Schwerstarbeit für die WILD BOYS

Zum Auftakt der drei englischen Wochen hat der Handball-Zweitligist TV Bittenfeld Schwerstarbeit verrichten müssen. Die 1577 Fans in der Scharrena wurden gestern Abend erst eine halbe Minute vor Schluss erlöst. Mit einem Doppelschlag zum 29:26 und 30:26 beseitigten Michael Schweikardt und Martin Kienzle die letzten Zweifel am Sieg gegen den VfL Bad Schwartau.

Es war zweifellos ein enorm wichtiger Erfolg für die Bittenfelder. Lassen sie am morgigen Dienstag im Nachholspiel an gleicher Stätte gegen den SC DHfK Leipzig einen weiteren Sieg folgen, rücken sie auf den vierten Rang nach vorne – zwei Minuspunkte hinten den Aufstiegsplätzen.

Gestern war der TVB zunächst einmal froh, die Bad Schwartauer aus dem Weg geräumt zu haben. Die Mannschaft von Trainer Torge Greve war zum einen ein recht unangenehmer Gegner, zum anderen stellten sich die Bittenfelder im Angriff nicht immer besonders geschickt an. Beispielsweise schon nach vier Minuten: Allzu lässig versuchte Lars Friedrich einen Siebenmeter am Bad Schwartauer Keeper Ariel Panzer vorbeizuzirkeln. Doch der 40-jährige ehemalige argentinische Nationaltorhüter roch den Braten – wie auch bei etlichen weiteren Wurfversuchen der Bittenfelder aus naher und ferner Distanz.

Weil die Abwehr des TVB, wie in den Spielen zuvor, sehr kompakt agierte, stand’s nach 13 Minuten einer zähen Veranstaltung gerade einmal 5:5. Dominik Weiß, Dennis Szczesny und Florian Schöbinger störten den Rückraum des VfL frühzeitig. Wie unglücklich indes der TVB in der Offensive agierte, zeigte eine Szene Mitte der ersten 30 Minuten: Nachdem Panzer gegen Jungwirth pariert hatte, vergab der TVB gleich zwei Nachwürfe kläglich.

Die Heimmannschaft schaffte es trotz stabiler Deckung deshalb zunächst nicht, die Gäste auf Distanz zu bringen – auch, weil der Torhüter Jürgen Müller keinen glücklichen Tag erwischte. Nach 18 Minuten machte er Platz für Daniel Sdunek. Auch bei ihm wechselten Licht und Schatten.

Vorteile hatte der TVB immer dann, wenn’s schnell ging. Dabei zeigte Martin Kienzle, der auf Linksaußen den verletzten Tobias Schimmelbauer vertrat, eine prima Leistung. Er und Szczesny sorgten mit dem 13:10 (27.) für die erste Drei-Tore-Führung und gleichzeitig für den Pausenstand. Einen höheren Vorsprung verspielte der TVB mit seiner schwachen Chancenauswertung.

Zu Beginn der zweiten 30 Minuten sah es so aus, als bekäme Bittenfeld das Spiel in den Griff. Mit einem Klasse-Tor erzielte Michael Seiz das 16:12 (34.), der selbstbewusste Kienzle das 17:13 (36.). Dann jedoch hagelte es Zeitstrafen auf beiden Seiten, die logische Folge einer hart geführten Partie. Zum Spielfluss trugen die Unterbrechungen nicht eben bei, es dominierte der Kampf. Nachdem auch Michael Schweikardt mit einem Strafwurf gescheitert war, brachte Thees Glabisch den VfL beim 18:17 (41.) wieder heran. Derselbe Spieler glich fünf Minuten später zum 20:20 aus.

Damit war die hochspannende Schlussviertelstunde eingeläutet. Nach dem 24:22 von Weiß und dem 25:22 von Friedrich (52.) wähnten sich die Bittenfelder acht Minuten vor dem Ende auf der Siegerstraße. Die Fans mussten aber noch eine Weile zittern. Gut zwei Minuten vor Schluss verkürzte Toni Podpolinski für Bad Schwartau auf 27:26. Dominik Weiß, dem zuvor nicht alles gelungen war, übernahm Verantwortung und knallte den Ball zum 28:26 in die Maschen. Nachdem Jan Schult beim nächsten Angriff der Gäste den Ball vertändelt hatte, war das Spiel zugunsten der Bittenfelder gelaufen.

Es war ein hartes Stück Arbeit für den TV Bittenfeld, dem nicht viel Zeit zur Regeneration bleibt: Schon morgen (20 Uhr) kommt der SC DHfK Leipzig in die Scharrena.

TV Bittenfeld 1898:

Müller, Sdunek; Schöbinger, Kienzle (5), Weiß (5), Schweikardt (2/1), Friedrich (6), M’Bengue, Jungwirth, Baumgarten (5), Seiz (2), Szczesny (4), Heib (1).

VfL Bad Schwartau:

Panzer, Noel; Glabisch (5/1), Schwarz (1), Podpolinski (4), Reiter (1), Fritsch, Waschul, Schult (5), Kretschmer (5), Schkliedermann (3), Kalski, Quade (2).