Rückrundenstart gegen den TV Hüttenberg

Nach der fünfwöchigen EM-Pause greift der Handball-Zweitligist TV Bittenfeld morgen wieder ins Geschehen ein: Im ersten Rückrundenspiel beim TV Hüttenberg muss der TVB voraussichtlich auf Dennis Szczesny und Neuzugang Dragan Jerkovic verzichten. Die Hüttenberger haben sich nach einem schwachen Saisonstart längst stabilisiert.

Gerne hätten die Bittenfelder umgehend dort weitergemacht, wo sie im alten Jahr aufgehört haben: Mit starken Leistungen gegen Erlangen, Göppingen, Essen und vor allem in Bietigheim meldete sich der TVB im Dezember eindrucksvoll aus der Mini-Krise zurück. „Vor allem das Bietigheim-Spiel hat uns viel Selbstvertrauen gegeben“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. Mit 31:24 setzte sich Bittenfeld beim Tabellendritten durch.

Völlig im Keller wird das Selbstvertrauen nach der Spielpause zwar nicht sein. Doch in gewisser Hinsicht wird die Partie morgen in Hüttenberg ein Neustart sein. Andererseits wissen auch die anderen Teams nach längerer Untätigkeit nicht so recht, wo sie stehen. Da dürften auch die Testspiele kaum aufschlussreiche Erkenntnisse bringen. Die 26:36-Niederlage gegen den Schweizer Erstligisten Kadetten Schaffhausen beim Eisele-Cup versetzte den TVB jedenfalls nicht in Panik. „Da hat man gemerkt, dass wir zu diesem Zeitpunkt handballerisch noch nicht so viel gearbeitet hatten“, sagt Schweikardt. Zwei Wochen durften sich die Spieler nach dem anstrengenden Dezember ausruhen, eine davon mussten sie sich individuell vorbereiten. Beim 30:29-Sieg gegen Alpla Hardt zwei Tage später lief’s schon deutlich besser für Bittenfeld, alles in allem war der Coach mit der Vorbereitung auf die Rückrunde zufrieden.

Sportlich gab’s nicht viel Neues zu berichten vom TVB im ersten Monat des Jahres – abseits des Trainingsplatzes allerdings schon. So freute sich Jürgen Schweikardt, dass Lars Friedrich dem TVB für weitere zwei Jahre erhalten bleiben wird. „Das ist ein gutes Zeichen“, sagt er. Der Trainer hält den Linkshänder, an dem auch andere Vereine interessiert gewesen seien, für den „besten Spieler im rechten Rückraum“ in der 2. Bundesliga.

Weniger erfolgreich waren die Bittenfelder bei den Vertragsverhandlungen mit Dennis Szczesny. Der 20-Jährige wird in der neuen Saison das Trikot von TUSEM Essen tragen, was Schweikardt sehr bedauert. „Wir sind der Meinung, dass wir Dennis ein ordentliches Gesamtpaket geboten haben. Es ist nicht schön, dass er uns verlassen wird, aber wir müssen es natürlich akzeptieren.“ Mindestens genauso überraschend war die Verpflichtung eines weiteren Torhüters – mitten in der Saison. „Wir haben uns überlegt, wo wir noch Akzente setzen könnten“, sagt Schweikardt. „Es war aber nicht die einzige Position.“ Für den TVB sei die Runde längst nicht gelaufen. „Wir wollen auf Rang sechs.“ Dass Jürgen Müller und Daniel Sdunek nicht begeistert waren von der Verpflichtung des ehemaligen kroatischen Nationalkeepers Dragan Jerkovic, sei verständlich. „Beide haben die Situation aber angenommen und gehen professionell mit ihr um.“ Außerdem sei im Profisport große Konkurrenz nichts Außergewöhnliches – wobei Jerkovic nicht von vorneherein die klare Nummer eins sei.

Morgen werden Sdunek und Müller voraussichtlich keine interne Konkurrenz fürchten müssen: Jerkovic wird wegen einer Adduktorenverletzung wohl passen müssen, auch der Einsatz von Szczesny (Kapselverletzung am Sprunggelenk) ist unwahrscheinlich. Dafür wird der zuletzt angeschlagene Simon Baumgarten dabei sein.

Der TV Hüttenberg erwischte mit 3:13 Punkten einen miserablen Saisonstart, hat sich nach einer Serie von 13:1 Punkten aber längst berappelt und lediglich drei Punkte weniger auf dem Konto als die Bittenfelder. Den Verlust so wichtiger Spieler wie Florian Laudt, Stefan Lex, Tomasz Jezewski oder Torhüter Jan Steffen Redwitz haben die Mittelhessen mittlerweile verkraftet. „Hüttenberg hat eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern“, sagt Schweikardt. Zu den Stützen zählen Andreas Scholz, Andreas Lex, der Ex-Wetzlarer Alois Mraz sowie der Torhüter Matthias Ritschel. „Wir wollen gut in die Rückrunde starten, und ein Auswärtssieg wäre da natürlich super“, sagt Schweikardt.