TVB beim heimstärksten Team der Liga

Vier Siege in Serie, drittbeste Tordifferenz und Zuschauerkrösus: Es sieht derzeit gut aus beim Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld. Die nächsten Gegner indes könnten dafür sorgen, dass es dem TVB nicht zu wohl wird. Am Sonntag wartet mit Eintracht Hildesheim die Mannschaft mit der zweitstärksten Heimbilanz.

Die Liga spielt verrückt: 16 Spieltage vor Schluss darf sich sogar noch der 13. der Tabelle leise Hoffnungen machen auf den Aufstieg in die 1. Liga. Der TV Neuhausen/Erms liegt lediglich fünf Zähler hinter dem Zweiten TSG Friesenheim. Zum Vergleich: In der vergangenen Saison war die Kluft zwischen dem Zweiten Bergischer HC und dem 13. ASV Hamm-Westfalen zum selben Zeitpunkt 13 Punkte groß gewesen.

Beim TV Bittenfeld war die Stimmung damals ein bisschen getrübt. Nach einer starken Hinrunde und Rang drei waren die beiden Niederlagen in Aue und gegen Rostock nicht eingerechnet. Damals wie heute waren die Bittenfelder zwei Zähler vom Aufstiegsplatz entfernt – mit dem Unterschied, dass der TVB im vergangenen Jahr große Hoffnungen hegte, im Rennen um die Aufstiegsplätze eingreifen zu können.

Aktuell ist’s viel zu früh, Prognosen zu stellen, wohin der Weg in dieser kuriosen Saison führen könnte. „Es läuft zwar momentan gut“, sagt Jürgen Schweikardt. „Verlieren wir aber jetzt zweimal, sieht’s wieder ganz anders aus.“ Es ist nicht so, dass der Trainer seiner Mannschaft wenig zutraut. Doch das Programm in den kommenden Wochen hat es in sich: Auf die Partie beim mit 20:2 Punkten zweiterfolgreichsten Heimteam Hildesheim folgt das Derby beim Erstliga-Absteiger TV Neuhausen/Erms. Im Anschluss kommt der Tabellenzweite TSG Friesenheim in die Scharrena, ehe mit dem TV Großwallstadt ein weiterer Ex-Erstligist wartet. Und schließlich muss sich der TVB mit dem Sechsten HSG Nordhorn-Lingen und dem Vierten SC DHfK Leipzig auseinandersetzen.

Erstaunlich groß ist beim nächsten Bittenfelder Gegner die Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsspielen: 20:2 Punkten zu Hause stehen 1:17 in der Fremde gegenüber. Bei der 24:26-Hinspielniederlage in der Scharrena gegen Bittenfeld deutete die Eintracht bereits an, wozu sie fähig ist: Der TVB hatte 30 Minuten lang große Schwierigkeiten, lag mit 11:44 im Hintertreffen. In der Winter-Vorbereitung schlug die Eintracht die beiden Erstligisten TuS Nettelstedt-Lübbecke mit 29:27 und den TBV Lemgo mit 34:32. Zuletzt indes musste das Team von Trainer Gerald Oberbeck beim 26:29 gegen Rostock und 31:38 in Hamm zwei Niederlagen einstecken.

„Hildesheim wird hochmotiviert sein und Vollgas geben“, sagt Schweikardt. „Doch darauf sind wir vorbereitet.“ Der Coach zählt die Eintracht „zum großen Pool der Mannschaften im nicht vorhandenen Mittelfeld“. Aufgrund des Heimvorteils sieht er den Gegner in der Favoritenrolle. Sollte seine Mannschaft allerdings an die Leistung im Spiel gegen Bietigheim anknüpfen können, sieht er eine Siegchance. „Rostock hat’s ja vorgemacht, dass man auch in Hildesheim gewinnen kann. Wir dürfen uns nur nicht aus der Ruhe bringen lassen.“ Den Dänen Michael Qvist hält Schweikardt für den komplettesten Spieler der Liga. Weitere Stützen sind der Torhüter Dennis Klockmann und im Rückraum die internationale Auswahl mit Konstantin Chantziaras (Griechenland), Damien Kabengele (Frankreich) und Georgi Nikolov (Bulgarien). Beim TVB muss Dragan Jerkovic sein Pflichtspieldebüt verschieben: Der Torhüter hat seine Adduktorenverletzung noch nicht überwunden.