Lob für “die beste Halbzeit der Saison”

„Die zweiten 30 Minuten waren nahe dran am Handball, wie wir ihn uns vorstellen“, sagt Jürgen Schweikardt, Trainer des Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld. Der Auftritt des TVB im ersten Abschnitt gegen Hildesheim dagegen war geprägt gewesen von Mutlosigkeit und Nervosität. „Wir müssen einfach lernen, mit dem Druck umzugehen.“

Nach dem ereignisreichen und spannenden Spiel am Freitagabend verteilten die beiden Trainer eifrig Komplimente in alle Richtungen. „Meine Mannschaft hat eine 1a-Einstellung gezeigt“, sagte der Hildesheimer Coach Gerald Oberbeck. „Wir waren drauf und dran, bei einem der Top-Teams der Liga einen Sieg einzufahren.“

In der Tat: In den ersten 30 Minuten hatte es nicht nach einem Bittenfelder Erfolg ausgesehen. „Aus Angst, einen Fehler zu machen, waren wir vorne wie hinten viel zu passiv“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. Die Hildesheimer Deckung habe dies gespürt und clever darauf reagiert. „Sie hat unser Kreisspiel unterbunden und auf Rückraumwürfe gewartet.“ Die kamen nicht, weil den Bittenfeldern die Entschlossenheit und der Mut fehlten. „Die Spieler haben die Unsicherheit aus der Partie in Altenholz mit in das Spiel gegen Hildesheim hineingetragen.“

In den zweiten 30 Minuten änderte sich dies recht schnell. Die Defensive packte zu. Und vorne griff ein taktischer Winkelzug des Trainers, der nicht ohne Risiko war: Schweikardt schickte über weite Strecken Lars Friedrich, Dennis Szczesny und Dominik Weiß gemeinsam auf die Platte. Zum ersten Mal in dieser Saison. Sozusagen die Brachiallösung, weil der TVB die Hildesheimer Deckung spielerisch zu selten in Verlegenheit brachte.

Der Gegner blieb passiv. Und die Bittenfelder gewannen mit jeder gelungenen Aktion – in Abwehr und Angriff – Sicherheit hinzu. Zugute kam dem TVB auch, dass er konditionell zulegen konnte. Auch, weil Schweikardt immer wieder kräftig durchwechselte und damit seinen Spielern die nötigen Verschnaufpausen gönnte. Dem wichtigsten Spieler der Hildesheimer, Spielgestalter Michael Qvist, ging merklich die Luft aus.

Am Samstag muss der TVB bei der HSG Tarp-Wanderup antreten, einem weiteren Aufsteiger. Ein Sieg und damit 6:2 Punkte wären die beste Werbung für das nächste Heimspiel, das viel Spannung verspricht: Am Freitag, 27. September (20 Uhr), kommt der Erstliga-Absteiger TV Neuhausen/Erms in die Scharrena.

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Info

Anders als zuletzt angekündigt, haben die Dauerkartenbesitzer des TVB nun doch ein Vorkaufsrecht auf ihren Platz beim DHB-Pokalspiel am Mittwoch, 23. Oktober (20 Uhr), in der Scharrena gegen den Erstligisten TV Emsdetten – allerdings nur diese Woche bis einschließlich Freitag und ausschließlich auf der TVB-Geschäftsstelle. Der Verein weist darauf hin, dass die Karten auch telefonisch reserviert werden können: 0 71 46/2 81 87 50. Am Freitag um 14 Uhr werden die Tickets für den Verkauf freigegeben.

Das Heimspiel der Bittenfelder gegen den SC DHfK Leipzig am Freitag, 25. Oktober, in der Scharrena muss übrigens verlegt werden: Der Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart spielt gleichzeitig gegen den 1. FC Nürnberg. Der TVB und Leipzig verhandeln derzeit über einen Ausweichtermin.