WILD BOYS erkämpfen sich den Sieg

Zwei unterschiedliche Halbzeiten wurden den Zuschauern am Samstagabend in der Stuttgarter SCHARRena geboten. Der TV Bittenfeld 1898 fand nur sehr schwer in die Heimpartie, musste nach zehn Minuten einem ständigen Rückstand hinterher laufen. Dann jedoch drehten die WILD BOYS in den Anfangsminuten der zweiten Halbzeit die Partie und setzten sich vor einer atemberaubenden Zuschauerkulisse mit 26:24 (11:14) durch.

„Der Mannschaft war in der ersten Halbzeit deutlich eine gewisse Unsicherheit anzumerken“ sagte TVB-Trainer Jürgen Schweikardt nach packenden sechzig Spielminuten gegen engagierte Hildesheimer. „Die Auswärtspleite vor einer Woche in Altenholz steckte wohl doch noch in den Köpfen der Spieler“ so Schweikardt weiter. „Aufgrund einer starken Abwehrleistung und dem guten Jürgen Müller im Tor haben wir dann das Spiel gedreht und verdient gewonnen“ beschrieb er die Geschehnisse der zweiten Halbzeit. Doch zunächst alles auf Anfang.

Ausgeglichen starteten beide Teams, bewegten sich beim 4:4 (8.) noch auf Augenhöhe. Aus dem Unentschieden machte die Eintracht dann jedoch aufgrund einiger technischer Fehler des TVB sowie einer guten eigenen Chancenverwertung ein 7:4 (11.), Bittenfeld schien hier den Anschluss frühzeitig zu verlieren. Zumal die Gäste ihre Führung weiter ausbauen konnten und zwischenzeitlich auf 11:6 (22.) und 12:7 (23.) erhöhten. Die bereits erwähnten Unsicherheiten waren den WILD BOYS vor allem im Spielaufbau anzumerken. Alexander Heib gelang vierzig Sekunden vor der Halbzeit zumindest noch das wichtige 11:14 durch eine starke Einzelleistung.

Die Anfangsphase des zweiten Durchgangs sollte im Nachhinein die Entscheidung herbeiführen. Innerhalb der ersten acht Minuten nach Wiederanpfiff wirkte die Hildesheimer Eintracht gehemmt, musste mehrere Fehlversuche oder technische Fehler hinnehmen. Stark präsentierte sich nun der TVB, nutzte die sich bietenden Chancen konsequent. Der fleißige Dennis Szczesny konnte den bis dahin stark haltenden Dennis Klockmann zum 14:16 (36.) überwinden, danach besorgte der Doppelschlag von Lars Friedrich den ersehnten 16:16-Einstand. Und der TVB-Lauf sollte weitergehen: Lars Friedrich per Siebenmeter und Michael Schweikardt mit einem starken Zug zum Tor markierten die überraschende 18:16-Führung (41.). Die WILD BOYS hatten sich mithilfe des lautstark anfeuernden SCHARRena-Publikums förmlich in einen Rausch gespielt und die Partie gedreht.

Denn von nun an behielt der TV Bittenfeld 1898 bis zum Schluss die Oberhand. Immer wieder legten die Hausherren vor, angeführt von ihrem guten Spielmacher Michael Quist hielt die Eintracht das Bundesliga-Duell jedoch bis zum 20:19 (46.) noch offen. Danach gelangen Jürgen Müller mehrere gute Paraden; der Rest des Teams kombinierte nun im Angriff nach Belieben und sorgte beim 24:19 (51.) durch Florian Schöbingers treffsicheren Unterarmwurf für die Vorentscheidung. Ein letztes Mal spannend wurde es nochmals, als Damien Kabengele per Siebenmeter zweieinhalb vor dem Ende den Anschluss zum 23:25 suchte. Michael Schweikardt markierte allerdings kurz danach den 26. Treffer für sein Team, der Heimsieg war damit perfekt.

In der kommenden Woche reisen die WILD BOYS erneut in den hohen Norden. Dort treffen sie auf die HSG Tarp-Wanderup, bevor das große Derby gegen Erstliga-Absteiger Neuhausen ansteht. Die weiteren Partien: Anfang Oktober folgt das Auswärtsspiel bei der TSG Friesenheim, zu dem ein erster Fanbus fahren soll. Danach treffen die WILD BOYS in der Stuttgarter Porsche Arena am 13. Oktober 2013 auf den TV Großwallstadt.

TV Bittenfeld 1898:
Sdunek, Müller – Schimmelbauer, Schöbinger (2), Kienzle, Weiß (2), Schweikardt (2), Friedrich (9), M’Bengue, Jungwirth (1), Baumgarten (2), Seiz, Szczesny (6), Heib (2).
 
Eintracht Hildesheim:
Klockmann, Kinzel – Tzimourtos (2), Nikolov, Stüber (1), Hoffmann (3), Quist (5), John (3), Weißbach, Lungela (2), Chantziaras, Kabengele (5), Tzoufras (3), von Hermanni.