WILD BOYS im hohen Norden gefordert

Zum ersten Mal in dieser Saison steht der Handball-Zweitligist TV Bittenfeld auf einem zweistelligen Tabellenplatz. „Das stört mich extrem“, sagt der Bittenfelder Interimstrainer Jürgen Schweikardt. Die Aussichten, dass sich dies am 30. Spieltag ändert, könnten besser sein: Der VfL Bad Schwartau zählt zu den heimstärksten Teams. „Das ist ein dickes Brett, das wir bohren müssen.“

Eine Niederlage gegen den Bergischen HC, das wohl beste Team der Liga, hatten die Bittenfelder einkalkulieren müssen. Ein bisschen bitter war das 22:27 aber doch, schließlich machte der TVB vieles richtig und schnupperte beim Stand 19:19 und 21:22 an der Überraschung. „Es waren Kleinigkeiten, die in der Häufung den Unterschied machten“, sagt der Bittenfelder Interimstrainer Jürgen Schweikardt. Am Ende hätten die Löwen weniger Fehler begangen.

Die Auswirkungen der Niederlage lassen sich an der Tabelle ablesen: Auf Rang zehn steht der TVB – die schlechteste Platzierung in dieser Saison. Ein freier Fall war’s zwar nicht, doch der Status quo ist nach 24:12 Punkten und dem dritten Platz nach der Hinrunde recht deprimierend.

Der Gegner morgen dagegen hat sich nach 17:19 Punkten zur Saisonhalbzeit erheblich gesteigert und ist bis auf Rang sieben nach oben geklettert. 10:2 Punkte holte der VfL Bad Schwartau zuletzt und könnte bei einem weiteren Erfolg morgen noch einen Platz gut machen.

Motiviert wird das Team von Trainer Torge Greve zweifellos ins Spiel gehen, schließlich erinnert sich der VfL mit Schrecken ans Hinspiel. Mit 29:26 hatte er zwei Minuten und 52 Sekunden vor dem Ende geführt, ließ sich jedoch von der offenen Manndeckung des TVB in der Schlussphase völlig aus dem Konzept bringen und unterlag mit 29:30. Vier Gegentore in knapp drei Minuten: Das dürfte den Bad Schwartauern so schnell nicht mehr passieren.

„Bad Schwartau wird nicht einfacher als der Bergische HC“, sagt Schweikardt. Der VfL habe eine gestandene Mannschaft, die immer wieder Phasen in einer Saison habe, in der sie jeden Gegner schlagen könne. „Leider hat Bad Schwartau zurzeit so eine Phase.“ Erschwerend hinzu kommt für den TV Bittenfeld, dass der Gegner zu den heimstärksten Teams der Liga zählt: Nur gegen den Bergischen HC (25:26), die SG BBM Bietigheim (28:32) und den TuS Ferndorf (23:28) patzte er. Der TVB sei sicherlich nicht der Favorit, eine Chance rechnet sich Schweikardt dennoch aus. Möglichst rasch will er mit seinem Team wieder einen einstelligen Tabellenplatz erklimmen – allerdings erwartet die Bittenfelder bereits am Mittwoch in der Scharrena (20 Uhr) die nächste knifflige Aufgabe: Der Aufsteiger SV Henstedt-Ulzburg braucht im Abstiegskampf jeden Punkt. An diese Partie indes denkt Schweikardt jetzt nicht. Die starke Deckung, die mit Ausnahme des Spiels in Leutershausen einen guten Job machte, soll morgen in der Lübecker Hansehalle der Grundstein sein für den Erfolg des TVB. „Die Mannschaft weiß, dass sie in der Verantwortung steht. Wir werden wie gegen den BHC alles geben.“

Herausragende Spieler beim VfL sind Jan Schult und Marcel Schliedermann im linken und Toni Podpolinski im rechten Rückraum, Spielmacher Matthias Hinrichsen sowie Dennis Tretow auf Linksaußen.

Schon heute fliegen die Bittenfelder nach Hamburg, von dort geht’s weiter zum Spielort Lübeck. Personell sieht’s bestens aus. Martin Kienzle war zwar zu Beginn der Woche krank, er hat sich inzwischen aber einsatzbereit gemeldet.