Schweikardt warnt vor Selbstzufriedenheit

Die Brust des Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld ist nach dem fünften Sieg in Serie noch breiter geworden. „Sicherlich haben wir gut gespielt und sind jetzt vorne dabei“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. „Es gibt aber keinen Grund zur Euphorie.“ Um das Niveau zu halten, müsse seine Mannschaft Woche für Woche hart arbeiten.

Um zwei Uhr in der Nacht von Sonntag auf Montag waren die Bittenfelder wieder zurück in der Heimat – mit zwei Punkten mehr auf dem Konto und natürlich bester Laune. In elf Spielen zuvor hat lediglich der HC Empor Rostock die Punkte aus der Hildesheimer Sparkassen-Arena mitgenommen beim 29:26-Erfolg. Der TV Bittenfeld ließ der Eintracht am Sonntag keine Chance, dominierte beim 33:25-Sieg über 60 Minuten hinweg. „Wir wussten, dass wir in Hildesheim eine Chance haben würden“, sagt der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt. Ein Sieg in dieser Deutlichkeit indes sei sicher nicht zu erwarten gewesen. Nicht eben von Nachteil war für den TVB, dass der Hildesheimer Trainer Gerald Oberbeck immense personelle Sorgen hatte vor der Partie: Mit Marvin Nartey, Milan Weißbach, Michael Hoffmann, Damien Kabengele, Lothar von Hermanni und Maurice Herbold fehlten gleich sechs gestandene Spieler.

Der TVB lässt sich nicht aus der Ruhe bringen

„Im Angriff spielte die Eintracht dennoch größtenteils mit ihrer besten Sechs“, sagt Schweikardt. Die gegnerische Abwehr dagegen sei durch den Ausfall der Spezialisten Weißbach und Kabengele zweifellos geschwächt gewesen, auch seien die Wechselmöglichkeiten eingeschränkt gewesen. „Trotzdem muss man in Hildesheim erst mal gewinnen.“

Besonders gut gefallen hat dem Coach die Einstellung seiner Spieler. Von Beginn an sei der Siegeswille erkennbar gewesen. Auch der 6:6-Ausgleich der Gastgeber nach 4:1- und 5:2-Vorteil des TVB habe die Mannschaft nicht aus der Spur gebracht, sie holte sich die Führung rasch zurück.

„Wir haben im Vorfeld darüber geredet, dass es in einem Spiel immer wieder Schwächephasen geben wird und wir die Ruhe bewahren müssen“, sagt Schweikardt. Diese neue Stärke habe seine Mannschaft auch in Hildesheim demonstriert. Absolut notwendig für den Erfolg sei allerdings auch die individuelle Form. Der Torhüter Jürgen Müller hielt, wie schon in Hüttenberg und gegen Altenholz, sehr gut. Die TVB-Statistiker notierten eine Quote von über 50 Prozent gehaltenen Würfen.

Kaum zu stoppen war auch Dominik Weiß. Der „Lange“ erzielte im zweiten Auswärtsspiel infolge zehn Feldtore. „Er hat sehr, sehr gut gespielt“, sagt Schweikardt. Dass er sich so gut in Szene setzte,
lag auch an Michael Schweikardt. Der Spielmacher zeigte sich nicht nur bei sämtlichen fünf Siebenmetern nervenstark. „Er hat auch den Angriff sehr gut organisiert.“

Müller, Weiß und Schweikardt ragten zwar heraus aus dem Team, doch keiner sei abgefallen, sagt der Trainer. Tobias Schimmelbauer habe wie schon gegen Altenholz einen guten Tag erwischt, Florian Schöbinger sehr gut gedeckt. Kreisläufer Simon Baumgarten blieb zwar ohne Treffer, holte aber einige Siebenmeter heraus. Und Dennis Szczesny habe nach seiner Verletzungspause vor allem in der Abwehr einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht.

Auch wenn’s nach dem souveränen Sieg kaum etwas zu bemängeln gibt: Der Trainer hält den Ball flach. Der Kontakt zu den drei Aufstiegsplätzen sei zwar jetzt da. „Wir hatten aber zu viel Rückstand und können jetzt nicht sagen, wir sind endgültig vorne dabei.“ Bei zwei Niederlagen sei „das Thema schon wieder gegessen“.

Am kommenden Wochenende wird die Serie nicht reißen, der TVB ist spielfrei. „Die Pause tut uns ganz gut, der mentale Druck war zuletzt schon zu spüren.“ Andererseits hätten die Bittenfelder ihren Schwung gerne mitgenommen ins Derby gegen den TV Neuhausen/Erms am Freitag, 28. Februar (19.45 Uhr). Der Trainer spürt bei seiner Mannschaft bereits eine Vorfreude. Das Team von Alexander Stevic besiegte zuletzt den ambitionierten SC DHfK Leipzig mit 30:27, der TVB ist also gewarnt vor dem Erstliga-Absteiger. „Wir dürfen bloß nicht immer daran denken, wie gut wir gerade sind“, sagt Schweikardt. Zumal Neuhausen sicher heiß darauf sein wird, die Schmach der 21:32-Hinspiel-Niederlage vergessen zu machen.

Info

Wer’s noch nicht mitbekommen haben sollte: Das Heimspiel des TV Bittenfeld am kommenden Sonntag, 23. Februar, fällt aus: Die HSG Tarp-Wanderup hat ihr Team zurückgezogen.

Karten fürs Derby

Beim Spiel gegen die SG BBM Bietigheim in der Ludwigsburger Arena hatte der TVB die große Unterstützung seiner Fans. Ein ähnliches Ambiente erhofft er sich beim nächsten Derby am Freitag, 28. Februar (19.45 Uhr): Die knapp 2400 Zuschauer fassende Tübinger Paul-Horn-Arena dürfte aus allen Nähten platzen.

Karten gibt’s über die Homepage des TV Neuhausen: www.handball-neuhausen.de unter „Info & Service/Tickets“.

Der TVB weist darauf hin, dass die Bittenfelder Fans eigene Blocks haben werden. Wer also im TVB-Block sitzen möchte, sollte sich um Tickets in den Bereichen C6/C7 bemühen – oder um die angrenzenden Stehplätze.

Der TVB wird zum Spiel wieder einen Fan-Bus einsetzen. Anmeldungen sind möglich bei Horst Jung, E-Mail: carpediem.hjung@t-online.de.

Das nächste Heimspiel des TVB findet am Freitag, 7. März, statt: Um 20 Uhr wird der Tabellenzweite TSG Ludwigshafen-Friesenheim in der Scharrena zu Gast sein. Karten im Vorverkauf gibt es bei Easy-Ticket,  0711/2555555 / www.easyticket.de und auf der TVB-Geschäftsstelle in Bittenfeld, Schillerstraße 64,  07146/2818750, Fax: 07146/2818755 und E-Mail: moh@tvb1898.de.