“Wir werden alles abrufen müssen”

Tritt ein gestandener und ambitionierter Zweitligist in eigener Halle gegen einen Aufsteiger an, gibt’s über die Favoritenrolle keine zwei Meinungen: Sie liegt beim TV Bittenfeld und nicht beim DJK Rimpar Wölfe. Sollte sich die angespannte Personalsituation beim TVB noch verschärfen – auch Lars Friedrich ist angeschlagen –, sind Bedenken durchaus angebracht.

Um drei Uhr in der Nacht auf Donnerstag kehrte der TVB von der Dienstreise nach Aue zurück – mit einem Punkt im Gepäck, der nicht unbedingt im Plan war. Ausgiebig gefeiert indes haben die Bittenfelder nicht. Dazu war die Chance zu groß, mehr als das 26:26 zu erreichen. „Wenn mir vor den Spielen in Nordhorn und Aue drei Punkte angeboten worden wären, hätte ich sofort unterschrieben“, sagt der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt. „Jetzt mischt sich doch ein bisschen Enttäuschung dazwischen.“

So hadert Schweikardt mit der einen oder anderen Schiedsrichterentscheidung, die bei Auswärtsspielen eher zuungunsten der Gastmannschaft ausfalle. In Aue traf’s die Bittenfelder ausgerechnet in der Phase, in der sie bei der Vier-Tore-Führung für eine Vorentscheidung hätten sorgen können. In der Schlussphase hatte der TVB nochmals die Möglichkeit, die Partie für sich zu entscheiden, scheiterte aber an seinem schwachen Überzahlspiel. „Wir müssen weiter hart arbeiten, damit wir stabiler werden.“

Gefallen hat dem Coach die Leistung von Dominik Weiß und Peter Jungwirth, die ihren Formanstieg der vergangenen Wochen bestätigt hätten. Einer der Beständigsten, schon in der vergangenen Saison, hat aus Aue ein unschönes Andenken mitgebracht: Lars Friedrich knickte um und zog sich eine Knöchelverletzung zu. Die medizinische Abteilung des TVB hofft, dass sie den Linkshänder bis Sonntag wieder spielbereit bekommt. Fraglich ist nach wie vor der Einsatz von Michael Schweikardt (Virus) und Martin Kienzle (Schnittwunde an der Hand). Sicher nicht dabei sein wird Dennis Szczesny (Adduktorenverletzung).

Nicht nur angesichts der ungewissen Personalsituation hat Schweikardt vor dem Spiel am Sonntag ein wenig Bauchschmerzen. Die Rimpar Wölfe besiegten am Mittwoch im Aufsteigerduell die HSG Tarp-Wanderup locker mit 25:19, führten zwischenzeitlich bereits mit zwölf Toren Differenz. „Die Wölfe standen in diesem Spiel unter großem Druck und haben die Situation sehr gut gemeistert“, sagt Schweikardt, für den Rimpar der beste der drei Aufsteiger ist. Mit den beiden Erfolgserlebnissen im Rücken, vor drei Wochen besiegten die Wölfe den TV Hüttenberg mit 28:21, könne Rimpar in Stuttgart befreit aufspielen.

Schweikardt ist überzeugt davon, dass der Neuling besonders motiviert zu Werke gehen wird. Dafür werde alleine der Trainer sorgen: Jens Bürkle spielte einst zusammen mit Schweikardt beim TVB, seither sind die beiden gut befreundet. „Jens wird sein Team akribisch vorbereiten, wir werden wieder alles abrufen müssen.“ Drei Akteure ragen aus dem Kollektiv mit erfahrenen und jungen Spielern hervor: Torhüter Max Brustmann, der Ex-Balinger Abwehrchef und Rückraumlinke Daniel Sauer sowie der ehemalige Großwallstädter Steffen Kaufmann im rechten Rückraum.

Mit einem Sieg könnte der TVB nach Minuspunkten auf den zweiten Platz rücken. Davon indes will Schweikardt nichts wissen. Er schaue nicht auf die Tabelle. „Sie ist noch zu krumm, das macht keinen Sinn.“

Info Auch am Sonntag fahren die Shuttle-Busse in die Scharrena. Der erste Bus startet um 15.30 Uhr am TVB-Vereinsheim, der zweite zur selben Zeit am Winnender Rathaus. Rückfahrt jeweils um 19.20 Uhr.