Der TVB macht´s unnötig spannend

1805 Zuschauer haben in der Scharrena wieder einmal die guten und schlechten Seiten des TV Bittenfeld kennengelernt. 17:13 führte der TVB gegen den SV Henstedt-Ulzburg und geriet nach einem fast viertelstündigen Schwächeanfall mit 19:22 ins Hintertreffen. In der Schlussphase drehten die Bittenfelder die Partie zum 27:25-Sieg und kletterten auf Rang sechs.

Der Aufsteiger musste in Stuttgart verletzungsbedingt auf einen seiner Besten, Spielmacher Nico Kibat, verzichten. Ausgerechnet dessen Vertreter Stefan Pries bereitete den Bittenfeldern mit seinen Schlagwürfen die größten Probleme in einem Spiel, das zunächst eine zähe Angelegenheit war. Der TVB musste lange suchen, bis er eine Lücke in der äußerst offensiven Deckung der Gäste fand. Ebenso große Schwierigkeiten hatte der SV Henstedt-Ulzburg mit der Abwehr des TVB, in der der junge Dennis Szczesny einen guten Job verrichtete. Nach 19 Minuten führten die Bittenfelder gegen die kampfstarken, aber individuell klar unterlegenen Gäste mit 10:7.

Henstedt-Ulzburg nützte anschließend ein paar Konzentrationsfehler der Bittenfelder zum 10:10-Ausgleich (22.). Bis zur Pause schaltete der TVB einen Gang hoch, zeigte einige schöne Spielzüge und setzte sich – auch dank des eingewechselten Torhüters Daniel Sdunek – mit einem tollen Kempatreffer des guten Lars Friedrich auf Vorarbeit des klug spielenden Michael Schweikardt zur Pause auf 14:11 ab.

Auch zu Beginn der zweiten 30 Minuten hatten die Bittenfelder alles unter Kontrolle. Der zweite Schweikardt/Friedrich-Kempa brachte die 17:13-Führung (33.). Dann jedoch leistete sich der Linkshänder zwei Fehlwürfe in Folge – und hier offenbarte sich wieder einmal das große Problem des TVB derzeit: Der Fokus liegt zu sehr im rechten Rückraum. Dominik Weiß präsentierte sich – allerdings angeschlagen – erneut außer Form.

Die Bittenfelder verloren jedenfalls völlig den Faden gegen die nun defensive Deckung des SV – und das auch noch in Überzahl. Als Lars-Uwe Lang beim 18:16 für den TVB für zwei Minuten auf die Bank musste (37.), kassierte das Heimteam zwei Konter zum 18:18. Sdunek verhinderte den dritten Treffer binnen einer Minute.

Es kam noch schlimmer: Der bei den Gästen eingewechselte Keeper Jan Peveling steigerte sich und hielt die Würfe der Bittenfelder gleich reihenweise. Zudem packte auch die Abwehr nicht mehr so energisch zu. Der 19:22-Rückstand in der 46. Minute nach acht torlosen Minuten war die logische Folge. Der Aufsteiger witterte seine Chance, zwei nicht einkalkulierte Punkte aus Stuttgart mitzunehmen. Doch der TVB hielt in der Schlussphase dagegen. Simon Baumgarten verwandelte zum 23:23-Ausgleich (51.), und nach Adrian Wehners Treffer zum 24:23 erwachte auch das Publikum. Dann fing Wehner einen Konter der Henstedter ab, Peter Jungwirth machte es auf der anderen Seite besser – 25:23 (55.).

Entschieden indes war das Spiel längst noch nicht. Die Bittenfelder hielten die Gäste weiter mit der einen oder anderen unklugen Aktion im Spiel. Zunächst kassierte Schöbinger die erste Zeitstrafe gegen den TVB, zwei Minuten vor Schluss unterlief dem TVB beim 26:24 ein Wechselfehler. Sdunek rettete gegen den frei vor ihm aufgetauchten Tim Philip Jurgeleit die Zwei-Tore-Führung. Rasmus Gersch, der zuvor alle fünf Siebenmeter verwandelt hatte, warf einen Strafwurf neben das Tor. Ein bisschen zittern musste das Heimteam doch noch, als Gersch 20 Sekunden vor dem Ende das 26:25 erzielte. Schweikardt behielt im finalen Angriff die Nerven und setzte den Schlusspunkt zum schwer erkämpften 27:25-Sieg des TVB, der sich damit vom achten auf den sechsten Rang verbesserte.

TV Bittenfeld:

Müller, Sdunek; Schimmelbauer (3), Schöbinger (2), Kienzle, Weiß (1), Schweikardt (4/1), Friedrich (7), Jungwirth (4), Baumgarten (5), Wehner (1), Szczesny, Seiz.

SV Henstedt-Ulzburg:

Peveling, Hampel; Bastian, Pries (7), Makowka, Kohnagel, lang (2), Gersch (9/5), Launeroth (3), Völzke (2), Wrage, Jurgeleit, Thöneböhn (2).