WILD BOYS empfangen den TV Hüttenberg

Die zentrale Frage vor dem ersten Saisonspiel ist stets dieselbe: Wie gut ist das Team beieinander? Die Auftritte in der Vorbereitung dürften den Bittenfelder Trainer zuversichtlich stimmen, schlauer indes wird Jürgen Schweikardt erst heute Abend sein, wenn in der Scharrena die Schlusssirene ertönt ist. Mit dem TV Hüttenberg kommt eine knifflige Aufgabe auf den TVB zu.

Das eine oder andere gute Turnier, die starke Vorstellung beim Intersport-Masters, der mühelose Einzug in die zweite Pokalrunde beim Viertligisten TS Bendorf: All das war ein nettes Vorgeplänkel im Vergleich zu dem, was den TVB heute Abend in der Stuttgarter Scharrena erwartet. Im ersten Spiel einer Saison, von der sich der TVB einiges erwartet. Gegen einen Gegner, der in den vergangenen Jahren nicht eben Punktelieferant für die Bittenfelder war. Die Spiele waren meist hart umkämpft.

„Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die in etwa dasselbe Niveau haben“, sagt der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt. Das seien Partien, in denen die Tagesform entscheiden werde – die „sehr ordentliche“ Vorbereitung hin oder her. „Wir haben uns konditionell und taktisch eine gute Substanz erarbeitet“, sagt Schweikardt. Doch nach nur einem Spiel könne längst noch keine Aussage getroffen werden über die grundsätzliche Verfassung des Teams. Dass die Heimmannschaft zwangsläufig stärker unter Druck steht, ist Schweikardt bewusst. Im Umkehrschluss bedeute dies allerdings nicht, dass der TVB die Favoritenrolle innehabe.

In der vergangenen Saison kam’s gleich dreimal zu einem Aufeinandertreffen zwischen den Kontrahenten: In der zweiten Pokalrunde setzte es für den TVB eine 32:39-Niederlage, zu Hause siegte er glücklich mit 28:27, im Rückspiel musste er sich mit 28:30 geschlagen geben. Wie die Bittenfelder, so lag auch der TVH nach der Hinrunde aussichtsreich im Rennen um die Aufstiegsplätze – mit einem Punkt weniger als der TVB war er Fünfter. Doch auch Hüttenberg rutschte ab, am Ende war es Zehnter.

Einige Bewegung gab’s im Kader des Bittenfelder Gegners. Gleich sieben – nicht ganz unwichtige – Spieler haben den Verein verlassen: Stefan Lex (TSG Friesenheim), Michael Stock (Alsfeld), Mario Vuglac (unbekanntes Ziel), Tomasz Jezewski (hörte auf), Sebastian Weber und Florian Laudt (beide HSG Wetzlar) sowie Torhüter Jan-Steffen Redwitz (TV Neuhausen/Erms).

Der interessanteste Neuzugang kommt vom Erstligisten HSG Wetzlar: Der routinierte Tscheche Alois Mraz (34) soll die Führungsrolle von Laudt einnehmen. Der Bittenfelder Linkshänder Lars Friedrich kennt Mraz aus gemeinsamen Wetzlarer Zeiten. „Er wird Hüttenberg auf jeden Fall weiterhelfen“, sagt er. „Er ist ein sehr cleverer Spieler mit einem guten Schlagwurf, er macht wenig Fehler und steht auch in der Abwehr gut.“ Neu im Team sind auch die beiden U-19-Nationalspieler, der Torhüter Konstantin Poltrum und der linke Rückraumspieler Patrick Schmidt.

Vor zwei Jahren spielten die Hüttenberger für eine Saison in der 1. Liga. Davon sind sie aktuell ein gutes Stück entfernt. Zumindest, wenn man ihrem Saisonziel Glauben schenken will. Mit seinem jungen Team strebt der TVH laut seinem Trainer Heiko Karrer einen Platz im gesicherten Mittelfeld an. So schnell wie möglich sollen die für den Klassenverbleib notwendigen Punkte geholt werden. Vorsicht indes ist geboten, ein starkes Team haben die Hüttenberger allemal am Start. So zählt der Torhüter Matthias Ritschel seit Jahren zu den Besten seines Fachs in der 2. Liga. Besonders gefährlich ist die rechte Angriffsseite mit Daniel Wernig und Andreas Scholz. Sven Pausch zieht im Rückraum die Fäden.

In der ersten Runde um den DHB-Pokal musste Hüttenberg zwar die Segel streichen, erntete aber bei der 26:27-Niederlage bei dem als Geheimfavoriten gehandelten HC Erlangen viel Lob. „Wer weiß, wie schwierig es ist, in Erlangen zu gewinnen, der weiß auch, was uns im ersten Spiel erwartet“, sagt Jürgen Schweikardt.

Dass die Fans einen Sieg sehen wollen, ist dem Trainer bewusst. Der eine oder andere träumt gar von einem Start mit 8:0 Punkten. Schließlich geht’s anschließend zum Aufsteiger TSV Altenholz, gegen den Vorjahresdreizehnten Hildesheim und dann zum nächsten Neuling HSG Tarp-Wanderup. Daran indes will Schweikardt keinen Gedanken verschwenden, von Hochrechnungen hält er überhaupt nichts. „Das ging letztes Jahr schon in die Hose.“

Erst heute Abend wird sich herausstellen, welchen Kader der Trainer zur Verfügung haben wird. Die angeschlagenen Dennis Szczesny und Peter Jungwirth hätten wieder trainiert, besonders Letzterer bewege sich noch etwas „unrund“. Ebenfalls unsicher ist der Einsatz von Florian Schöbinger, der gestern erst ins Training einstieg.

Staugefahr und Ersatzverkehr

Wegen der Straßensanierung am Fahrbahnteiler B 14/B 29 könnte es am Freitagabend zu Engpässen kommen auf der Rückfahrt von der Scharrena. Kurzzeitig steht hier nur eine Fahrspur zur Verfügung.

Von 22 Uhr an wird zudem die Remsbahnstrecke zwischen Waiblingen und Schorndorf gesperrt.