Der TVB nimmt Neuhausen auseinander

1.880 Fans in der Stuttgarter Scharrena haben am Freitagabend den TV Bittenfeld lautstark gefeiert: Mit seiner besten Saisonleistung ließ der TVB im württembergischen Derby der 2. Handball-Bundesliga dem TV Neuhausen/Erms beim 32:21 (14:8) keine Chance. Die Bittenfelder, angeführt vom überragenden Spielmacher Alexander Heib, waren das eindeutig stärkere Team.

18 Minuten lang nahm das Derby jenen Lauf, wie es viele erwartet hatten: Zwei aggressive Abwehrreihen machten es der gegnerischen Offensive schwer, es ging von der ersten Minute an kräftig zur Sache. Die Schiedsrichter Holger Fleisch und Jürgen Rieber versuchten, mit schnellen Zwei-Minuten-Strafen Ruhe ins Spiel zu bringen. Der TVB führte nach elf Minuten mit 4:1, ganz so locker indes ging’s nicht weiter. Der Neuhausener Keeper Magnus Becker zeigte einige tolle Paraden. Und nach Sascha Ilitschs 5:5-Ausgleich (17.) richteten sich die Fans auf einen spannenden Abend ein.

Dann schaltete Bittenfeld den Turbo ein: Alexander Heib zog gegen seinen Ex-Club die Fäden, der TVB leistete sich kaum Fehler. Die Gäste dagegen wirkten nervös: In den ersten 30 Minuten unterliefen ihnen neun technische Fehler – auch provoziert von der Bittenfelder Deckung, die über 60 Minuten hinweg eine hochkonzentrierte Leistung bot. Vom 9:6 (19.) zog der TVB zur Pause auf 14:8 davon. Simon Baumgarten erzielte mit der Pausensirene den letzten Treffer für das nun klar bessere Team.

Der Neuhausener Trainer Markus Gaugisch brachte im zweiten Spielabschnitt den erfahrenen Ralf Bader im rechten Rückraum, der Ex-Balinger Ilitsch sollte von der anderen Seite für Gefahr sorgen. Doch auch sie bissen sich an der TVB-Deckung die Zähne aus. Das Team von Trainer Jürgen Schweikardt ließ keinen Millimeter nach und hatte dem Gegner beim 18:9 nach 34 Minuten bereits die letzten Hoffnungen auf die Wende geraubt. Der Erstliga-Absteiger bemühte sich zwar, den Rückstand zu verkürzen. Doch auch die Umstellung von der 3:2:1-Deckung auf 5:1 störte die Bittenfelder nicht, die weiter geduldig ihre Chancen suchten und stets eine neue Idee hatten.

Nach dem 22:10 (42.) durch den starken Lars Friedrich ging’s für Neuhausen lediglich noch darum, ein Debakel zu verhindern. Symptomatisch für das Spiel der Gäste war, dass sie zweimal in Folge frei vor dem für den guten Jürgen Müller eingewechselten Daniel Sdunek scheiterten. Beim 26:13 (47.) und 32:19 (58.) hatte sich der TVB den größten Vorsprung erarbeitet. Am Ende stand der in dieser Deutlichkeit nicht für möglich gehaltene 32:21-Sieg. Mit 8:2 Punkten hat sich der TVB damit in der Spitzengruppe festgesetzt.

TV Bittenfeld:
Müller, Sdunek; Schimmelbauer (2), Schöbinger (4), Kienzle (1), Weiß (2), Schweikardt, Friedrich (10/4), M’Bengue (2), Jungwirth (1), Baumgarten (3), Seiz (2/1), Szczesny (4), Heib (1).


TV Neuhausen/Erms:

Redwitz, M. Becker; Hansen, Theilinger (2), A. Becker (2), Schuldt, Keinath (5/2), Reusch (1), Michalik, Büdel (2), Ilitsch (4), Maas (3), Behr (1), Bader (1).