TVB kämpft Erlangen nieder

Ausgerechnet gegen den Aufstiegskandidaten HC Erlangen hat der Handball-Zweitligist TV Bittenfeld seine Durststrecke beendet. Vor 1336 begeisterten Fans in der Scharrena siegte der TVB verdientermaßen mit 24:19 (11:9). Die Erlanger fanden kaum ein Mittel gegen die starke Bittenfelder Abwehr und den herausragenden Torhüter Daniel Sdunek.

Drei Niederlagen in Folge hatte der TVB bis gestern verdauen müssen, der Gegner hatte lediglich zwei von 14 Spielen verloren: Wer in der Scharrena mit dem größeren Selbstvertrauen ans Werk gehen würde, war unschwer zu erraten. Entsprechend nervös starteten die Bittenfelder. In Überzahl schlossen sie viel zu hastig ab und leisteten sich etliche Fehler gegen die sehr schwer zu spielende, von Sebastian Preiß organisierte 3:2:1-Deckung der Franken. Nach sieben Minuten führte der Favorit relativ locker mit 4:1.

Anschließend indes bissen sich die Bittenfelder ins Spiel – wie so oft über die Abwehr. Die agierte ebenso aggressiv und aufmerksam wie die des Gegners, die zu den besten der Liga zählt. Es entwickelte sich ein Kampfspiel, in dem die Schiedsrichter Frederic Linker und Sascha Schmidt nicht immer einen souveränen Eindruck hinterließen.

Beide Mannschaften mussten hart für ihre Tore arbeiten. Moritz Weltgen versuchte die Fäden bei den Gästen zu spinnen, der Regisseur auf der anderen Seite machte seine Sache allerdings besser: Alexander Heib war der Motor im Spiel des TVB.

Für Bittenfeld galt es, sicher abzuschließen und Erlangen wenig Kontermöglichkeiten zu bieten. Das funktionierte sehr gut. Entgegen kam der Heimmannschaft dabei, dass der gefährlichste Schütze des HCE, Ole Rahmel, ganz schlecht ins Spiel fand.

Daniel Sduneks gehaltener Siebenmeter als Weckruf

In Überzahl erzielte Michael Seiz nach 17 Minuten mit einem schönen Heber den 6:6-Ausgleich, Dennis Szczesny die 7:6-Führung. Daniel Sdunek parierte den Siebenmeter von Rahmel. Und spätestens nach den drei Treffern in Folge zum 10:7 (27.) spürte der Tabellenzweite den Widerstand der enorm kampfstarken Bittenfelder. Die nahmen den 11:9-Vorsprung mit in die Pause.

Mit exakt demselben Resultat hatte Bittenfeld auch am Mittwoch in Leutershausen geführt und verspielte mit einem schwachen Start nach der Halbzeit seine Siegchance. Das passierte dem TVB gestern nicht – was zu großen Teilen an Daniel Sdunek lag. In den ersten 30 Minuten waren der Bittenfelder Keeper und sein Erlanger Pendant Jan Stochl noch in etwa auf Augenhöhe. Nun jedoch verzweifelten die Gäste zunehmend an Sdunek, der nach der Pause mit 15 Paraden glänzte.

In den ersten elf Minuten gelangen dem HCE gerade einmal zwei Treffer. Weil sich aber auch die Bittenfelder weiterhin schwertaten und im Überzahlspiel Mängel offenbarten, sprang nicht mehr als die 14:11-Führung heraus. Die Defensive indes blieb stabil und zwang die Gäste immer wieder zu Fehlern. Konsequenz war der 17:13-Vorsprung des Heimteams in der 46. Minute.

Nach einer Auszeit versuchte es Erlangen mit einer neuen Deckungsvariante, Bastian Krämer kümmerte sich um Lars Friedrich. Damit hatten die Bittenfelder offensichtlich gerechnet, sie spielten ihre Angriffe clever zu Ende. Rahmel reduzierte zwar mit zunehmender Spieldauer seine Fehler, den Rest der Erlanger hatte die unverdrossen schuftende Deckung des TVB weitgehend im Griff und ließ sich auch nach dem 17:15 (49.) nicht mehr aus der Spur bringen. Friedrich, der unermüdliche Heib, zweimal der mutige Martin Kienzle und Seiz machten mit fünf Treffern in Folge binnen fünf Minuten zum 22:15 alles klar. Vier Minuten vor dem Ende war der Tabellenzweite endgültig geschlagen, der 24:19-Sieg für den TVB ging auch in dieser Höhe in Ordnung.

Die Erleichterung war groß beim TVB nach dem starken Auftritt. Bevor’s am Samstag nach Saarlouis geht, möchten die Bittenfelder am Mittwoch im DHB-Pokal den Erstligisten FA Göppingen ärgern.

TV Bittenfeld:

Sdunek, Müller; Schöbinger (1), Kienzle (4), Weiß (2), Schweikardt, Friedrich (6/1), M’Bengue, Jungwirth (1), Baumgarten (1), Seiz (2), Szczesny (3), Heib (4/1).

HC Erlangen:

Stochl, Selke; Weltgen (1), Schwandner (1), Murawski, Jonas Link (4), Preiß (2), Krämer (1), Nienhaus, Hess, Pankofer (1), Rahmel (6/1), Böhm, Nikolai Link (3).