Auswärtsniederlage der WILD BOYS in Leipzig

Nichts war es mit einem Auswärtssieg als Saisonabschluss. Der TV Bittenfeld 1898 musste sich nach einer durchwachsenen Leistung beim SC DHfK Leipzig mit 22:30 (12:15) geschlagen geben. Dem Team unterliefen zu viele leichte Fehler im Angriff, die Leipzig zu schnellen Kontertreffern nutzte. Lars Friedrich erzielte neun Treffer, fiel dann aber verletzungsbedingt ab der vierzigsten Minute aus.

Alles begann für die WILD BOYS am Samstagabend noch relativ gut. Mit 1:0 konnten die Gäste nach wenigen Sekunden in Führung gehen, beim 2:1 hatte das Team immer noch die Nase vorn. Das sollte aber die letzte Führung des Spiels bleiben. Denn danach übernahm immer mehr der SC das Kommando in der Arena Leipzig, in der angeblich laut Spielprotokoll mehr als 2.000 Zuschauer gewesen sein sollen. 8:4 (13.) führte Leipzig in der Anfangsphase, der TVB präsentierte sich in der Abwehr nicht konsequent genug und bekam Spielmacher Philipp Seitle sowie den gut aufgelegten Pavel Prokopec nicht in den Griff. Auf der linken Außenbahn sorgte der flinke Lukas Binder für Wirbel und viele Kontertreffer für seine Mannschaft, wenn den WILD BOYS technische Fehler oder Fehlwürfe im Angriff unterliefen.

Und genau dies sollte einer der Knackpunkte des Abends werden. Angeführt vom guten Michael Schweikardt auf der Mitte spielten sich die WILD BOYS gute Torchancen heraus. Doch der Abschluss ließ vor allem im zweiten Durchgang zu wünschen übrig. Hinzu kamen mit fortschreitender Spieldauer zahlreiche überflüssige technische Fehler, die wiederum Leipzigs Binder und Co. auf den Plan riefen. TVB-Torhüter Daniel Sdunek, dem einige gute Paraden gelangen, hatte den sicheren Kontertreffern der Hausherren wenig entgegenzusetzen. Kam Leipzig nicht über die erste Welle zum Torerfolg, richtete es die zweite Welle mit Seitle und Rico Göde. Ungeachtet dessen erzielte Lars Friedrich nach dem 4:8-Rückstand doch noch den 8:8-Ausgleich – die Partie schien zu Gunsten des TVB zu kippen.

Daraus wurde jedoch nichts. Wieder waren es die eigenen Fehler, die Bittenfeld die Führung  verwehrten. Nach dem Pausenstand von 12:15 aus Sicht des TVB konnte Leipzig den Vorsprung behaupten, steuerte beim 17:12 (32.) den sicheren Hafen an. Moral und ein starker Kampfgeist sorgten jedoch dafür, dass sich die WILD BOYS zurückkämpften. Auf 20:22 (46.) verkürzte der Rems-Murr-Kreis-Vertreter, musste danach allerdings auf seinen besten Torschützen verzichten. Lars Friedrich, dem in der Anfangsphase der 1.000 WILD BOYS-Treffer der Saison gelang, fiel verletzt aus. Er zog sich eine Fußgelenksverletzung zu, die am Montag näher untersucht wird. Damit fehlte dem Team in der entscheidenden Phase der Toptorschütze. Die mitgereisten Dominik Weiß und Florian Schöbinger hatten die Partie bereits verletzungsbedingt von der Tribüne mitansehen müssen.

Spätestens nach dem 27:20 (53.) war die Auswärtspartie für den TVB gelaufen, der Vorsprung war nicht mehr einzuholen. Der letzte Bittenfelder Treffer in der Saison 2012/2013 war dem jüngsten WILD BOY Michael Seiz vorbehalten, der von Rechtaußen über die Mitte gezogen war und den Ball gegen Michael Galia einnetzte. Verdient unterlag der TVB beim ambitionierten SC, auch wenn die Niederlage am Ende ein wenig zu hoch ausgefallen war.

„In den entscheidenden Situationen haben wir sowohl im Angriff als auch in der Abwehr zu viele individuelle Fehler gemacht, wodurch eine starke geschlossene Mannschaftsleistung unmöglich war“ lautete das Fazit des Bittenfelder Trainers Jürgen Schweikardt. „Die zahlreichen Kontertreffer des SC bescherten den Hausherren schließlich den verdienten Sieg“ fügte er hinzu. Die WILD BOYS beenden somit diese Spielzeit auf dem siebten Tabellenplatz vor dem HC Erlangen und direkt hinter Rostock (6.) und Bad Schwartau (5.).

SC DHfK Leipzig:
Levshin, Pulay, Galia – Streitenberger, Krzikalla (2), Baumgärtel (2), Binder (8), Gerlich (3), Boese (6), Riehn, Seitle (2), Prokopec (2/2), Feld, Göde (5).
 
TV Bittenfeld 1898:

Sdunek, Schmidl – Schimmelbauer (3), Kienzle, Schweikardt (2), Friedrich (9/2), Jungwirth (2), Baumgarten (1), Wehner (1), Seiz (2), Szczesny (2).