Viel Platz auf der Auswechselbank

Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht vom TV Bittenfeld: Elf von 19 Zweitliga-Clubs haben die Lizenz für die nächste Saison ohne Auflagen erhalten, darunter der TVB. Personell ist die Lage vor dem Spiel gegen den TuS Ferndorf am Sonntag so angespannt wie noch nie in dieser Spielzeit. Michael Schweikardt und Dominik Weiß fallen aus, Florian Schöbinger vielleicht.

Am Mittwochnachmittag hat die Lizenzierungskommission der HBL die Entscheidungen im Lizenzverfahren bekanntgegeben: Der TV Bittenfeld bekam die Spielgenehmigung – wie immer in den sieben Jahren seiner Zweitligazugehörigkeit – ohne Auflagen. „Das zeigt, dass wir seriös arbeiten“, sagt der Geschäftsführer und Interimstrainer Jürgen Schweikardt.

Selbstverständlich indes ist die Erteilung keinesfalls. So müssen in der 2. Liga der EHV Aue, der VfL Bad Schwartau, der ASV Hamm-Westfalen, die HSG Nordhorn-Lingen, der HC Empor Rostock und die HG Saarlouis nachbessern. Der SV Henstedt-Ulzburg bekommt die Lizenz wegen einer angeblichen Liquiditätslücke lediglich unter Bedingungen. Leutershausen wurde die Lizenz gar verweigert, die SG wird Beschwerde einlegen.

Weniger erfreulich ist beim TVB die personelle Situation auf dem Spielfeld vor dem vorletzten Heimspiel gegen den TuS Ferndorf am Sonntag (17 Uhr). Das Gedränge auf der Auswechselbank dürfte sich in Grenzen halten. Der Spielmacher Michael Schweikardt ist nach seiner Roten Karte in Saarlouis am Sonntag gesperrt. Dominik Weiß hat sich diese Woche an der Schulter operieren lassen, womit die Saison für ihn beendet ist. Ob Florian Schöbinger einsatzfähig sein wird nach seiner schweren Handprellung, entscheidet sich wohl kurzfristig. Gestern trainierte er erstmals wieder.

Sollte auch der Allrounder ausfallen, stellt sich vor allem der Rückraum quasi von alleine auf. Der Linkshänder Lars Friedrich ist gesetzt, daneben werden sich Adrian Wehner, Dennis Szczesny und Martin Kienzle die Aufgaben teilen. „Uns werden absolute Leistungsträger fehlen, das ist schon ein herber Einschnitt“, sagt der Bittenfelder Interimstrainer Jürgen Schweikardt. „Wir haben volles Vertrauen in die anderen Spieler, aber eingespielt ist die Mannschaft so natürlich nicht.“

Auswirkungen hat der personelle Engpass auch auf die Abwehr. Zuletzt spielten entweder Schöbinger oder Weiß zusammen mit Szczesny im Mittelblock, nun müssen sich die Verantwortlichen eine andere taktische Variante einfallen lassen. Wäre auch der Trainer selbst wieder eine Alternative? „Angedacht ist das eigentlich nicht“, sagt Schweikardt. Ausgeschlossen indes wohl auch nicht.

Wie schon im jüngsten Heimspiel gegen den SV Henstedt-Ulzburg kommt mit Ferndorf ein Aufsteiger, der gegen den sofortigen Wiederabstieg kämpft. Für den TuS ist das Spiel in der Scharrena sogar so etwas wie die letzte Chance: Vier Spiele vor Schluss hat er nach zuletzt acht Spielen ohne Punktgewinn fünf Zähler Rückstand auf den rettenden 17. Platz. Dabei hatte es zu Beginn des Jahres danach ausgesehen, als startete der Neuling eine Aufholjagd: Er siegte mit 30:27 in Hüttenberg, 37:36 gegen Hamm, 28:27 gegen den Erstliga-Aufsteiger TV Emsdetten und 28:23 in Bad Schwartau. Nun braucht das Team um den Ex-Korschenbroicher Simon Breuer ein kleines Wunder zum Klassenverbleib.

Angesichts der schwierigen Ausgangslage sieht Jürgen Schweikardt sein Team keinesfalls als Favoriten. „Ich denke, es wird ein offenes Spiel.“ Im Hinspiel setzte sich der TVB mit 28:24 durch.