“Wir haben uns richtig reingebissen ins Spiel”

Der TV Bittenfeld darf sich als großer Gewinner des achten Spieltags der 2. Handball-Bundesliga fühlen: Der TVB siegte bei der hoch eingeschätzten HSG Nordhorn-Lingen mit 32:27, die Konkurrenz im vorderen Tabellendrittel patzte durchweg. Einzig die Verletzung von Dennis Szczesny störte die gute Laune ein wenig. Die endgültige Diagnose steht noch aus.

Das hatten sich die Nordhorner ganz anders vorgestellt: Mit einem Sieg gegen den TV Bittenfeld wollte sich der bis dato zu Hause verlustpunktfreie Ex-Erstligist ganz oben in der Tabelle einnisten. Der Blick auf die Resultate des achten Spieltags muss den Nordhorner Trainer Heiner Bültmann ziemlich ärgern: Im Erfolgsfall wäre die HSG nach Punkten gleichauf mit dem Tabellenführer SG BBM Bietigheim gewesen.

Bietigheim verteidigte trotz der 26:28-Niederlage beim EHV Aue die Spitzenposition, weil auch der HC Empor Rostock mit 31:35 in Bad Schwartau unterlag. Der HC Erlangen musste sich mit dem 21:21 in Großwallstadt begnügen, TUSEM Essen kassierte eine 24:31-Schlappe in Hildesheim. „Sensationell sind die Ergebnisse nicht“, sagt der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt. Sie seien lediglich ein Beweis dafür, wie ausgeglichen es zugehe in der 2. Liga: Den Spitzenreiter und den Tabellenneunten trennen lediglich zwei Punkte – und der TVB hat sich mittendrin eingereiht.

Höchste Heimniederlage für HSG seit Einführung der eingleisigen Liga

Mit 11:5 Punkten ist die Bilanz zwar nicht überragend, der Trainer ist dennoch zufrieden. „Wir haben von vier Auswärtsspielen zwei gewonnen“, sagt Schweikardt. „Und eines davon bei einem der Konkurrenten um die Plätze im vorderen Drittel.“

Einen Sieg in Nordhorn hatten nicht viele dem TVB zugetraut nach dem enttäuschenden Auftritt in Friesenheim. Dass der Erfolg mit 32:27 auch noch souverän ausfiel, freute den Trainer. Die Nordhorner dagegen kassierten die höchste Heimniederlage seit der Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga.

Danach indes hatte es in der ersten Viertelstunde überhaupt nicht ausgesehen. Mit 4:9 lag der TVB im Hintertreffen, ließ beste Chancen liegen, schlampte beim letzten Pass und kassierte eine ganze Reihe von Kontertreffern. Zudem musste der TVB den frühen Ausfall des zuletzt starken Dennis Szczesny verkraften, der sich eine Adduktorenverletzung zuzog. Ein Tomografie soll Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben.

Nach dem schnellen Fünf-Tore-Rückstand war der TVB-Trainer ziemlich ernüchtert. „Ich muss zugeben, ich dachte zu diesem Zeitpunkt, das wird wohl nichts heute.“ Doch binnen vier Minuten verkürzten die Bittenfelder den Rückstand auf zwei Tore, auch dank des im Angriff wie in der Abwehr starken Tobias Schimmelbauer. Der Zwei-Tore-Rückstand hatte auch noch zur Pause Bestand. „Dann waren wir voll im Spiel“, sagt Schweikardt.

Mit drei Toren in Folge nach der Halbzeit holte sich der TVB die erste Führung – und wurde immer stärker. Je länger das Spiel gedauert habe, desto selbstbewusster seien seine Spieler aufgetreten, sagt Schweikardt. „Wir haben uns richtig reingebissen und haben uns sehr gut präsentiert.“ Die Abwehr habe hervorragend gearbeitet, dahinter gewann Jürgen Müller das Torhüterduell mit Björn Buhrmester um Längen. Auch in der Offensive brillierte der TVB. Dominik Weiß, Lars Friedrich und Djibril M’Bengue versprühten Torgefahr aus dem Rückraum, woraufhin der Nordhorner Trainer seine 6:0-Deckung offensiver agieren ließ. Das wiederum war ein gefundenes Fressen für Simon Baumgarten: Acht seiner zehn Treffer – bei lediglich elf Versuchen – erzielte der bestens in Szene gesetzte Kreisläufer in den zweiten 30 Minuten.
Es passte alles im zweiten Spielabschnitt. Daniel Sdunek wurde lediglich bei einem Siebenmeter eingewechselt – und hielt den Wurf von Bobby Schagen. Nach Baumgartens Treffer zum 24:20 in der 50. Minute glaubte auch der Trainer an den Sieg. Maximal auf drei Tore ließen die äußerst konzentrierten Bittenfelder den Gegner in der Schlussphase herankommen, am Ende stand der überraschend hohe 32:27-Erfolg.

„Ein Vorteil für uns war sicher, dass viele im Umfeld der Nordhorner schon das Pokalspiel gegen die Rhein-Neckar-Löwen im Blick hatten“, sagt Schweikardt. Sein Team dagegen sei sehr fokussiert gewesen auf dieses wichtige Auswärtsspiel. „Wenn wir so spielen, können wir überall gewinnen. Allerdings wissen wir auch, dass wir nicht immer so eine Leistung auf die Platte bringen können.“

Pokalspiel am Mittwoch

Schon am Mittwoch ist der TVB wieder im Einsatz: In der zweiten Runde um den DHB-Pokal erwartet er um 20 Uhr in der Scharrena den Erstligisten TV Emsdetten.

Wichtig für Dauerkartenbesitzer: Das Punktspiel-Ticket gilt nicht für den Pokalwettbewerb. Eintrittskarten dafür gibt’s wie immer in der Geschäftsstelle des TV Bittenfeld (Schillerstraße 64, 07146/2818750, Fax: 07146/2818755, Mail: moh@tvb1898.de), über Easyticket (0711/2555555/www.easyticket.de) oder über das print@home-Verfahren von Easyticket.

Nicht vergessen: Das für kommenden Freitag, 25. Oktober, angesetzte Punktspiel in der Scharrena gegen den SC DHfK Leipzig ist verlegt worden. Neuer Termin ist der Dienstag, 26. November, 20 Uhr.

Auch am Wochenende 2./3. November spielt der TV Bittenfeld nicht. Weiter geht’s am Mittwoch, 6. November (19 Uhr), mit dem Spiel beim EHV Aue.

Das nächste Heimspiel findet erst wieder am Sonntag, 10. November, statt. Um 17 Uhr gastiert der Aufsteiger DJK Rimpar Wölfe mit dem Ex-Bittenfelder Jens Bürkle in der Stuttgarter Scharrena.