“Wir haben alles reingelegt”

Rundum glücklich war Jürgen Schweikardt, der Interimstrainer des Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld, nach dem 29:25-Sieg im letzten Heimspiel gegen den HC Erlangen. „Die Einstellung der Spieler hat gestimmt“, sagt er. „Ich denke, das wollen die Leute sehen.“ Zudem freute sich Schweikardt, dass die personellen Experimente von Erfolg gekrönt waren.

Die Bittenfelder hatten es schwer beim finalen Auftritt in der Scharrena – in zweifacher Hinsicht: Die Spieler sahen sich vor die Herausforderung gestellt, die beste Defensive der Liga zu knacken. Und die Zuschauer mussten sich der lautstärksten Fans der Liga erwehren. Rund 50 Hartgesottene begleiteten die Franken zu ihrem letzten Auswärtsspiel – und sorgten bereits nach sechs Sekunden Spielzeit für eine dreiminütige Unterbrechung: Die Wischer mussten das Spielfeld von Konfetti befreien.

Die Stimmung während des Spiels war prächtig und friedlich. Die Bittenfelder Fans sorgten von Beginn an für eine Heimspielatmosphäre – obgleich in den ersten 17 Minuten eher die Gäste Grund zum Feiern hatten. „Es war ein Spiegelbild der Partie in Hildesheim“, sagt der Bittenfelder Interimstrainer Jürgen Schweikardt. Erst mit der Umstellung von der 6:0-Abwehr auf die offensivere Variante sei sein Team ins Spiel gekommen. „Und dann wurden wir auch vorne torgefährlicher.“ Allen voran in Person von Lars Friedrich. Dabei war der Einsatz des besten TVB-Torschützen vor der Partie stark gefährdet gewesen: Der Linkshänder kränkelte unter der Woche und trainierte erst am Freitag wieder leicht.

Gemeinsam mit Michael Schweikardt zog Friedrich die Fäden im Spiel, 15 der 29 Tore gingen auf das Konto der ehemaligen Erstligaspieler. Mehr Gegentore kassierten die Erlanger übrigens in 35 Spielen nur bei der 30:32-Niederlage in Rostock.

Noch besser als im Angriff lief’s in der Defensive, dabei mussten die Bittenfelder hier gehörig improvisieren. Mit den verletzten Dominik Weiß und Florian Schöbinger fielen zwei Spieler des Mittelblocks aus. Ein dritter musste sich nach 33 Minuten vornehm zurückhalten: Dennis Szczesny war nach der zweiten Zeitstrafe rotgefährdet. Fortan agierte Adrian Wehner in seinem letzten Heimspiel für den TV Bittenfeld als Abwehrchef und erledigte diese Aufgabe zuverlässig.

„Am meisten gefallen hat mir der Kampfgeist der Spieler“, sagt Jürgen Schweikardt. „Es ist wichtig, dass die Zuschauer sehen, man gibt alles. Selbst wenn’s nicht immer zu einem Sieg reicht.“

Am Samstag indes passte beides.

Stimmen zum letzten Heimspiel

Frank Bergemann, Trainer des HC Erlangen: „Klar sind wir enttäuscht. Wir konnten vor allem in der zweiten Halbzeit die Stabilität nicht so aufrechterhalten, wie wir uns das gewünscht hatten.“

Lars Friedrich, Spieler des TV Bittenfeld: „Wir haben am Anfang vorne einfache Fehler gemacht, wurden mit Gegenstößen bestraft und sind so nicht richtig ins Spiel gekommen. In der zweiten Halbzeit war’s deutlich besser. Abwehr und Torhüter haben funktioniert, wir haben einfache Tore gemacht und haben verdient gewonnen.“

Peter Jungwirth, Spieler des TV Bittenfeld: „Wir haben den Start total verpennt, von der 20. Minute an haben wir es dann richtig gut gemacht und den Sieg in der zweiten Halbzeit souverän herausgespielt.“