Großer Bahnhof für Adrian Wehner

Das finale Heimspiel in einer Saison ist immer etwas Besonderes. Für Adrian „Adi“ Wehner wird die Partie am Samstag gegen den HC Erlangen in der Scharrena eine ganz spezielle sein: Es ist seine letzte im Trikot der Bittenfelder Handballer. Im 13. Jahr spielt er für den TVB, hat sämtliche Aufstiege von der Oberliga bis in die 2. Liga mitgemacht.

So schnell bringt Adi Wehner normalerweise nichts aus der Ruhe. Am Samstagabend indes wird der 30-Jährige vermutlich ein bisschen schlucken müssen, wenn er vor dem Spiel gegen den HC Erlangen von den Offiziellen und Fans des TVB verabschiedet wird. Wehner tritt etwas kürzer, spielt in der nächsten Saison beim Württembergligisten SV Remshalden. Natürlich möchte sich der Publikumsliebling mit ein paar Toren und einer guten Leistung verabschieden.

Eine überdurchschnittliche Form wird auch der TVB brauchen, um den Gegner in die Knie zu zwingen. Der Vorjahresvierte HC Erlangen ist zwar, wie die Bittenfelder, in dieser Saison ein Stück hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Immerhin aber könnte das Team von Trainer Frank Bergemann den punktgleichen TVB bei einem Sieg in der Tabelle überholen. Derzeit trennen beide Mannschaften 18 Tore.

Ganz interessant ist auch eine andere Statistik: Kein Team in der Liga hat weniger Treffer erzielt als Erlangen – 817 insgesamt und im Schnitt pro Spiel nur rund 24. Auf der anderen Seite hat der HCE die mit Abstand stabilste Defensive. In 21 von 34 Spielen schlug’s maximal 25-mal im Tor ein – das ist zweifelsfrei ein erstaunlicher Wert.

Ein Garant für die gute Abwehr ist seit Jahren der routinierte Torhüter Andreas Bayerschmidt. Derzeit indes muss Erlangen auf den 36-Jährigen wegen eines Kreuzbandrisses verzichten. Negativ ausgewirkt hat sich dies noch nicht: Der 1,94-Meter-Mann René Selke zeigte zuletzt herausragende Leistungen.

Der HC Erlangen war für den TV Bittenfeld immer ein unangenehmer Gegner – vor allem auswärts: In keinem der fünf Zweitligaspiele gab’s für den TVB etwas zu holen. Im Hinspiel war er bei der 23:24-Niederlage ganz nah dran. In der vergangenen Saison hatten die Bittenfelder in heimischer Halle mit demselben Ergebnis die Oberhand behalten. Es dürfte morgen also wieder heiß hergehen.

Die Erlanger haben ein eingespieltes Team, das sich vor der Saison mit einem wichtigen Spieler verstärkt hat: Vom insolventen SV Post Schwerin kam der Rückraumspieler Moritz Weltgen. „Er ist sehr dynamisch und spielintelligent“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. Derzeit ist Weltgen bester Torschütze seines Teams.

Spielbestimmende Personen bei den konterstarken Erlangern sind Regisseur Hannes Münch und die beiden Halblinken Nikolai Link und Daniel Pankofer. Sehr gut besetzt ist der HC auf den Außenpositionen mit Daniel Stumpf und Benedikt Schwandtner. „Es ist sehr schwierig, die Erlanger Deckung zu knacken“, sagt Jürgen Schweikardt. „Die Spieler sind sehr gut aufeinander abgestimmt.“ Dass die Franken relativ wenig Tore werfen, sei kein Indiz für einen schwachen Angriff. In den Spielen mit Erlanger Beteiligung gebe es grundsätzlich weniger Angriffshandlungen.

Beim TVB wird Torhüter Jürgen Müller nach seiner Augenverletzung wieder dabei sein, ebenso der Kreisläufer Alexander Bischoff aus dem Perspektivteam. Fehlen werden Dominik Weiß und Florian Schöbinger. Lars Friedrich hat Probleme mit dem Sprunggelenk, wird aber auflaufen.

Pokal-Endspiel live und Abschlussparty

Handball-Fans, die sich auch für Fußball interessieren, können sich die zweite Halbzeit des DFB-Pokalfinales zwischen dem VfB Stuttgart und Bayern München am Samstag in der Scharrena reinziehen. Es ist eine Leinwand aufgebaut. Vor dem Anpfiff des Handball-Zweitligaspiels werden die scheidenden TVB-Spieler Adrian Wehner und Felix Schmidl verabschiedet. Nach dem Spiel feiern die Spieler gemeinsam mit den Fans ihre Abschlussparty. Aus diesem Grund wird’s bei der Rückfahrt der Shuttle-Busse von der Scharrena eine zusätzliche Abfahrtszeit geben: die obligatorische um 21.50 Uhr sowie um 23.30 Uhr für diejenigen Fans, die noch ein bisschen mitfeiern möchten.