Nicht erwünscht: Fehlervermeidungs-Strategie

Gegen Eintracht Hildesheim mussten die Bittenfelder Zweitliga-Handballer zur Halbzeit einem Drei-Tore-Rückstand hinterherrennen. Bei der HSG Tarp-Wanderung musste der TVB vier Treffer wettmachen. In beiden Spielen ging er als Sieger vom Spielfeld. Warum kommt Bittenfeld so schwer in die Gänge? Eine schwierige Frage, auch für den Coach Jürgen Schweikardt.

„Wir haben vor dem Seitenwechsel gespielt wie eine Schülermannschaft“, ließ sich der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt direkt nach dem 28:24-Sieg bei der HSG Tarp-Wanderup zitieren. Im zweiten Spielabschnitt agierte der TVB deutlich entschlossener gegen den sichtlich beeindruckten Aufsteiger. „Die vor der Pause sehr aggressive Deckung glich nun langsam einem Knabenchor“, schrieb das Flensburger Tageblatt.

Schülermannschaft oder Knabenchor: Den Bittenfelder Fans zu Hause am Live-Ticker dürften am Samstagabend jedenfalls die Haare zu Berge gestanden haben in den ersten 30 Minuten. 8:12 lag der TVB gegen den Aufsteiger hinten. Da fühlte sich auch Schweikardt an den Auftritt seiner Mannschaft am zweiten Spieltag erinnert. In Altenholz, ebenfalls Liga-Neuling, lag der TVB mit 8:11 im Hintertreffen. „Dort haben wir uns wenigstens noch die Chancen herausgespielt“, sagt Schweikardt. „Diesmal hatten wir viel weniger.“

Viel zu pomadig habe sein Team agiert, die Konzeptionen mutlos heruntergespielt, es sei nicht in die Schnittstellen gegangen und habe so die gegnerische Abwehr nicht in Bewegung gebracht. Da nützte es auch nichts, dass der Trainer kräftig rotieren ließ. Das ziemlich Einzige, was dem Trainer in den ersten 30 Minuten gefallen hat, war die solide Defensive um den guten Torhüter Jürgen Müller und den aufmerksamen Mittelblock Florian Schöbinger/Dominik Weiß. „In der Halbzeit haben wir uns gesagt, wir müssen uns auf die Grundlagen des Handballspiels besinnen“, sagt Schweikardt. „Zum Glück hat das gleich super funktioniert.“ Allen voran Dennis Szczesny und Alexander Heib hätten dem TVB den Weg zur Aufholjagd geebnet. Binnen zwölf Minuten machten die Bittenfelder aus dem 8:12-Rückstand die 20:14-Führung und brachte die Partie sicher nach Hause.

Die Leistungssteigerung nach der Pause und die Tatsache, dass sich sein Team erneut aus einer schwierigen Position befreite, gefällt dem Trainer. Nicht ganz im Klaren indes ist er sich, weshalb seine Spieler im ersten Spielabschnitt so verkrampft agierten. „Vielleicht haben sie Angst, Fehler zu machen. Und die können halt passieren, wenn man mit Volldampf spielt.“ Eine solche Fehlervermeidungs-Strategie will der Trainer allerdings nicht sehen.

„Mit nur einer guten Halbzeit werden wir beispielsweise am Freitag sicher nicht gewinnen.“ Der Erstliga-Absteiger TV Neuhausen/Erms kommt zum Derby in die Scharrena (20 Uhr). „Das ist der erste Saisonhöhepunkt für uns gegen einen richtig guten Gegner.“ Eine wichtige Partie ist’s obendrein: Nur der Sieger bleibt in der Spitzengruppe.

Tickets für’s Derby

Rund 450 Tickets gibt’s noch fürs Derby: über Easy-Ticket oder auf der Geschäftsstelle des TV Bittenfeld.