“Das ist nicht der optimale Gegner”

Der TV Bittenfeld dürstet nach einem Erfolgserlebnis. Das könnte er sich am Sonntag gegen den Aufstiegsfavoriten HC Erlangen holen – oder am besten gleich am Mittwoch bei der SG Leutershausen. Dabei indes sollte der TVB das jüngste Aufeinandertreffen am besten gleich vergessen: Bei der 22:32-Niederlage im April blamierten sich die Bittenfelder kräftig.

ach dem guten Saisonstart mit vier Siegen aus fünf Spielen war die anschließende 22:29-Niederlage bei den starken Friesenheimer Eulen kein Grund zur Beunruhigung für den TVB. Mittlerweile jedoch sind die Wolken im Waiblinger Norden bedrohlicher geworden. Nach nur einem Sieg aus den jüngsten sechs Spielen grummelt’s deutlich vernehmbar am Horizont. Bei 15:13 Punkten gibt’s keinen Anlass, an höhere Ziele zu denken. „Ich bin aber generell der Meinung, dass wir keine schlechte Mannschaft sind und unsere Ziele erreichen können“, sagt der Trainer Jürgen Schweikardt trotzig. Dass sein Team in etlichen Spielen nah dran war, Punkte mitzunehmen, und mit einem deutlich besseren Punkteverhältnis dastehen könnte, helfe in der aktuellen Situation keinesfalls. „Es zählt nun einmal nur die Tabelle.“

In der ungemein ausgeglichenen Liga hat der TVB zwar trotz der schwachen Serie nur drei Punkte Rückstand auf Rang vier. Derzeit ist’s allerdings kaum angebracht, den Blick nach oben zu richten. „Wir müssen jetzt sehen, dass wir die Verunsicherung aus der Mannschaft bringen, die wir uns in den vergangenen Wochen sozusagen erarbeitet haben“, sagt der Trainer.

Am einfachsten gelingt dies über ein Erfolgserlebnis. Das indes braucht auch der Gegner heute Abend. Als Vorletzter hat die SG Leutershausen bereits fünf Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. „Wir sind Favorit – auf dem Papier“, sagt Schweikardt. In der aktuell schwierigen Lage sei’s allerdings egal, ob der Gegner Leutershausen oder Erlangen heiße. „Wir brauchen einen Sieg.“ So ganz wohl ist dem Trainer vor der Partie allerdings nicht, das Duell in der vergangenen Saison steckt noch im Hinterkopf: Damals war Leutershausen auch Vorletzter und düpierte den TVB mit 32:22.

Für Schweikardt sind die Roten Teufel alles andere als der „optimale Gegner“, auch die kurze Spielvorbereitung passt ihm nicht wirklich in den Kram. „Eine spielfreie Woche täte uns gut, da könnten wir uns neu sortieren.“

Am Mittwochabend kann sich der TV Bittenfeld auf einiges gefasst machen. Der SG Leutershausen dürfte nicht entgangen sein, dass der TVB derzeit zu kämpfen hat. In Bad Schwartau führte das Team von Trainer Marc Nagel am Samstag mit 15:10 und unterlag noch mit 23:26. Zwei Wochen davor hatte die SG den Erstliga-Absteiger TV Neuhausen/Erms mit 31:27 bezwungen. Wenn das Team ins Laufen kommt, dürfte es also schwer zu stoppen sein.

Die SG Leutershausen stellt mit einem Altersdurchschnitt von knapp 23 Jahren eines der jüngsten Teams in der 2. Liga, hat gleich acht Jugend- und Junioren-Nationalspieler im Kader. Mit Philipp Schulz kehrte ein Rückraum-Shooter von der SG BBM Bietigheim zurück – im Paket mit dem Rechtsaußen Pascal Durak, dem aktuell besten Torschützen der Roten Teufel. Vor ein paar Tagen reaktivierte Leutershausen den 31-jährigen Mathias Conrad, der das Team nun führen und ihm Stabilität verleihen soll. In Bad Schwartau feierte Conrad bereits sein Comeback.

Einer der acht Auswahlspieler ist der Junioren-Weltmeister Jan Forstbauer. Der Linkshänder trug auch schon das Bittenfelder Trikot und ist seit dieser Saison mit Zweifachspielrecht beim Erstligisten MT Melsungen ausgestattet.

Ob die Bittenfelder bis auf den operierten Tobias Schimmelbauer in Bestbesetzung antreten werden, ist noch nicht ganz sicher: Peter Jungwirth verletzte sich am Montag. Sollte er ausfallen, wird ihn Michael Seiz ersetzen. Er hat seine Bänderverletzung auskuriert. Auch bei Michael Schweikardt und Lars Friedrich, beide waren in Hamm nicht hundertprozentig fit, sieht’s wieder besser aus.