Heimsieg der WILD BOYS bei Wehner-Abschied

Der TV Bittenfeld 1898 hat das letzte Heimspiel der Saison 2012/2013 gegen den HC Erlangen mit 29:25 (14:15) für sich entschieden. Auch wenn die Partie nicht vollständig zur Nebensache wurde, so rückte doch der emotionale Abschied von TVB-Akteur Adrian Wehner in den Mittelpunkt des sportlichen Kräftemessens. Das Bittenfelder Publikum verabschiedete sich gebührend von ihm.

Minutenlang applaudierten die 1.435 Zuschauer stehend ihrem Publikumsliebling Adrian Wehner, der nach fast dreizehn Jahren das Trikot des TV Bittenfeld 1898 ablegen wird. Nebenan im Foyer wurde das DFB-Pokalfinale des VfB Stuttgart gegen die übermächtigen Bayern auf einer großen Leinwand übertragen – keiner eilte aus der SCHARRena, um das Fußballmatch zu sehen, alle blieben stehen und feierten mit lautstarken Sprechchören ihren Helden des Abends, der auf den Schultern seiner Mitspieler eine Ehrenrunde drehte. Vergleichbares hatte man bis dahin beim TVB selten gesehen.

Gut ins Bild passte es da, dass Adrian Wehner bei seinem letzten Auftritt vor den heimischen Rängen eine gute Leistung zeigte und zwei Treffer zum überzeugenden Punktgewinn seines Teams beitrug. In der Anfangsphase schwächelten die Hausherren jedoch, konnten dem starken Gegner aus Erlangen nur wenig entgegensetzen. Die legten los wie die Feuerwehr, führten schnell mit 3:0 (5.) durch Nikolai Link und 8:4 (12.) durch den Kontertreffer von Daniel Stumpf. Nach etwa zwanzig Minuten besann sich die TVB-Deckung auf ihre Stärken und stand kompakter. Und auch im Angriff stellte die Mannschaft die leichten Fehler ab und verkürzte den Rückstand zunächst auf 10:12 (18.) durch Peter Jungwirth, dann auf 13:14 (25.) durch Bittenfelds erfolgreichsten Werfer Lars Friedrich.

Der TVB hatte sich nach dem 7:12-Rückstand beeindruckend zurückgemeldet. Einige sehenswerte Paraden zeigte der immer besser in Form kommende TVB-Torhüter Daniel Sdunek bereits in der ersten Halbzeit, die daraus resultierenden Konterchancen wurden meist von Peter Jungwirth und Tobias Schimmelbauer erfolgreich genutzt. So konnte der Rems-Murr-Kreis-Vertreter beim 14:14 ausgleichen, bekam allerdings wenige Sekunden vor der Halbzeitsirene einen weiteren Treffer eingeschenkt.

Nach dem Seitenwechsel gelang den Hausherren der Ausgleich zunächst nicht. Geschicktes Umstellen auf eine 5:1-Abwehr mit einer variablen kurzen Deckung gegen Christoph Nienhaus durch Michael Schweikardt besorgte dann aber den erneuten Ausgleich (16:16, 34.) und die anschließende Führung für den TV Bittenfeld 1898. Außerdem führte der Einsatz von Nachwuchstalent Alexander Bischoff als zweiter Kreisläufer für Erfolg.  Er bekam in der Schlussphase noch mehr Spielanteile, nachdem Simon Baumgarten wegen einem Stoß gegen den sich in der Luft befindlichen Link die Rote Karte sah. Zuvor war Oliver Hess mit seiner dritten Zeitstrafe disqualifiziert worden.

Endgültig gewann das Team von Jürgen Schweikardt und Heiko Burmeister die Oberhand, als die Mannschaft aus dem wuchtigen Rückraumtreffer von Dennis Szczesny zum 20:18 (42.) ein 22:18 (46.) machte. Zahlreiche Paraden gingen nun auf das Konto von Sdunek, im Angriff zeigte Adrian Wehner, Dennis Szczesny und vor allem Lars Friedrich eine starke Leistung. Angeführt vom erneut glänzend aufgelegten Michael Schweikardt marschierte das lautstark angefeuerte Team nach 52 Minuten (26:21) dem verdienten Heimsieg entgegen.

„Großes Kompliment an unser Team, die Jungs haben sich nach anfänglichen Schwächen stark zurückgekämpft und eine sehenswerte Partie gezeigt“ sagte Trainer Jürgen Schweikardt nach Spielende. „Schöner könnten wir Adi Wehner nicht verabschieden, als mit einem Heimsieg vor dieser fantastischen Zuschauerkulisse“ fügte er hinzu. Schweikardt hatte Wehner auf dessen sportlichem Weg beim TVB von der Oberliga Baden-Württembergs bis in die 2. Handball-Bundesliga begleitet. Am kommenden Wochenende wird Wehner in Leipzig zum letzten Mal für den TVB auflaufen und in der nächsten Saison den SV Remshalden verstärken.

TV Bittenfeld 1898:
Sdunek, Schmidl – Schimmelbauer (4), Bischoff, Kienzle, Schweikardt (6/1), Friedrich (9/2), Jungwirth (4), Baumgarten (2), Wehner (2), Seiz, Szczesny (2).
 
HC Erlangen:
Selke, Goebel – Weltgen (2), Schwandner (2), Münch (3), Krämer (4), Nienhaus (3), Hess (1), Pankofer (2/1), Stumpf (2), Halota, Böhm, Link (4), Grünert (2).