Nächste Bauchlandung für die WILD BOYS

Der Handball-Zweitligist TV Bittenfeld schlittert ins Mittelmaß: Gestern Abend hat er beim Vorletzten SG Leutershausen mit 23:27 (11:9) verloren, es war die dritte Pleite in Folge. Mit einem 10:4-Lauf zwischen der 30. und 45. Minute brachten die „Roten Teufel“ den TVB in einem mäßigen Spiel aus der Spur.

Auweia, das hat wehgetan. Die SG Leutershausen nützte gestern Abend die Gelegenheit, den nach den jüngsten Misserfolgen verunsicherten TV Bittenfeld ins graue Mittelfeld der Tabelle zu befördern.

Dabei waren die personellen Voraussetzungen der Bittenfelder gar nicht so schlecht, traten sie doch bis auf Tobias Schimmelbauer in Bestbesetzung an. Der angeschlagene Rechtsaußen Peter Jungwirth war spielfähig, auf der anderen Außenposition begann Michael Schweikardt für Martin Kienzle.

Unterstützt von rund 35 Fans, die ihre Mannschaft nach Leutershausen begleiteten, kam der TVB nur mühsam ins Spiel. Nach vier Minuten hatte er sich bereits drei Fehlwürfe geleistet, die „Roten Teufel“ holten sich die 3:1-Führung. Auch die Abwehr der Bittenfelder offenbarte zunächst erhebliche Lücken, so hechelten die Gäste bis zum 6:6 durch Lars Friedrich (9.) stets einem knappen Rückstand hinterher.

Nach und nach indes stabilisierte sich die Abwehr, auch vorne kamen die Bittenfelder zu Chancen. Hier indes zeigte sich das alte Manko: Sie gingen allzu leichtfertig mit ihren Möglichkeiten um. Insgesamt 13 Fehlwürfe leistete sich das Team von Trainer Jürgen Schweikardt in den ersten 30 Minuten. Die erste Führung durch Alexander Heib nach 14 Minuten zum 7:6 hielt nicht lange. Sechs Minuten blieb der TVB ohne Treffer, verhinderte aber in doppelter Unterzahl größeren Flurschaden. Gegen Ende des ersten Spielabschnitts parierte auch Jürgen Müller den einen oder anderen Ball, zuvor hatte der Bittenfelder Keeper klar im Schatten seines Gegenübers Alexander Hübe gestanden.

Ein Doppelschlag von Dominik Weiß brachte den TVB beim 10:9 wieder in Vorteil. Michael Seiz sorgte beim 11:9 zur Halbzeit für die erste Zwei-Tore-Führung der Gäste. Die hätte bei einer ordentlichen Chancenauswertung aber mindestens drei bis vier Tore höher ausfallen müssen – und dieses Polster hätte den Bittenfeldern in den zweiten 30 Minuten gut getan.

Der TVB erwischte einen katastrophalen Start, baute mit zu hektischen Torabschlüssen und Fehlern den Gegner regelrecht auf. Leutershausen witterte seine Chance und führte nach einem 10:4-Lauf in der 45. Minute mit 19:15. Mit drei Treffern in Folge schaffte der TVB zwar den Anschluss, verfiel anschließend jedoch ins alte Muster. Auf eine gute Aktion folgte eine schlechte. Die „Roten Teufel“ hatten sich inzwischen genügend Selbstvertrauen erarbeitet, nützten die Bittenfelder Schwächen aus und trafen aus allen Lagen ins Tor.

Trotzdem hatte der TVB die Chance, wenigstens einen Punkt mit nach Hause zu nehmen. Doch nachdem Michael Seiz sieben Minuten vor dem Ende beim 21:22 den erneuten Anschlusstreffer erzielt hatte, schwächten sich die Gäste durch eine Zeitstrafe und zum wiederholten Mal durch ein Stürmerfoul selbst. Nach Lars Friedrichs Fehlwurf beim 24:22 und Pascal Duraks Tor zum 25:22 war die Partie zwei Minuten vor Schluss entschieden.

Nach dieser 23:27-Pleite stehen dem TVB schwierige Wochen bevor. Der Tabellenzweite HC Erlangen am Sonntag in der Scharrena und Erstligist FA Göppingen am Mittwoch im Pokal sind dicke Brocken. Leichte Gegner gibt’s derzeit für die Bittenfelder sowieso nicht.

SG Leutershausen:

Hübe, Ullrich; Frietsch (4), Masica (1), Forstbauer, Ruß (3), Prestel (5), Volk (2), Durak (4/1), Geppert (3), Conrad, Dippe (1), Engels (4), Schulz.

TV Bittenfeld:

Müller, Sdunek; Schöbinger, Kienzle, Weiß (6), Schweikardt, Friedrich (2), M’Bengue, Jungwirth, Baumgarten (2), Szczesny (8), Heib (2/1), Seiz (3), Bischoff.