WILD BOYS treten erneut im hohen Norden an

Zweites Auswärtsspiel, zweiter Aufsteiger: Wollen die Bittenfelder Zweitliga-Handballer in der Spitzengruppe bleiben, muss morgen bei der HSG Tarp-Wanderup der erste Auswärtssieg her. Der Gegner ist zwar nach drei Spielen noch ohne Erfolgserlebnis, beim Tabellenführer TUSEM Essen zog er sich jedoch zuletzt ordentlich aus der Affäre.

Im Grunde ist es relativ einfach: Knüpfen die Bittenfelder an die Leistung der zweiten 30 Minuten gegen Eintracht Hildesheim an, kann der Sieger morgen Abend um kurz vor halb neun nur TV Bittenfeld heißen. Das indes ist die Theorie, in der Praxis gibt’s freilich den einen oder anderen Stolperstein.

Erstens zählen die Bittenfelder seit jeher nicht eben zu den auswärtsstärksten Mannschaften der Liga. Zweitens dürfte der unglückliche Auftritt in Altenholz noch nicht vollständig aus den Köpfen verschwunden sein. Und drittens wird ein Gegner auf dem Spielfeld stehen, der endlich die ersten Punkte holen möchte: 25:36 in Leutershausen, 21:29 gegen Erlangen, 26:36 in Essen: Die deutlichen Resultate lassen vermuten, dass die Tarper Wölfe nach dem Aufstieg aus der 3. Liga Nord noch nicht so richtig in der Liga angekommen sind.

Allerdings zählen zwei der drei Kontrahenten zu den Aufstiegskandidaten. Und so deutlich, wie es das Ergebnis aussagt, war’s zuletzt in Essen nicht. In der 45. Minute führte der Erstliga-Absteiger gegen den Zweitliga-Neuling lediglich mit 23:20. Deshalb war der Wölfe-Trainer Christian Voß gar nicht so unzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. Er sah jedenfalls Fortschritte. Morgen wird die HSG alles daransetzen, damit sich die Mühen endlich am Ergebnis ablesen lassen.

Gut möglich, dass den Bittenfeldern im nördlichsten Zipfel der Republik ein rauer Wind um die Nase wehen wird. Die Aufstiegseuphorie beim Gegner wird nach drei Spielen sicher noch nicht verflogen sein. Nach dem Aufstieg in die 2. Liga, der die Wölfe bereits zwischen 1994 und 2004 angehörten, haben gleich sieben Spieler den Verein verlassen. Größtenteils der Doppelbelastung Beruf/Sport geschuldet. Torhüter Tobias Mahnke und Matthias Hinrichsen kamen vom Liga-Konkurrenten VfL Bad Schwartau. Hinrichsen sollte der neue Kopf der Mannschaft werden, doch der Spielgestalter muss sich nach einem Kreuzbandriss in der Vorbereitung die Spiele zunächst von der Tribüne aus ansehen.

Wie schon vor der Partie in Altenholz, so sind auch diesmal die Informationen über den Gegner nicht allzu üppig. Der Bittenfelder Trainer ist mehr oder weniger auf die Videoanalyse angewiesen. Alle drei Partien hat Jürgen Schweikardt studiert. „Sicherlich bekommt man da einen Eindruck“, sagt Jürgen Schweikardt. „Aber man kann sich natürlich nicht so gut vorbereiten wie beispielsweise auf Hüttenberg, das wir schon seit Jahren kennen.“

Schweikardt stuft die Tarper leistungsmäßig wie Altenholz ein. „Wie wir dort gespielt haben, dürfte wohl bekannt sein. Eine ordentliche Leistung wird uns nicht reichen“, sagt er. „Wir brauchen eine gute.“ Der Coach hofft, dass seine Spieler an die zweiten 30 Minuten der Partie gegen Hildesheim anknüpfen und mit der Rolle des Favoriten klarkommen. Dass die Mannschaft dem Druck standhalten könne, habe sie gegen Hildesheim bewiesen. „Das war eigentlich die wichtigste Erkenntnis des Spiels.“ Die zweitwichtigste war, dass der TVB auf Unwägbarkeiten reagieren kann. Beispielsweise mit der Umstellung des Rückraums. „Es ist gut zu wissen, dass man einen Plan B hat, falls der Plan A nicht funktioniert.“ Wenn der TVB morgen früh in den Flieger nach Hamburg steigt, werden alle Spieler mit an Bord sein. Studienbedingt fehlte unter der Woche der eine oder andere, doch alle sind gesund.

Info

Von Freitagmittag um 14 Uhr an gibt’s fürs DHB-Pokalspiel gegen den TV Emsdetten am Mittwoch, 23. Oktober (20 Uhr), Karten im freien Vorverkauf.