“Auswärts sehr schwer gegen solche Teams”

Mit einem Sieg in Friesenheim hätten sich die Bittenfelder Zweitliga-Handballer bis auf den zweiten Platz noch vorne gespielt. Dass der TVB beim 22:29 gegen die „Eulen“ chancenlos war, fuchst den Trainer. „Das war durch die Bank schlecht“, sagt Jürgen Schweikardt. „Wir müssen weiter an unserer Durchschlagskraft arbeiten.“

Mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen waren die Bittenfelder nach dem famosen 32:21-Sieg gegen den Bundesliga-Absteiger TV Neuhausen/Erms nach Ludwigshafen angereist. Zumal die Bilanz gegen die Friesenheimer Eulen prächtig war: Zuletzt gab’s in der Saison 2008/2009 eine Niederlage für den TVB.

Dass Zahlen und Statistiken nicht unbedingt etwas wert sind, zeigte sich am Samstag. So klar, wie der TVB in der Vorwoche die Neuhausener beherrscht hatte, so eindeutig waren die Kräfteverhältnisse nun vor 1040 Zuschauern in der Friedrich-Ebert-Halle. In der Halbzeit war dies bei der knappen 10:8-Führung für die TSG zwar noch nicht abzulesen. Doch auch zu diesem Zeitpunkt war Friesenheim das bessere Team. „Da sind wir noch glimpflich davongekommen“, sagte der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt.

Stand die Deckung um den ordentlichen Florian Schöbinger im ersten Spielabschnitt noch einigermaßen, fehlte es nach der Pause an allen Ecken und Enden. Bei 19 Gegentreffern in 30 Minuten kann von einer sattelfesten Deckung keine Rede mehr sein. Was erstaunlich ist, hatten die Bittenfelder doch acht Tage davor die Neuhausener schier zur Verzweiflung gebracht.

Noch unzufriedener indes war Schweikardt mit der Angriffsleistung seines Teams. Das „unentschlossene und drucklose“ Spiel erinnerte ihn an die ersten Minuten der Partie in Tarp. Während die Bittenfelder beim Aufsteiger im zweiten Spielabschnitt die Kurve kriegten, standen sie in Friesenheim auf verlorenem Posten. „Der Gegner war deutlich stärker und sehr stabil in der Abwehr“, sagt Schweikardt. Das Spiel habe wieder einmal gezeigt, dass es „extrem schwierig“ sei, gegen so starke Mannschaften auswärts zu bestehen. „Da braucht man schon einen sehr guten Tag“ – und ein Team, das auf allen Positionen nahe ans Leistungsmaximum herankommt.

Nicht ganz so rund läuft’s derzeit beispielsweise bei Rechtsaußen Peter Jungwirth und Spielmacher Michael Schweikardt. Jungwirths Vertreter Michael Seiz überzeugte in Ludwigshafen mit einer guten Trefferquote. „Er hat gut trainiert, deshalb hat er seine Chance bekommen“, sagt sein Trainer. Der beste Spieler im TVB-Team war einer, der zuletzt im Angriff eher weniger Spielanteile hatte: Dominik Weiß. Er sei einer der wenigen gewesen, der sich gegen den Friesenheimer Deckung durchgesetzt habe. Simon Baumgarten ging angeschlagen, Lars Friedrich kränkelnd ins Spiel. Der Linkshänder liegt jetzt endgültig flach, sein Einsatz am Wochenende ist längst nicht sicher.

Dabei bräuchten die Bittenfelder ihren besten Torschützen am Sonntag dringend: Im ersten Spiel in der Porsche-Arena in dieser Saison kommt der TV Großwallstadt. Beim Erstliga-Absteiger läuft’s noch längst nicht nach Plan. 4:6 Punkte sind nicht das, was sich der neue Trainer Khalid Khan versprochen hat. Für Jürgen Schweikardt zählt der Gegner aber nach wie vor zu den ganz heißen Aufstiegskandidaten. „Der TV Großwallstadt hat sehr gute Spieler, es passen halt ein paar Kleinigkeiten noch nicht. Ich erwarte jedenfalls ein intensives und hartes Spiel.“

Stimmen zum Spiel

Kevin Klier, Torhüter der TSG Ludwigshafen-Friesenheim: „Den Bittenfeldern fehlten die Emotionen. Wir haben ihnen das Selbstvertrauen zerstört.“

Marco Hauk, Rechtsaußen der TSG und ehemaliger Bittenfelder: „Das war ein verdienter Sieg, unsere Abwehrleistung war sensationell.“

Thomas König, Trainer der TSG: „Das war das mit Abstand beste Spiel in der Saison.“