Großer Kampf des TVB wird nicht belohnt

Im einzigen Sonntagspiel der 2. Handball-Bundesliga hat sich der TV Bittenfeld gestern bei Eintracht Hildesheim unglücklich mit 23:24 (10:14) geschlagen geben müssen. Nach einem mäßigen Beginn steigerte sich der TVB und holte einen Sieben-Tore-Rückstand auf. 27 Sekunden vor dem Ende scheiterte er an der Latte und verfehlte den verdienten Punktgewinn.

Mit großen personellen Problemen waren die Bittenfelder nach Hildesheim gereist: Es fehlten die verletzten Jürgen Müller, Dominik Weiß und Florian Schöbinger. Für Müller rückte Felix Schmidl in den Kader, und zum ersten Mal war Alexander Bischoff aus dem Perspektivteam mit dabei.

Die Bittenfelder kamen gegen den engagierten und flinken Ex-Erstligisten schwer in die Gänge, sahen sich nach vier Minuten mit 0:3 und nach neun Minuten mit 1:6 im Hintertreffen. Die Gäste hatten enorme Probleme mit der kompakten 6:0-Deckung der Eintracht und leisteten sich etliche leichte Fehler im Angriff.

Die eigene Defensive dagegen agierte bisweilen zu schlafmützig gegen den entschlossen Gastgeber. Die Bittenfelder Auszeit beim 10:5 für die Heimmannschaft nach 20 Minuten zeigte zunächst wenig Wirkung. Robin John erhöhte auf 13:6 (23.). Zu diesem Zeitpunkt sah’s nicht danach aus, als könnte der TVB dem Gegner an diesem Tag Paroli bieten. Dann jedoch steigerte sich der Bittenfelder Keeper Daniel Sdunek, und vorne agierte der TVB zielstrebiger. Lohn waren nach dem 7:14-Rückstand (24.) drei Bittenfelder Tore in Folge durch Peter Jungwirth (2) und Michael Schweikardt. Beim 14:10-Halbzeitstand bestand noch Hoffnung für den zweiten Spielabschnitt.

Sdunek war auch nach der Pause bei etlichen Aktionen auf dem Posten, und seine Vorderleute kamen immer besser ins Spiel. Die Achse Michael Schweikardt/Simon Baumgarten harmonierte prima. Schweikardt brachte sein Team mit dem Treffer zum 16:14 (36.) auf Schlagdistanz. In der 45. Minute war’s so weit: Lars Friedrich erzielte beim 19:19 den ersten Ausgleich für die Bittenfelder. Die hatten anschließend die hervorragende Möglichkeit, das Spiel zu drehen: Mit zwei Spielern in Überzahl schafften sie es aber nicht, diesen Vorteil zu nutzen – im Gegenteil: Martin Murawski brachte die Eintracht beim 20:19 (50.) wieder nach vorne.

Der TVB rannte fortan wieder dem knappen Rückstand hinterher, hatte beim 22:23-Rückstand drei Minuten vor dem Ende immer noch die Chance auf zumindest einen Punkt. In der Schlussphase haderten die Bittenfelder zudem mit der einen oder anderen Schiedsrichterentscheidung. In den letzten eineinhalb Minuten der Partie hatte der TVB nochmals den Vorteil der Überzahl. Tobias Schimmelbauer traf per Siebenmeter zum 23:24-Anschluss, nachdem Schweikardt, Friedrich und Martin Kienzle viermal gescheitert waren. In der letzten Szene der Partie landete Peter Jungwirths Heber auf der Latte des Hildesheimer Tores – nichts war’s mit dem verdienten Punktgewinn. Trotz der Niederlage bleibt der TVB auf Platz sieben.

Eintracht Hildesheim:

Klockmann, Mayer; von Hermanni, Nikolov (2), Quist (3), Weißbach, Murawski (4/3), John (3), Jonsson (1), Herbold, Meschke (3), Eichenberger (5), Nartey (3), Schulz, Lungela, Behnke.

TV Bittenfeld: Sdunek, Schmidl; Schimmelbauer (4/1), Bischoff, Kienzle, Schweikardt (7/1), Friedrich (2), Jungwirth (3), Baumgarten (3), Wehner (2), Seiz, Szczesny (2).