Putera klaut dem TVB einen Punkt

Es hat nicht ganz gereicht mit einem Sieg beim 25. Spiel in der Stuttgarter Porsche-Arena: Vor 4521 Fans musste sich der Handball-Zweitligist TV Bittenfeld gestern Abend gegen den Erstliga-Absteiger TV Großwallstadt mit einem 25:25-Unentschieden (12:13) begnügen. In der Schlussphase vereitelte der Gästekeeper Milos Putera hochkarätige Chancen im halben Dutzend.

Nach der deutlichen Niederlage in Friesenheim war von Verunsicherung nichts zu spüren beim TVB. Ähnlich wie beim furiosen Auftritt gegen den TV Neuhausen/Erms startete der TVB konzentriert. Die Abwehr stand im Mittelblock mit Dennis Szczesny und Dominik Weiß gut, vorne lief der Ball flüssig durch die Reihen. Dabei zogen die Bittenfelder die Fans mit zwei Zaubertoren gleich auf ihre Seite: Lars Friedrich traf per Kempa zum 5:2, Florian Schöbinger vom Kreis zum 6:3 nach acht Minuten. Beide Male hatte der stark verbesserte Michael Schweikardt glänzend vorbereitet.

Nach dem 7:4 (10.) des auch in der Offensive bärenstarken Szczesny war jedoch erstmal Flaute im Bittenfelder Angriff. Die Gästedeckung um ihren Abwehrchef, den isländischen Nationalspieler Sverre Jakobsson, rückte weiter nach vorne und agierte nun viel aggressiver. Angeführt vom überragenden israelischen Spielmacher Chen Pomeranz fand Großwallstadt ins Spiel. Florian Eisenträger sorgte beim 11:10 (22.) für die erste Führung des Ex-Erstligisten, Pomeranz legte zum 12:10 nach – der 8:3-Lauf aus Sicht der Gäste war perfekt.

Die Deckung des TVB vor dem eingewechselten Daniel Sdunek, der einige tolle Paraden zeigte, stand nach wie vor ordentlich. Vorne indes war zu wenig Bewegung im Spiel, auch die Wurfquote stimmte nicht mehr. Nach insgesamt neun Fehlwürfen und drei Stürmerfouls sah sich Bittenfeld zur Pause mit 12:13 im Hintertreffen.

Die Zuschauer hofften auf die obligatorischen besseren zweiten 30 Minuten ihres TVB. Und tatsächlich: Die Abwehr präsentierte sich noch kompakter als im ersten Abschnitt. Und allmählich schoss sich auch Lars Friedrich, vor der Pause eher blass, warm. Der Linkshänder holte dem TVB beim 16:15 (36.) die Führung zurück. Jakobsson musste sich nach seiner zweiten Zeitstrafe etwas zurückhalten. Bittenfeld gewann wieder die Oberhand und hatte nach dem 22:18 durch Szczesny (45.) beste Karten, die Partie frühzeitig für sich zu entscheiden.

Doch ein Wechsel im Tor sollte sich auszahlen für den Gast: Milos Putera kam für Mathias Lenz und brachte die Bittenfelder mit sensationellen Paraden zur Verzweiflung. Der Ex-Balinger vereitelte freie Chancen von Simon Baumgarten (2) und Lars Friedrich. Auf der anderen Seite hatte Sdunek mehrmals Pech, als der Ball abgefälscht den Weg ins Tor fand. Pomeranz schloss den 5:0-Lauf mit der 23:22-Führung der Gäste ab (53.).

Der TVB erkämpfte sich die Führung beim 24:23 zurück. Nach einem Fehlabspiel an den Kreis, einer weiteren Großtat Puteras und dem Treffer von Fannar Fridgeirsson hatten die Gäste beim 25:24 den Sieg vor Augen – wäre da nicht Szczesnys Urgewalt gewesen. Der Youngster hämmerte den Ball zum 25:25 ins Tor. Nachdem Sdunek beim letzten Wurf des TV Großwallstadt auf dem Posten gewesen war, hatte der TVB die große Chance zum Siegtreffer. Als Schweikardt beim finalen Angriff am Kreis zu Fall kam, entschieden die ansonsten guten Schiedsrichter Marcus Hurst und Mirko Krag zum Entsetzen der Bittenfelder Spieler und Fans nicht auf Siebenmeter, sondern nur auf Freiwurf. Der verpuffte, und damit blieb’s beim am Ende aus TVB-Sicht etwas unglücklichen 25:25.

Mit 9:5 Punkten liegt der TV Bittenfeld nun auf dem sechsten Tabellenplatz. Die nächsten Auswärtsaufgaben, zwei in Folge, haben es in sich: Der TVB muss nach Nordhorn und Aue.

TV Bittenfeld:

Müller, Sdunek; Schimmelbauer, Schöbinger (1), Kienzle, Weiß, Schweikardt (2), Friedrich (8/1), M’Bengue, Jungwirth, Baumgarten (1), Seiz (3), Szczesny (9), Heib (1).

TV Großwallstadt:

Lenz, Putera; Spatz (4/4), Fridgeirsson (1), Henkel, Eisenträger (2), Lopez (3), Holst, Jakobsson, Nikolic, Arnaud (2), Kretschmer (3), Pomeranz (7), Kohlbacher (3).