, welche die restlichen 13 Spiele relativ locker angehen lassen können: Neun Pluspunkte Polster hat der TV Großwallstadt auf die Abstiegsränge, sechs Zähler Rückstand sind’s auf Rang drei. „Großwallstadt spielt völlig druckfrei“, sagt Schweikardt.

Vor der Saison war Großwallstadt, als Absteiger aus der 1. Liga, für viele einer der aussichtsreichsten Aufstiegskandidaten. Mit einem neu formierten Team und dem neuen Trainer Khalid Khan hatte der TVG allerdings erhebliche Anpassungsschwierigkeiten. Kaum hatte sich die Mannschaft einigermaßen eingespielt, trat der Trainer aus persönlichen Gründen zurück. Maik Handschke übernahm – und wieder dauerte es eine Weile, bis der Traditionsclub in die Gänge kam. Spätestens seit dem 32:22-Kantersieg gegen Empor Rostock und dem 34:26-Auswärtssieg am Dienstag gegen Hamm ist mit dem Bittenfelder Gegner also wieder zu rechnen. Auch davor hatte Großwallstadt mit einigen Siegen seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt: Es trotzte dem TVB und Erlangen einen Punkt ab, schlug Bietigheim und Nordhorn.

Großwallstadt hat den einen oder anderen herausragenden Akteur in seinen Reihen – und immerhin sechs ehemalige oder aktuelle Nationalspieler. Chen Pomeranz zieht im Rückraum die Fäden, der Rechtsaußen Michael Spatz ist der beste Torschütze im Team. Durchschlagskräftig im rechten Rückraum ist der Spanier Hugo Lopez. Nicht zu spaßen ist mit dem isländischen Abwehrchef Sverre Jakobsson. Im Hinspiel, beim 25:25-Unentschieden in der Porsche-Arena, verzweifelten die Bittenfelder an Milos Putera, dem 40-fachen slowakischen Nationaltorhüter.

Schweikardt hofft, dass sein Team an die Leistung aus dem Friesenheim-Spiel anknüpfen wird. „Mit jedem Erfolgserlebnis werden wir stabiler“, sagt er. „Wichtig ist, dass wir bei allen Aktionen die Konzentration hochhalten.“

Fehlen wird beim TVB Martin Kienzle. Er muss nach einem Arbeitsunfall (Finger) anderthalb Wochen lang pausieren.