Schweikardt gefällt die Beton-Abwehr

Mit seinem fünften Auswärtssieg in dieser Saison hat der Handball-Zweitligist TV Bittenfeld einen gelungenen Auftakt in die englische Woche gefeiert. Sichtlich zufrieden war der Interimstrainer Jürgen Schweikardt nach dem 27:25 in Bad Schwartau. „Wir haben es hingekriegt, über 60 Minuten eine stabile Abwehr zu stellen“, sagt er.

Besonders gefürchtet waren die Bittenfelder als Gäste in dieser Saison nicht: Nur sechs Teams hatten vor der Partie des TVB in Bad Schwartau in der Fremde weniger Punkte gesammelt als die Bittenfelder. Deshalb war der 27:25-Erfolg ausgerechnet bei den heimstarken und nach 10:2 Punkten in Folge selbstbewussten Bad Schwartauern nicht unbedingt erwartet.

Matchwinner war für den TVB-Interimstrainer Jürgen Schweikardt die Defensive. „Unsere Abwehr stand fast über 60 Minuten hinweg bombenfest.“ Bereits in den ersten 30 Minuten biss sich der VfL an der aufmerksamen 6:0-Formation der Bittenfelder die Zähne aus. „Da kann man eigentlich keinen hervorheben, alle haben hervorragend zusammengearbeitet.“ Torhüter Jürgen Müller hielt gut, Daniel Sdunek parierte einen Siebenmeter.

Peter Jungwirth überzeugt mit guter Quote

Sehr zufrieden war Schweikardt auch mit dem Umschalten von der Defensive in die Offensive. „Wir liefen einen Konter nach dem anderen, das war perfekt.“ Allen voran Peter Jungwirth, der gegen die Bergischen Löwen noch ohne Treffer geblieben war, überzeugte mit seiner Quote: Insgesamt traf der Rechtsaußen neunmal und war damit der erfolgreichste Werfer der Partie. Die 16:9-Pausenführung des TVB war ein eindeutiger Beleg für dessen Überlegenheit – wobei er sogar noch drei freie Chancen versemmelte.

Beim 20:12 schien nach 36 Minuten bereits die Vorentscheidung gefallen. Doch mit einer ungewöhnlichen taktischen Maßnahme brachte der Bad Schwartauer Trainer Torge Greve die Bittenfelder zwischenzeitlich aus dem Konzept: Er ließ mit drei Kreisläufern agieren. „Da haben wir ein paar Minuten gebraucht, bis wir uns darauf eingestellt hatten“, sagt Schweikardt. Spätestens beim 24:20 acht Minuten vor dem Ende bekam der eine oder andere Bittenfelder ein zittriges Händchen. „Da hat wahrscheinlich jeder gedacht, das darf nach so einem Vorsprung nicht mehr in die Hose gehen.“

Gut gefallen hat Schweikardt, wie seine Mannschaft in der kritischen Schlussphase dagegengehalten hat. Der TVB spielte nach den Zeitstrafen gegen die Bad Schwartauer Marcel Schliedermann beim 25:23 (55. Minute) und 26:24 gegen Jan Schult (58.) clever und bewies – anders als gegen den Bergischen HC – diesmal Nervenstärke vom Siebenmeterstrich. Waren die Bittenfelder vor einer Woche noch zweimal in Folge am gegnerischen Torhüter gescheitert, nutzte Michael Schweikardt nun die Chancen und sorgte für die Entscheidung. „So eng liegt’s eben beieinander“, sagt Jürgen Schweikardt. „Vielleicht hätten wir gegen die Löwen gewonnen, wenn wir getroffen hätten. Und wer weiß, wie’s diesmal ausgegangen wäre, wenn wir wieder gescheitert wären.“

Verdient, da ist sich der Coach sicher, sei der Sieg allemal gewesen – und er hatte einen angenehmen Nebeneffekt: Die Bittenfelder kletterten vom zehnten auf den achten Tabellenplatz. Mit zwei Punkten am Mittwoch (20 Uhr) im Heimspiel gegen den SV Henstedt-Ulzburg könnte der TVB zwei weitere Plätze gutmachen. Der TV Hüttenberg, nach Minuszählen gleichauf mit dem TVB, ist spielfrei. Und der punktgleiche HC Erlangen erwartet den Tabellenführer Bergischer HC.