Saison-Aus für Bittenfelds Schöbinger

Eine Hiobsbotschaft trübt die Freude der Zweitliga-Handballer des TV Bittenfeld über den überzeugenden 36:24-Heimerfolg über Ferndorf. Der angeschlagen in die Partie gegangene Florian Schöbinger fällt für den Rest der Saison aus. Die Diagnose lautet Mittelhandbruch. Wahrscheinlich ebenfalls im Auswärtsspiel in Hildesheim fehlen wird Torhüter Jürgen Müller.

Der Ausfall von Schöbinger wiegt vor allem in der Abwehr schwer. Normalerweise spielen entweder er, Dominik Weiß oder Dennis Szczesny in der Mitte. Weil auch für Weiß die Saison nach seiner Schulter-OP beendet ist, bleibt nur noch der 19-jährige Szczesny übrig. In der Defensive müsse Bittenfeld daher in den abschließenden drei Spielen noch mehr improvisieren, sagt Interimscoach Jürgen Schweikardt. Dass der Einsatz von Schöbinger in der Partie gegen den Tabellenletzten Ferndorf ein Risiko sein würde, sei klar gewesen. „Doch seine Hand war deutlich besser geworden. Und im Spiel war Florian sehr wichtig für uns.“

Das Pech: Schöbinger bekam einen Schlag auf die geprellte Hand, der zum Bruch führte. Immerhin muss sie nicht operiert werden, so die Information gestern. Wenn die Vorbereitung auf die kommende Saison beginnt, wird Schöbinger aber wieder fit sein.

Nach einem Treffer am Auge hat Jürgen Müller Sportverbot

Zumindest im kommenden Spiel umdisponieren muss der TVB wohl auch auf der Torhüterposition. Jürgen Müller kassierte in der ersten Hälfte gegen Ferndorf bei einem Strafwurf einen Kopftreffer. „Es gab eine leichte Blutung im Auge“, so Schweikardt. Sicherheitshalber habe deshalb nach der Pause Daniel Sdunek gespielt. Er und Felix Schmidl werden wahrscheinlich das Keeper-Duo in Hildesheim bilden. Müller hat eine Woche lang Sportverbot.

Die Personalsituation wird sich also noch verschärfen. Das Spiel gegen den TuS Ferndorf zeigte indes, dass die Bittenfelder auch mit solchen Problemen bestens fertig werden können. Mit 36:24 fertigte das Rumpfteam den Tabellenletzten ab. „Wir sind sehr zufrieden. Mit Dominik und Michael [Schweikardt] haben zwei wichtige Spieler gefehlt“, so der Interimstrainer des TVB. Zwar hätten die Gäste enttäuscht und sich überraschenderweise am Ende nicht mehr richtig gewehrt. „Aber wir brauchen uns die Leistung nicht schmälern lassen. Es ist nicht selbstverständlich, gegen einen Gegner in der 2. Liga mit zwölf Toren Vorsprung zu gewinnen.“

Jürgen Schweikardt sah einen konzentrierten und disziplinierten Auftritt seiner Mannschaft über die komplette Spielzeit hinweg. Nur am Anfang, bis zum 7:7 (12.), mangelte es in der Abwehr ein wenig an der Aggressivität. „Das wurde dann besser. Damit haben wir Ferndorf die Luft genommen.“ Im Angriff agierte der TVB variabel und fand regelmäßig die richtigen Mittel gegen veränderte Defensivformationen des TuS. Besonders lobt Schweikardt jene Akteure, die normalerweise nur wenige Spielanteile bekommen und diesmal bravourös in die Bresche sprangen. Die aus der eigenen Jugend stammenden Michael Seiz und Martin Kienzle überzeugten ebenso wie Adrian Wehner.

Jede seiner Aktionen in seinem vorletzten Heimspiel für den Verein wurde von den Fans in der Stuttgarter Scharrena frenetisch bejubelt. Wehner wechselt zur kommenden Saison zum Württembergligisten SV Remshalden. Als Verneigung für seine Leistung für den TVB im vergangenen Jahrzehnt, er war an allen Aufstiegen des Vereins von der Oberliga bis zur 2. Bundesliga beteiligt, durfte der 30-Jährige diesmal das Team beim Einlaufen in die Halle anführen. „Das war ein Dankeschön an ihn. Er wird auch in den letzten Spielen viel Einsatzzeiten haben.“

Am Sonntag treten die um einen Rang auf den siebten Tabellenplatz gekletterten Bittenfelder bei Eintracht Hildesheim an (13.). Das Spiel in der Vorrunde endete 28:28. Ins Team des TVB zurückkehren wird nach seiner Rotsperre Michael Schweikardt.